Beitrag Fullsize Banner

Tour d’Horizon bei Koops und Großhändlern

,

Nein, es gehe nicht um repräsentatives Auftreten während der Reifenmesse und um Akquise neuer Mitglieder zusätzlich zur bestehnden Gruppe der 17 auch nicht, denn Team gehe von einer bestimmten Mindestgröße der Gesellschafter aus, erklärt deren Geschäftsführer Gerd Wächter, so etwas wird nicht auf einer Messe ausgehandelt. Es gehe darum Präsenz zu zeigen (daran hatte es ja vor zwei und vier Jahren gemangelt), wenn er sich eine aufwändige Teilnahme an einer Messe vorstelle, so böte sich angesichts der Bedeutung des Lkw-Reifengeschäftes der Team-Gesellschafter eher eine Nfz-IAA an (nicht jedoch schon 2012). Ansonsten werde man nach dem erfolgten Umzug der Zentrale nach Isernhagen zum 1. Juli und mit Neueinstellungen verbundener neuer Aufstellung vor allem im Bereich Marketing gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG in Kürze das Gespräch suchen. Dabei gehe es laut Wächter darum, dass die Kooperation freier Reifenhändler heute längst nicht mehr als Einkaufsgemeinschaft definiert ist, sondern es um die drei Kernkompetenzen der Zentrale „Marketing“, „Einkauf und Prozesse“ sowie „EDV und Vernetzung“ gehe, während das Endkundengeschäft doch stark von der lokaken Komponente bestimmt wird.

Was die Anzahl der Partner anbelangt, spielt GDHS-Geschäftsführer Goran Zubanovic in einer anderen Liga: Aktuell (Stand Reifenmesse Anfang Juni) habe man 993 Partner, wovon 58 auf Quick, 280 auf Premio und der Rest auf HMI entfallen. Mit der Neuorganisation im Konzern und der nationalen Bündelung unter einem „DACH“ habe man die 1.000er-Schwelle (76 Partner in Österreich, 50 Premio-Betriebe in der Schweiz) bei entsprechender Rechnung schon überschritten. Aber GDHS wird sich die Meldung, den tausendsten Partner in Deutschland begrüßen zu können, gewiss nicht nehmen lassen. Mit einigem Stolz kündigt Zubanovic an, schon im Herbst dieses Jahres die „Verfranchisung“  der noch zur Gruppe gehörenden eigenen Outlets abgeschlossen zu haben. Vom „Bodensatz“, den man notgedrungen behalten werde – wie selbst der GDHS-Chef noch vor einigen Jahren glaubte –, werde dann nichts mehr übrig seien. Und man habe ganz gewiss nicht vor, irgendwann wieder eigene Läden aufzubauen, und werde eben im falle eines Falles entweder die Aufgabe eines Standortes hinnehmen oder ein Abwandern des Betriebes zu einem Wettbewerber.

Die Meyer-Lissendorf-Gruppe bietet mehr als „tires and wheels solutions“. Und man arbeitet auch daran, das Angebot noch weiter auszubauen, wie der Geschäftsführer und Gesellschafter der Unternehmensgruppe Heinz-Werner Knörnschild im Gespräch in der Messelounge des Standes – die als „grüne Oase der Ruhe“ in der Messehektik einen angenehmen Rückzugsort bot – betont und als Beispiel den Baustein Lkw-Reifen nennt. Dieses Modul wird sehr gewissenhaft von der Kooperation MLX, der der Großhändler als Serviceprovider und mit seinem Zentrallager dient, erarbeitet. Und das obwohl das Geschäft mit Lkw-Reifen jedenfalls bislang für den Großhändler, aber auch innerhalb der MLX-Mitgliederschaft eher unterrepräsentiert ist. Mit solch einem zusätzlichen Baustein werde man schlicht attraktiver, womit nicht nur gemeint ist, dass bestehenden Mitgliedern bei deren Ausbau des Nutzfahrzeugreifengeschäftes (bei Landwirtschaftsreifen ist man ja bereits auf einem sehr guten Weg und schon gut vorangekommen) geholfen wird, sondern auch ein zusätzlicher Anreiz für potenzielle Neumitglieder geschaffen wird. Schließlich wolle und könne man weiter wachsen, kündigt Knörnschild noch für die nächsten Monate ein weiteres probates Mittel an, um die Anzahl der MLX-Mitglieder zu steigern.

Als authentischer guter Gastgeber wolle man sich auf der „Reifen“ präsentieren, so der General Manager Marketing bei Reifen Gundlach Heiko Marmé, das „Persönliche“ solle herausgestellt werden, Fremdcatering brauche man beispielsweise nicht, was nichts mit Ersparnisgründen zu tun habe, sondern weil die Mitarbeiter sich einbringen wollten. Er selbst ist fürs Marketing der Gruppe zuständig, auch beim Reifenpartnerkonzept Com4Tires, wo Constantin Schmitz den Vertrieb bzw. das operative Geschäft verantworte. Gastgeber war das Unternehmen also nicht nur in seiner Funktion als Großhändler, sondern auch als Systemanbieter für die Händler. Mit rund 20 Personen aus dem eigenen Team aus dem Westerwald war der zweistöckige, etwa 150 Quadratmeter große Messestand täglich besetzt und zeigte optisch wie auch anhand der Exponate die dichte Partnerschaft zu GT Radial, denn Reifen Gundlach hatte ausschließlich die Reifen des indonesischen Herstellers ausgestellt. Trotzdem war die Multimarkenausrichtung unverkennbar, denn auf einem üppigen Monitor wurde die Produktpalette des Grossisten visualisiert. Diese umfasst alle Segmente an Pkw- bis LLkw-Reifen sowie diverse Exklusivmarken. Auch aus dem Räderbereich, in dem drei Marken vertreten werden und wo es bei Advanti Racing und Com4Wheels Neuheiten zu präsentieren gab (die dritte exklusiv vertretene Marke ist Enkei).

Seit der Gründung 1970 in Karlsruhe hat sich die Interpneu Handelsgesellschaft unter dem Dach der Pneuhage-Unternehmensgruppe zu einem der führenden Reifen- und Felgengroßhändler Europas entwickelt und tritt auch dementsprechend alle zwei Jahre mit einem starken Team um den geschäftsführenden Gesellschafter Peter Schütterle (59) auf der „Reifen“ in Essen auf. Neben der breiten Sortiments- und Markenvielfalt für Pkw, Van, Zweirad, aber auch Nutzfahrzeuge aller Art werden große Lager- und Logistikzentren für Reifen und Alufelgen, eine leistungsfähige Komplettradmontage sowie persönliche Kundenbetreuung als besondere Stärken betont, womit das Familienunternehmen lukrativ für Händler im System PVP (Pneuhage-Vertriebspartnerkonzept) und IVP (Interpneu-Vertriebspartnerkonzept) erscheint. Diese Interpneu kennt sich mit der Führung einer Eigenmarke aus, denn Platin-Reifen und -Alufelgen sind seit 1987 ein Bestandteil des deutschen und europäischen Ersatzmarktes. Sommer- und Winterreifenprofile in mehr als 70 Dimensionen sowie über 30 Felgendesigns halten die Marke im Trend und werden im Übrigen im Sinne der Identifikation mit dem Produkt auf allen Fahrzeugen der Pneuhage-Flotte gefahren, so die im Unternehmen für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Petra Lauber auf der Messe, sofern im Produktprogramm die passenden Größen verfügbar sind. Nun kommt mit „Premada“ (siehe auch Rubrik Produkte in dieser Ausgabe) nach 25 Jahren eine weitere Eigenmarke hinzu, wobei man sich den Namen, der hochwertig klinge, schon vor Jahren gesichert habe, so Lauber. Der Grossist wagt diesen Schritt bewusst, will aber auch die neue Reifenmarke als Qualitätsprodukt verstanden wissen, auch wenn sie unterhalb von Platin positioniert sein dürfte.

Die Reiff-Gruppe präsentierte sich auf der Reifen mit den internationalen Geschäftsfeldern European Tyre Distributor (ETD), Reiff International Tyre Division (ITD) sowie den Großhandelsunternehmen R.tec mit R.tec Polska, Reifen + Räder mit dem französischen  Unternehmen P.J.P. und Hanse-Trading. Erstmalig mit dabei waren Reifen Krupp, der Motorradspezialist, sowie dessen französisches und spanisches Tochterunternehmen. Auf 300 Quadratmetern fanden die Gäste der Reiff-Gruppe ausreichend Platz und kompetente Ansprechpartner: egal ob es um das Plattformgeschäft ging, um die Exklusivmarke Gislaved, um Motorradreifen oder Kompletträder. Bei einem frisch zubereiteten Drink in ansprechender Atmosphäre ließen sich gut neue Kontakte knüpfen. Insgesamt zeigt sich das Reiff-Team in einem Rückblick mit den Ergebnissen recht zufrieden. Jetzt gelte es, neue Messekontakte in dauerhafte Geschäftsbeziehungen umzuwandeln und getroffene Vereinbarungen zeitnah umzusetzen.

Die Gewe Reifengroßhandel GmbH (Kaiserslautern) stellte ihre Felgenneuheiten und das gesamte Produktsortiment in Essen aus. Auf 120 Quadratmetern fanden die Fachbesucher der Messe alle Felgenhighlights der Saison 2012. Hervorzuheben ist die vom Anbieter als „Trendsetter der Frühjahrssaison“ bezeichnete Ganzjahresfelge AS2 der Produktlinie Tec by ASA. In den Farben Max-Pink, Race-light-Green oder Race-Orange soll dieses Design Trends in der gesamten Felgenbranche setzen. Die Räder der ASA-Felgenlinie und die Leichtgewichte der Zerra Aluminium Design waren natürlich auch live auf Showcars des Messestandes zu sehen. Neben Felgen wollte Gewe als Reifenvollsortimenter mit einem außergewöhnlichen, aber beim Unternehmen schon fast traditionellen Reifenturm die Blicke der Messebesucher auf sich ziehen. Der Reifengroßhändler hatte das aktuelle Produktportfolio ausgestellt: Von Pkw-, Lkw-, Ackerschlepper-, MPT- bis EM-Reifen wurden in jeder Produktgruppe die Highlights der Saison dem Publikum präsentiert. Wobei Geschäftsführer Achim Becker mit großen Sorgen auf das bei Gewe überproportional stark vertretene Nutzfahrzeugreifengeschäft blickt: einmal weil die Marktsituation alles andere als erfreulich ist zur Zeit, aber auch weil Unruhe im Marktsegment Lkw-Reifen aufgekommen ist wegen Angeboten einer Plattform Großhandel an Speditionen am Reifeneinzelhandel vorbei.

Lkw- und sonstige Reifen, aber eben ausgerechnet keine reinen Landwirtschaftsreifen gab es auf dem Stand des größten europäischen Agrarreifenhändlers Bohnenkamp zu sehen. Einerseits wurde damit dokumentiert, dass Bohnenkamp ein weit größeres Produktportfolio hat – vom Anhänger- (Marke: Security Tyres) über den Industrie- bis hin zum großen EM-Reifen –, andererseits waren ja die großen Landwirtschaftsreifenpartner wie die Alliance Tire Group (ATG) und BKT (Balkrishna) hervorragend platziert in Halle 3 und konnten dort ihre Produkthighlights vor allem aus dem Landwirtschaftsreifenbereich präsentieren. Wolfgang Lüttschwager, Vertriebsleiter Bohnenkamp: „Den Segmenten EM- und Kompaktlader-Reifen kommen in unserer Entwicklungsstrategie eine besondere Bedeutung zu. Mit unseren angestammten Marken BKT und Alliance sowie den neu ins Sortiment aufgenommenen Produkten von Windpower bieten wir unseren Kunden nun ein breites Sortiment in diesem Bereich.“ Auf der Messe standen von BKT der SR30 und der SR50 der Marke Earthmax im Mittelpunkt, zusätzlich wurde das neue Profil MT 612 präsentiert, welches speziell für Sandanwendungen entwickelt wurde und sich darüber hinaus zur Bereifung von Transportanhängern der Marke HW80 eignet. Von Alliance wurde mit dem Profil MPT 580 für Teleskoplader, Radlader und Industrietraktoren, dem Multiuse 550 für Industrie und Kommunaltraktoren und dem neuen Profil 608 für die Bereifung von Radladern und Baggern ein Programmauszug gezeigt. Im April 2012 hat Bohnenkamp obendrein exklusiv den europaweiten Vertrieb auch von EM-Reifen der bei Aeolus hergestellten Marke Windpower übernommen, nachdem das Osnabrücker Unternehmen bei Lkw-Reifen dieser Marke gute Erfahrungen macht: Auf der Messe zu sehen waren das L-5-Profil W753 in der Größe 23,5 R25 speziell für besonders schwere Einsätze von Radladern und Dozern sowie die Profile W737 in der Größe 550/65 R25 und W733 in der Größe 750/65 R25 für Radlader und Dumper.

Reifen Göggel hat sich seit der Gründung vor drei Jahrzehnten von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem internationalen Reifengroßhandel mit ca. 180 Mitarbeitern entwickelt und beliefert Wiederverkäufer aus dem Reifen- und Kfz-Gewerbe. Vom Zentrallager in Gammertingen auf der Schwäbischen Alb, wo bis zu 1,2 Millionen Pkw-, 4×4-/SUV- und Transporterreifen, aber auch Stahl- und Aluminiumräder vorrätig sind, wird deutschlandweit, aber auch nach Österreich, Frankreich und in die Schweiz geliefert; das gelte auch für Lkw- und AS-Reifen, heißt es. Stolz sei man auf das umfangreiche Angebot an Motorradreifen, wofür eigens ein Portal in den hauseigenen Onlineshop integriert worden ist.  Man nutze die Messe als „Kommunikationsplattform“ für die Kunden, heißt es in einer Pressemitteilung zur „Reifen“, und habe es sich zum Ziel gesetzt, immer einen Schritt besser zu sein als der Wettbewerb.

Ähnlich, wenn auch mit feinem ironischem Unterton hört es sich auch bei Rosel Specht an: „War wollen Sie hören? Dass wir besser, schöner, schneller sind als die anderen?“ Die geschäftsführende Gesellschafterin der Reifen Specht Handels GmbH (Ransbach-Baumbach) redet auf dem Messestand des Grossisten dann doch nichts schön: Der Markt sei schwierig, man habe darauf reagiert und die Strukrturen angepasst was beispielsweise konkret heißt, dass qualifizierte Mitarbeiter aus dem Telefonverkauf abgezogen und jetzt anderweitig eingesetzt werden. Zumal der Shop „easy“ laufe und immer mehr Geschäft auf diesem Werge generiert werde. Aber dennoch vernachlässige man die eigenen Filialen nicht, sondern habe diese erst unlängst modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht. detlef.vogt@reifenpresse.de

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.