Rösler treibt Internationalisierung voran – Deutschen Markt nicht vergessen

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Den Stand von Rösler Tyre Innovators auf der Reifen-Messe zu übersehen, war schwierig, hatte das Unternehmen aus Dortmund doch den vermutlich größten Reifen der Messe am Stand. Wie Paul Rösler Junior erläutert, habe man damit auf das neue Profil „SR 62D“ aufmerksam machen wollen, mit dem ein 57 Zoll großer EM-Reifen runderneuert wurde; dazu werde vier Profilstreifen zu je drei Metern Länge genutzt. Dabei biete das neue Profil nicht nur ein neues Profildesign, sondern werde darüber hinaus mit einer neuen Gummimischung gefertigt, die besonders hitzeresistent sei.

Hauptsächlich zum Einsatz kommen solche Runderneuerten natürlich in den großen Tagebau- und Minenregionen dieser Welt, etwa in Australien. Dort betreibt Rösler seit 2009 eine eigene Schelkmann-Kaltrunderneuerungsanlage. Diese war zunächst für die Bergbaugesellschaft Rio Tinto Group gegründet worden, bedient nun aber mehrere Dutzend Kunden in Australien, wie Paul Rösler erläutert. Da es in Australien kaum eine Runderneuerungskultur gebe, habe das deutsche Unternehmen vor Ort nur wenige Wettbewerber am Markt. Da aber auch in Australien Neureifen knapp sind – gerade die sogenannten Giant Tyres sind von der Knappheit betroffen –, sei die Produktionsstätte ‚Down Under‘ gut ausgelastet und könne auch mit Neureifenherstellern gut im Wettbewerb bestehen. Wie Paul Rösler weiter erläutert, produziere man dort aktuell rund 500 Runderneuerte zwischen 49 und 57 Zoll; die Kapazität liege indes bei rund 1.000 Reifen pro Jahr.

Auch wenn ein Gutteil des Rösler-Wachstums von außerhalb Europas stamme, sei dieses doch immer noch der Kernmarkt. Wie Paul Rösler ergänzt, stammten rund 50 Prozent der Umsätze aus Europa, woran Deutschland wiederum rund zwei Drittel ausmache. Gleichzeitig wachse man aber auch in Europa. So beliefere man seit Kurzem etwa auch das schottische Tagebauunternehmen Scottish Coal, was Rösler als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Die Runderneuerten dazu werden im Rösler-Stammwerk in Dortmund produziert; bisher hatte Scottish Coal Rösler zufolge ausschließlich Neureifen bezogen.

Neben diesen eigenen Produktionsstätten, wo Rösler zufolge jedes Jahr über 7.000 EM-Reifen runderneuert werden, ist das Lizenzgeschäft ein weiterhin wachsendes. Aktuell werden Schelkmann-Lizenz-Betriebe in Kasachstan, Usbekistan, Indonesien und in Kanada (daran hält Rösler eine Minderheitsbeteiligung) betrieben. Man wolle die Internationalisierung weiter vorantreiben; es soll noch im Laufe dieses Jahres eine Lizenz ins südliche Afrika vergeben werden, ebenfalls stehe Südamerika noch aus. Bei all der Internationalisierung wolle man aber „den deutschen Markt nicht vergessen“, sagt Paul Rösler Junior weiter und erklärt, das Unternehmen aus Dortmund habe erst kürzlich eine neues Umschlagslager in der Nähe von Dresden eröffnet. Damit decke man das Basisgeschäft in Ostdeutschland ab und sorge für kurze Lieferzeiten und einen hohen Servicegrad. arno.borchers@reifenpresse.de

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