Aluräderanbieter „nutzen“ ihre Messeauftritte auch zu weiterer Preiserosion

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Die ersten vier Monate des Jahres 2012 ergaben für die Anbieter von Aluminiumrädern in Deutschland ein Bild vom Absatz je nach Unternehmen von „mau“ über „so lala“ bis „passabel“, der Monat Mai allerdings wurde fast unisono als „katastrophal“ bezeichnet. Einige Marktteilnehmer meinten daher, die Reifenmesse in Essen zur Preisschleuderei nutzen zu müssen. – Vielleicht mussten sie das tatsächlich, ihrer innerbetriebswirtschaftlichen Not gehorchend. Unschön ist es dennoch, wenn sich solch ein Gebaren wie ein Schatten über eine „Reifen“-Messe legt, die der Automechanika inzwischen den Rang auch als „Räder“-Messe abgelaufen hat. Dass wenige Schwergewichte der Branche wie die Alcar-Gruppe oder Ronal diesem Event fernbleiben, ist zwar deren souveräne Entscheidung, die respektiert werden muss. Auch angesichts äußerst respektabler und beachteter Messeauftritte von Mitbewerbern sei aber immerhin einmal angeregt, dass die bislang abstinenten Unternehmen ihre Entscheidung einmal auf den Prüfstand stellen.

In Halle 3 spielt die Musik

Die Anbieter von Fahrzeugrädern zieht es verständlicherweise in die Haupthalle der „Reifen“, weil dort „am meisten los“ ist. Hierhin kommt jeder Messebesucher, in die peripheren Hallen schafft es nicht jeder. Aber nicht für jeden Aussteller, auch nicht von Anbietern der dekorativen Rundlinge, ist nun einmal an prominenter Stelle Platz. Vielleicht ist in zwei Jahren, wenn die ersten Modernisierungs-, Um- und Neubaumaßnahmen auf der Messe Essen abgeschlossen sind, spätestens aber in vier Jahren das Platzangebot auch für kleinere Marktteilnehmer oder große Newcomer (siehe oben!) attraktiv genug, um sich angemessen im Sinne der Unternehmen darstellen zu können.

Die Uniwheels-Gruppe hat sich ihre Präsenz in Halle 3 über die Jahre hinweg „verdient“, war doch ihre Marke „rial“ einer der Vorreiter unter den Räderherstellern auf der „Reifen“ und sind schnell auch die anderen Marken gefolgt. Dass die anderen beiden großen Hausmarken ATS und Alutec schnell nachzogen (im Budgetsegment ist Anzio angesiedelt), mag denn auch dazu beigetragen haben, dass Uniwheels einen privilegierten Platz für die Präsentation seiner Marken und Produkte erhielt. Unter dem Konzerndach stellte der renommierte Räderhersteller insgesamt 44 Raddesigns in heller, sehr offener und aufwändiger Darstellung auf immerhin 324 Quadratmetern vor. Die herausragenden Präsentationen galten der Premiummarke ATS, genannt seien aus dem Highend-Bereich das im Flowformingverfahren hergestellte Design „Crosslight“ in Motorsportoptik, das bei ausgesuchten Fachhändlern angebotene 20-Zoll-Schmiederad „Twinlight“, das neue Rad für SAVs und SUVs „Temperament“ mit so markanten Speicharmen und nicht zuletzt das zu ehren der Partnerschaft mit dem Mini-Werksteam in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft entwickelte und aus dem ATS-Motorsportrad „RT“ abgeleitete Streetrallye“ (nomen est omen). Während von der Marke „rial“ die beiden Designs „Zamora“ und „Catania“ in den Mittelpunkt gestellt worden sind, die seit Februar erhältlich sind, debütierte bei Alutec die Neuerung „Black Sun“ und gab „Blizzard“ bereits einen Ausblick auf den kommenden Winter angesichts der Erwartung, dass der Hochsommer 2012 die beste Zeit für die Vororder von Winterrädern ist.

Welche Bedeutung die „Reifen“ auch hat, mag daran abzulesen sein, dass der Mehrheitsgesellschafter und Chef der Unternehmensgruppe Ralf Schmid, der sich nach eigener Aussage sehr weitgehend aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen habe und selbst über manches aktuelle Design nicht mehr vollumfänglich auf dem Laufenden sei, den Weg nach Essen angetreten hatte, aber auch daran, dass die Messe genutzt wurde, um den Kunden die organisatorische Neuausrichtung im Zubehörgeschäft Aftermarket zu erklären.

Dem galt auch die erste Frage auf der „Reifen“ an Simone Maier-Paselk, Geschäftsführerin Aftermarket bei Uniwheels. Ja, man könne die Umorganisation auch als eine Hinwendung von der Marken- hin zu einer Marktorientierung verstehen. Nein, noch seien nicht alle Personalien abschließend geklärt, die mit solch einer Veränderung verbunden seien. Aber immerhin könne man schon sagen (Stand Anfang Juni), dass drei altbekannte und bewährte Marktkenner aus dem eigenen Hause die entsprechenden Verantwortlichkeiten übertragen bekommen: Peter Metzger wird die vier Marken ATS, rial, Alutec und Anzio in Deutschland verantworten, Sascha Frenger in den sonstigen Ländern Europas sowie Steffen Kirchner den „rest of the world“, wobei genau das auch ein wenig das Anliegen von Simone Maier-Paselk war: „Denn in einigen außereuropäischen Ländern haben wir unser Potenzial noch nicht ausgeschöpft.“

Wenn es denn Gewinner im deutschen Ersatzmarkt des Frühjahres 2012 gegeben haben sollte, dann gewiss die Marke Borbet. Die Erklärung dafür liegt allerdings ein Jahr zurück, als die Vertriebsmannschaft so ziemlich mit leeren Händen dastand und eher damit beschäftigt war zu erklären, warum man gerade nicht liefern könne. Vor allem dank der Fremdfertigung in der Türkei ist die Situation dieses Jahr viel entspannter. Und wer als bedeutsame Marke von einem niedrigen Niveau kommt, der kann besser Zuwächse erzielen.

Auf dem Messestand gaben Verkaufsleiterin Birgit Grebe-Frese und der Geschäftsführer der Borbet Vertriebs GmbH (Niederneuching) Oliver J. Schneider Ausblicke. Zum einen auf kommende Designs wie das „RS“, das in 7×17 Zoll gezeigt wurde und ab der Essen Motor Show in der Markt kommen soll, das „TB“ als Highlight fürs kommende Wintergeschäft in 7,5×16 Zoll oder das robust wirkende SUV-Designrad „X10“ in 8×18 Zoll; zum anderen aber auf die neue Technologie ExaPeel, die von Borbet entwickelt worden ist und derzeit bei den Erstausrüstungskunden bereits auf großes Interesse stoße, wobei man gewiss sein kann: Was bei den großen OE-Kunden Gefallen findet, wird nicht lange exklusiv bleiben können, denn die Automobilhersteller erwarten von ihren Zulieferern, dass sie innovative Technologien auch anderen zugänglich machen werden.

Über ExaPeel heißt es: „Zahlreiche Marktumfragen und Studien, aber auch die praktische Erfahrung in der Branche zeigen, dass der Automobilmarkt über alle Zielgruppen hinweg ein stark steigendes Bedürfnis nach Individualisierung, kommunizierter Differenzierung und persönlichem Ausdruck aufweist. Die Automobilhersteller begegnen dieser Entwicklung mit Produktlinienerweiterungen in Form von Abstufung der Modellpalette sowie der Erweiterung durch Serien und Editionen, oftmals in limitierter Auflage. Diese Abstufungen sind meist nicht nur technischer, sondern auch ästhetischer Natur: zum Beispiel durch wiederkehrende Designelement, Farbgebungen oder Materialaufwand im In- und Exterieur. Diese optischen Unterscheidungen waren bei Felgen bis dato nur bedingt realisierbar, denn die bisherigen Möglichkeiten – wie zum Beispiel das Folieren oder das manuelle Teillackieren der Felge – gehen einher mit hohen Kosten oder Einbußen in der Beständigkeit.

ExaPeel eröffnet nun neue Wege, die Felge weit über den bisherigen Rahmen als Werkzeug der Individualisierung und Emotionalisierung zu nutzen. (…) Die von Borbet entwickelte Technologie erlaubt ein µ-genaues Radieren der obersten Lackschicht: Durch ein hochpräzises, lasergestütztes Verfahren wird somit die farbige Grundierung der Räder in beliebiger Form freigelegt. Die vier Schritte:

– Die Grundierung wird aufgebracht.

– Es folgt der Decklack.

– Per Laser wird der Decklack in den gewünschten Bereichen abgeschält.

– Die Lackierung wird mit Klarlack versiegelt.

So lassen sich Schriftzüge, Ornamente, Logos und selbst filigranste Muster frei auf der Felge visualisieren. Der Kunde hat nun völlig neue Möglichkeiten, die Felgen – und somit das Fahrzeug – zu diversifizieren und den Bedarf nach Individualität und Exklusivität bedienen zu können.“ Borbet verweist in diesem Zusammenhang noch auf den produktionstechnisch relevanten Aspekt, dass ExaPeel unterbrechungsfrei in den Fertigungsprozess integriert werden kann.

Die Reifenmesse in Essen hat der Aluminiumradhersteller Brock Alloy Wheels (dessen Bewirtung aus Halle 3 auch kaum noch wegzudenken ist) als Möglichkeit genutzt, um seine Winterneuheiten 2012/2013 vorzustellen. Deswegen präsentierte das Unternehmen den Besuchern der Fachmesse seine beiden „RC24“ und „RC25“ genannten Räder für die kalte Jahreszeit. Die beiden Modelle sollen zukünftig in verschiedensten Größen von 17 bis 19 Zoll und Farbenvarianten erhältlich sein. Wobei es sich bei den farblichen Oberflächentechnologien um ein patentiertes hauseigenes Verfahren handelt, das in den Ersatzmärkten ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist. „Auch bei diesen Designs wird wieder besonders auf die umweltfreundliche, hauseigene Acryllackierung geachtet, welche die Felgen resistent gegen Bremsstaub, Steinschlag und Salz hält“, erklärt der Anbieter darüber hinaus. Dank seiner Struktur mit fünf markant geformten Speichen habe das kristallsilberne „RC24“-Rad (erhältlich in 6×15, 6,5×16, 7×16 und 7,5×17 Zoll) die Blicke auf sich gezogen, ist man bei Brock überzeugt. Und auch beim SUV-Rad „RC25“ (erhältlich in 7,5×17, 8×18 und 8,5×19 Zoll) sei die intensive Designarbeit unverkennbar, heißt es weiter. Daher habe es „ebenfalls einen gewaltigen Auftritt“ hingelegt, so der Räderhersteller. Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde bei der Reifenmesse zudem Brocks Smart-Rad „B31“, das mit einem auffallenden und kantigen Dreilochdesign aufwarten kann und in den Farben „Schwarz Glanz Voll-Poliert“ und „Kristallsilber“ angeboten werden soll und in den Seriengrößen 4,5×15 Zoll (vorne) und 5,5×15 Zoll (hinten) aufgelegt wurde.

Im Übrigen hat das Unternehmen die Kapazitäten des Werkes im bosnischen Jajce erst unlängst durch den Kauf mehrerer Gießautomaten (aus der ehemaligen Fabrik von RH Alurad in Gorzyce/Polen) und deren Aufrüstung durch modernste Steuerungen auf ein theoretisches Jahresvolumen von mehr als eine Million Einheiten gesteigert – „die jetzt aber auch erst einmal verkauft werden müssen“, strahlt Geschäftsführerin Claudia Brock in dieser Hinsicht Optimismus aus.

Die AD Vimotion GmbH (Unterensingen) präsentierte sich mit ihren beiden Produktmarken Oxigin und Carmani auf der „Reifen“ in Essen auf einem vergrößerten Messestand ebenfalls in Halle 3. Auf die Frage, wie man es geschafft habe, diesen privilegierten Standort zu ergattern, mutmaßt Verkaufsleiter Frank Grzybek, dass es vielleicht an der Kontinuität liege, schließlich sei der Räderanbieter nicht nur über die „Reifen“, sondern auch über die „Essen Motor Show“ immer vertreten und habe die Messeleitung das bei der Standplatzvergabe möglicherweise berücksichtigt. Gezeigt wurde das neue, erweiterte Winterradprogramm aus dem Hause Carmani. Selbstverständlich konnte man auch einen Blick auf das aktuelle Sommerprogramm werfen, ganz neu ist hier zum Beispiel die Folienveredelung beim Verkaufsrenner Oxigin 14 Oxrock.

Zwar nicht mehr an gleicher Stelle, aber wieder in Halle 3 wie bei den Auftritten auf den Reifenmessen 2006, 2008 und 2010 zeigte sich die Autec GmbH (Schifferstadt) – auch ein Beleg dafür, dass sich Kontinuität auszahlt. Zumal bei einem Unternehmen wie diesem, das seit Jahren äußerst stabil ist, im Sortiment eher konservativ agiert und frei von jeglichen Show-Allüren. Daraus folge auch, so der Geschäftsführer Technik und Einkauf Dr. Hans-Uwe Berger zum Messeschluss gegenüber dieser Zeitschrift, dass man – nach zwei guten Jahren 2010 und 2011 im Rädermarkt – auch in einem schwierigen Rädermarkt Frühjahr 2012 gefeit sei vor Schnellschüssen (womit er preisliche Ausrutscher meinen dürfte, denn zum Messezeitpunkt waren die Winterräderpreise von Autec jedenfalls noch nicht bekannt) und statt dessen auf die hauseigenen Tugenden setze wie gute Verfügbarkeit und den stets weiterentwickelten Felgenkonfigurator, der sich positiv von den Standardlösungen des Marktes abhebt.

Mit dem Publizieren von Neudesigns hält sich Autec ebenfalls immer so lange zurück, bis auch alles festgezurrt ist. Als die „Reifen“ dann Anfang Juni 2012 ihre Pforten öffnete, fehlte dennoch Autecs aktuelle Räderkollektion nicht und spiegelte wider, dass man auch in Schifferstadt weiß, dass das Publikum wissen will was kommt: Ihre Weltpremiere feierten also drei neue Designs für die Wintersaison 2012: Typ X (alias Xenos) in Brillantsilber, Typ E (Ethos) in Schwarz matt sowie Typ Ap (Arctic plus) in Graphit. Weitere Messe-Highlights sollten die Designneuheiten aus dem Frühjahrsprogramm 2012 sein, nämlich Veron und Yucon, die jeweils in zwei exklusiven Farbvarianten angeboten werden. Veron in Schwarz matt diamond cut sorgt durch sein filigranes Design und die schwarz matte Lackierung für Dynamik, die durch den hinterdrehten Bereich im Felgenbett betont wird. Veron in Kristallsilber beeindruckt durch seine Highgloss-Lackierung. Yucon schließlich verfügt über einen kraftvollen Charakter dank seiner Speichenführung und der ausgeprägten Konturen im Mittenbereich. Während die titansilberne Variante Sportlichkeit vermittelt, überzeugt das schwarz polierte Rad eher durch Eleganz. Übrigens: Nach guter Messetradition gab es für alle Besucher wieder ein erfrischendes Eis am Autec-Stand – wovon reger Gebrauch gemacht wurde, wie Beobachter berichteten: Die NEUE REIFENZEITUNG hatte ihren Messestand in direkter Nachbarschaft.

Nach der Abstinenz vor zwei Jahren war auch das Stahl-/Alurädergespann Kronprinz/Magma wieder auf der Messe vertreten und profitierte offenkundig (ergab der Blick in den Katalog) beim Standort von der Absage des vor einigen Wochen verkauften Mitbewerbers proLine, sodass der attraktive Messeplatz in Halle 3 frei wurde und sich der ehemalige Lokalmatador (erinnert sei an den Räderspezialisten Berger/Essen) wohl als erster anbot. Und wie er das gemacht hat: Thomas Vogel, bei der Kronprinz GmbH – einem Unternehmen der mefro-Gruppe – für Merketing Services verantwortlich, berichtet auf telefonische Nachfrage von äußerst guter Resonanz vor allem an den Messetagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag auf dem Standareal, zeigt sich aber auch ein wenig überrascht, dass die Internationalität so hoch war und mancher deutsche Marktteilnehmer wohl zu Hause geblieben sei.

Verkaufsdirektor Gottfried Schwaner erklärt die Philosophie des einzigen Anbieters von Pkw-Aluminium- und Pkw-Stahlrädern für das Ersatzgeschäft auf der Messe. Beim alternativen Angebot „von Stahl und Aluminium“ wolle man ohne großen Mengendruck arbeiten, verzichte bei Aluminiumrädern gezielt auf Tuningprodukte, sondern ziele beispielsweise auf das möglichst einfache Winterrad – schließlich komme man als Anbieter „über den Winter“. Für den Leichtmetallbereich (die Räder werden aktuell sämtlich in Malaysia und Indonesien hergestellt) heißt das, dass sich das Design „Seismo“ bereits seit 2006 bewährt habe, „Interio“ im Jahre 2011 gut eingeschlagen sei und man jetzt mit „Tezzo“ einmal „Mut zur Kante“ (O-Ton) zeige. Die mehr als 20 Mitarbeiter am Standort in Solingen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Kunden möglichst „mundgerecht“ zu bedienen, ob die Räder nun aus Aluminium oder Stahl seien.

Aluräder auch in den Hallen 2 und 6

Ob die eher willkürlich erscheinende Verteilung der sonstigen Aluräderanbieter auf die beiden Hallen 2 und 6 so glücklich war, soll hier nicht beurteilt werden. Manch ein Anbieter war aber auch für den mit den örtlichen Gegebenheiten vertrauten Redakteur gar nicht so einfach auszumachen. Mit den meisten haben wir immerhin das Gespräch führen können.

Erstmals in der ansonsten ereignisreichen Geschichte der Marke RH Alurad (die aber außer den Initialen nichts mehr mit ihrem Schöpfer zu tun hat) war das Attendorner Unternehmen auf der Reifenmesse in Essen vertreten, mit dabei auch der geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter Wolfgang Böhmer: Der will nicht schönreden, aber bei dem Zuschlag für seine Unternehmensgruppe zum 1. Januar 2010, den damals insolventen Aluradanbieter RH zu überübernehmen, habe man sehr wohl sehr genau gerechnet und das unternehmerische Risiko in Grenzen gehalten. Böhmers unternehmerische Strategie ist beim Geschäftsfeld Aluminiumräder ganz „auf Kontinuität ausgelegt“, man wachse in diesem schwierigen Markt sogar, wenn auch langsam, und es sei möglich, mit Aluminiumrädern Geld zu verdienen.

Mitgeschäftsführer und Minderheitsgesellschafter Wolfgang Späth, langjährig erfahren in der Räderbranche, ergänzt, dass man beim RH-Programm auf eine positive Resonanz im Markt stoße, bei der zweiten Marke Artec aber noch Nachholbedarf besteht: „Da müssen wir noch aufstocken.“ In Essen jedenfalls wurde das komplette Programm gezeigt, herausragend dabei sicherlich die Saisonhighlights in Form eines ultraleichten exklusiven Schmiederades für Porsche namens „RS One Forged“ in zwei 20-Zoll-Größen, eines sportlichen 19“-Vielspeichenrades für Porsche namens „GT“, des „Deep Concave“-Designs BZ Agrano und last, but not least des „Energy“-Rades in 7×16, 8×17 und 8×18 Zoll und den Oberflächenalternativen Brillantsilber oder schwarz poliert für die Mittelklasse. Zu Letzterem passt ein eigens gemixter Energy-Drink, der am Stand gereicht wurde.

Die Winterkollektion von „MSW – designed by OZ“ stand beim in Biberach ansässigen Deutschland-Distributeur des italienischen Felgenspezialisten OZ im Zentrum des Messeauftritts. Überhaupt hätte sich diese zweite Marke, aber auch Sparco positiv entwickelt, bekräftigen OZ-Geschäftsführer Wolfhard von Heyking und Verkaufsleiter Robert Kuschnierz auf dem Stand. Dagegen sei das Geschäft mit der Premiummarke OZ schwierig und verlange ein hohes Engagement. Aber aktuell geht es ohnehin darum angesichts des anstehenden Wintergeschäfts, einmal mehr zu transportieren, dass auch im preissensiblen Wintersegment höchste OZ-Ansprüche in Qualität, Design und Verarbeitung realisierbar sind. Die Marke MSW steht seit fast drei Jahrzehnten für anspruchsvollen Stil und ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis, war allerdings zwischenzeitlich mal für einige Jahre aus dem Programm verschwunden. Die aktuelle Kollektion an Winterrädern schließt nahtlos an diese Philosophie an bzw. greift sie wieder auf.

Von den einteiligen und im Niederdruckgussverfahren hergestellten MSW-Rädern hatte OZ zur Reifenmesse die vier Modelle „14“, „15“, „19“ und „22“ herausgestellt. Das Fünfspeichenrad MSW 14 wertet das Auto mit seiner offenen Bauweise auch mit der Winterbereifung deutlich auf. Die profilierten, bis an den äußeren Felgenrand gezogenen Speichen bringen dabei gleichermaßen Robustheit und Sportlichkeit zum Ausdruck. MSW 14 ist im klassischen und unverwüstlichen Silber in 14, 15, 16 und 17 Zoll für viele Lochkreise mit Fünflochanbindung zu haben. Klassisch italienische Eleganz soll das MSW 15 durch sechs Speichen, die flach geformt und in fließenden Kurven von der Radmitte bis zum äußeren Felgenrand verlaufen, vermitteln. Das Rad ist in 16 Zoll in Silber erhältlich. Die Handschrift des Designteams von OZ charakterisiert auch das MSW 19: Fünf trapezförmige und seitlich profilierte Speichen schließen an die Nabenkappe an und schließen an den äußeren Felgenrand an, der sehr filigran ausgeführt ist und so den sportlichen Charakter unterstreicht. Das Finish ist in Silber oder „Grey Silver“ erhältlich – angeboten wird das Rad in 14, 15, 16, 17 und 18 Zoll. Abgerundet wird die Winterkollektion schließlich durch das MSW 22, dessen Designsprache von den anderen Rädern der Winterkollektion deutlich abweicht. Bei dem in Matt-Schwarz, Silber und „Grey Silver“ erhältlichen Rad fallen fünf Doppelspeichen ins Auge, die mit ihrem kantigen und massiven Profil sehr harmonisch in den flach auslaufenden und angeschrägten Felgenrand auslaufen. So erreicht das Design an den fließenden Linien moderner Fahrzeugformen einen sportlichen und unverwechselbaren Kontrast, der dem Automobil den individuellen Auftritt verschafft, den sich viele Kunden auch in der kalten Jahreszeit wünschen.

Der Blankenburger Leichtmetallradanbieter Wheelworld GmbH konnte während der Messezeit seine Affinität zu den neuen Medien dokumentieren und berichtet einerseits von der komplett neu überarbeiteten Internetseite des Unternehmens www.wheelworld.de. Die soll unter dem Motto „Qualitätsräder mit ABE“ seriennahe Umrüstanwendungen und trendige Designs für jeden Geschmack bieten. Diese Marke stehe vor allem für qualitativ ausgezeichnete Produkte mit attraktiven Kaufpreisen, teilt Wheelworld-Macher Rolf Bene mit, der sein Team auf der Messe gleich zum Gemeinschaftsfoto zusammentrommelte. Highlights der neuen Website sind im Übrigen die Suchfunktion nach Fahrzeugen und eine schnelle Download-Möglichkeit der aktuellen ABEs und Gutachten. Radanwendungslisten und Technische Datenblätter können ebenfalls von den Websites des Anbieters als kostenlose Downloads bezogen werden. Andererseits wird auf den neuen B2B-Onlineshop der beiden Leichtmetallrädermarken Axxion (www.axxion.net) und Wheelworld verwiesen, der außer der komfortablen Suchfunktion auch aktuelle Abfragen der Lagerbestände und eine schnelle Bestellroutine beinhaltet und so künftig das Bestellen von Axxion- und Wheelworld-Rädern kinderleicht machen soll. Wer sich unter www.wheelworld.de registrieren lasse, der werde kurzfristig freigeschaltet, lautet das Versprechen.

Besuch auf dem Stand der Drewske Tuning GmbH (Bad Salzuflen): Dessen Geschäftsführer Christian Drewske hat sich vorgenommen, die altbekannte, aber vor Jahren vom hiesigen Markt verschwundene Italomarke Fondmetal in den deutschen Aluminiumrädermarkt zurückzubringen. Nicht „auf die Schnelle“ über den Preis, denn da wäre Fondmetal ohnehin fehlplatziert, aber durch geduldiges Handeln. Obendrein hat er die zweite Fondmetal-Marke „Radius“, die auch schon einige Stationen im deutschen Rädermarkt durchlaufen hat, im Angebot sowie natürlich sein eigenes Programm „A-Design“, das er außer bei Fondmetal aktuell auch bei etabeta ebenfalls in Italien herstellen lässt. – Deutliche Indizien, dass hier einer nicht auf den ohnehin überbesetzten Markt der Budgeträder drängt, sondern sich als Anbieter von Qualitätsrädern etablieren will.

Das gilt auch für Diewe Wheels (Ried, etwa eine halbe Autostunde von München entfernt). Die Marke kann zwar angesichts eines offiziellen Verkaufsstarts im September 2011 noch als Newcomer bezeichnet werden, ist aber gleichzeitig Tochtergesellschaft eines renommierten Unternehmens, das seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten im Markt ist. Der Bereichsleiter Einkauf Andreas Riedlberger und der Bereichsleiter Verkauf Josef Ankner, mit denen die NEUE REIFENZEITUNG auf der Messe das Gespräch gesucht hatte, sind freilich keine Newcomer, sondern haben das Metier bei einem bekannten Marktteilnehmer (delta4x4) bereits jahrelang bearbeitet. Während in der Unternehmensgruppe etwa 120 Mitarbeiter tätig seien, wie die beiden schätzen, sind es im Räderteam aktuell acht. Man wolle mit ausgewählten Kunden den deutschen Markt abdecken – bereits nennen kann man Stahlgruber und Vergölst –, vermeiden dass man in die Schublade der Billiganbieter gesteckt wird und darum nicht wachsen um des Wachsens willen. Im Rumpfjahr 2011 habe man 10.000 Räder verkaufen können, heuer wurde als Ziel 60.000 vorgegeben. Ja, man beziehe auch aus Fernost Räder, aber die zweite Bezugsquelle ist in Italien beheimatet, sodass man nicht partout darauf aus sein dürfte, den preisgünstigsten Produzenten zu finden. Auf der Messe habe man Interesse an der Marke feststellen können, auch aus dem Ausland, weshalb es richtig gewesen sei, sich in Essen zu zeigen. Und zwar nach den beiden Premierenrädern „Allegrezza“ und „Trina“ mit aktuell bereits fünf Designs in Größen von 5,5×15 bis 9×20 Zoll, für 2012 seien noch zwei weitere Stylings in Vorbereitung, wobei dann die Größenpalette bis auf 10×22 Zoll nach oben abgerundet werden soll.

Edoardo Gherzi ist Verkaufsleiter der hierzulande noch jungen Marke Avus Racing. Der Name ist bewusst gewählt und erinnert an die legendäre Berliner Rennstrecke. Während einige andere kleinere italienische Hersteller aufgrund der Kosten (TÜV) einen Bogen um den deutschen Ersatzmarkt machen, habe das kleine Familienunternehmen RVS (Castelfranco/Venetien) gezielt ein Aluräderprogramm für diesen Markt aufgelegt. Der Produzent ist auch vielen langjährigen Aluräderexperten nicht bekannt, ein wenig kokettiert Gherzi im persönlichen Gespräch auf der „Reifen“ auch mit dem „Klein-aber-fein“-Argument. Man sei zwar Kompletthersteller vom (Niederdruckkokillen-)Guss bis zur Lackierung, verfüge bei drei Gießautomaten aber lediglich über eine Jahreskapazität von knapp 200.000 Einheiten. Aufgrund der Größe sei man aber durchaus in der Lage, auch einmal Kleinserien im Auftrage anderer herzustellen, ab etwa 160 Einheiten könne man sich solch einen Fremdauftrag vorstellen und auf Referenzen (so Veredler Lorinser) verweisen. Insofern mag Gherzis Präsenz in Essen während der Reifenmesse nicht nur dem Bekanntmachen der eigenen Marke Avus Racing gedient haben, sondern auch der Akquise von Offtake-Aufträgen. detlef.vogt@reifenpresse.de

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