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Point S Development zieht positive Bilanz – Bruch mit Michelin in Frankreich

Das vergangene Jahr sei für die europäische point-S-Organisation „das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Gründung der point S Development“ gewesen, bilanziert die point S Deutschland GmbH, die zusammen mit point S France Gesellschafter von point S Development (Lyon) ist. Während die Netzwerkabdeckung in Europa 2006 aus zehn Ländern bestand, ist diese Zahl mittlerweile auf 25 angestiegen, aus 1.400 Servicecentern seien über 2.400 geworden, heißt es weiter in der Mitteilung. „Diese positive Entwicklung sowie die Bündelung der Einkaufsvolumina“ seien die Gründe für den Erfolg der point S Development 2011, heißt es dazu weiter. Zeitgleich zu dieser positiven Bilanz, die point S auf europäischer Ebene zieht, machen Informationen die Runde im Markt, wonach point S France mit Michelin in Frankreich nun komplett gebrochen hat.

Quellen zufolge haben point-S-Partner im vergangenen Jahr europaweit einen Umsatz in Höhe von 1,6 Milliarden Euro erzielt und dafür rund 13,5 Millionen Pkw- und Lkw-Reifen verkauft, was für einen Marktanteil von rund sechs Prozent in den 23 europäischen Ländern stand, in denen point S 2011 vertreten war (inklusive der Türkei). Als weiteren Grund für diese „positive Geschäftsentwicklung“ nennt Rolf Körbler, Geschäftsführer von point S Development und point S Deutschland „die entsprechenden Vereinbarungen mit unseren Lieferanten auf europäischer Ebene sowie die steigenden Marktanteile dieser sogenannten ‚preferred supplier’ in den Ländern“. Resultierend aus dieser Geschäftsentwicklung hätten die einzelnen Landesorganisationen eine Rekordausschüttung erhalten, „sodass jedes einzelne Land von dieser Entwicklung profitieren konnte“.

Die europäische point S sei bestrebt, maximale Synergien bei kompletter Unabhängigkeit zu erreichen, schreibt point S Deutschland weiter. Und man sei in Lyon stolz darauf, „dieses Ziel auch erreicht zu haben. Die Unabhängigkeit unserer Kooperation ist ein zentraler Bestandteil unserer Philosophie, und wir sind von keinem einzigen Lieferanten wirtschaftlich abhängig“, unterstreicht Fabien Bouquet, International Operations Director der point S Development. Körbler führt weiter aus: „Selbst für den Fall, dass ein Hersteller wegfallen sollte, hat dieses keinerlei Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der point S Development.“

Inwieweit der Wegfall eines Herstellers Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Kooperation bzw. ihrer verschiedenen Landesorganisationen haben könnte, kann man vielleicht demnächst am Beispiel Frankreich erleben. Opens external link in new windowWie berichtet, hatte Christophe Rollet, Geschäftsführer der point S France und der point S Development, Anfang des Jahres seine 280 Partner mit ihren 430 Betrieben zum Michelin-Boykott aufgerufen, nachdem man sich mit dem Marktführer in Frankreich nicht über die Konditionsgestaltung und die Overhead-Zahlungen einig werden konnte. Offenbar, so wird kolportiert, hatte dieser Aufruf in Frankreich Erfolg, glichen die Einkaufszahlen über point S France bei Michelin doch einem „Desaster“, so ein Kenner des Unternehmens gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Berichten zufolge stehen Michelin-Reifen für wenigstens 40 Prozent der Umsätze der point-S-Partner in unserem Nachbarland; Rollet hatte Anfang des Jahres vermutet, die Bestellungen bei Michelin würden durch den Boykottaufruf um 30 bis 50 Prozent zurückgehen. Die Gesamtumsätze der Partner werden von point S France mit 385 Millionen Euro angegeben. Wie es aktuell heißt, habe Michelin in Frankreich jetzt wohl die Overhead-Zahlungen an point S France komplett eingestellt und sich damit selber ausgelistet. Das Verhältnis beider französischen Großorganisationen ist damit auf dem absoluten Nullpunkt angelangt.

Inwieweit diese Situation sich auch auf das Geschäft der europäischen point S Development auswirken wird, die ihrerseits mit der europäischen und nicht der französischen Michelin-Organisation zu tun hat und von ihr wiederum auch Overhead-Zahlungen erhält, muss sich erst zeigen. Anfang des Jahres waren die Verhandlungen dem Vernehmen nach auf europäischer Ebene noch recht vielversprechend verlaufen, hieß es damals. Sollte auch hier die Zusammenarbeit nicht fortbestehen, sollte sich sehr wohl ein Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der point S Development ergeben, sind sich Beobachter einig. arno.borchers@reifenpresse.de

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