BRV-Interview: Messe ist Brennspiegel für Produkte und Kommunikationsplattform

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Die Branche fiebert der Reifenmesse entgegen, die vom 5. bis zum 8. Juni ihre Tore in Essen öffnet. Nachdem die „Reifen 2012“ in diesem Jahr mit Blick auf die Ausstellerzahl bereits einen neuen Allzeitrekord aufgestellt hat, ist auch auf der Besucherseite wohl damit zu rechnen, dass die inzwischen bereits 27. Ausgabe der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Fachmesse einen neuen Bestwert aufstellt. Grund genug für die NEUE REIFENZEITUNG, sich mit Lothar Kerscher, Vizevorsitzender des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) und Reifenhandelsunternehmer, unter anderem über die Entwicklung der Branchenleitmesse oder die diesjährigen Highlights zu unterhalten. Schließlich hat der BRV als ideeller Träger der Messe deren positive Entwicklung entscheidend mitgeprägt.

NRZ: Die Reifenmesse 2012 steht bevor und sollte wieder ein voller Erfolg werden, so deuten es die Ausstellerzahlen jedenfalls an. Woher kommt diese Anziehungskraft?

Lothar Kerscher: Aus dem derzeitig aktuellen Anmeldestand von 645 Ausstellern aus 44 Nationen (67 Prozent Ausland, 33 Prozent Inland), das sind über zehn Prozent mehr als zur letzten Reifenmesse, und einer Bruttoausstellungsfläche von 60.000 m² (netto: 31.429 m²) kann man tatsächlich schließen, dass die „Reifen 2012“ die größte und internationalste seit ihrer Premiere vor 50 Jahren werden wird. Die diesbezügliche Anziehungskraft erklärt sich einerseits sicherlich damit, dass die Reifenmesse in Essen in ihrer Art als Messe rund um Reifen und Räder weltweit einmalig und eben mittlerweile die größte ist. Andererseits ist es der Messe Essen, gemeinsam mit dem BRV als ideellem Träger, gelungen, aus der ehemaligen Ausstellung eben eine internationale Messe zu entwickeln, d.h. mit einem umfangreichen und breit gefächerten Rahmenprogramm wie Fachtagungen, Symposien, Seminaren, Informationsveranstaltungen etc. neben der BRV-Mitgliederversammlung und der BIPAVER-Generalversammlung.

NRZ: Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk begleitet die Leitmesse des Reifenmarktes bereits seit Jahren als ideeller Träger. Inwieweit hat auch der BRV die Entwicklung der Reifenmesse in den vergangenen Jahren beflügelt?

Lothar Kerscher: Primäre Aufgabe des ideellen Trägers einer Messe ist ja nicht nur die Unterstützung bei der Akquisition von Ausstellern, sondern vielmehr die bei der inhaltlichen Konzeption und Ausgestaltung eines anspruchsvollen Rahmenprogramms, mit dem sich eine Messe – insbesondere mit internationalem Anspruch – eben von einer reinen Produktausstellung unterscheidet. Das ist uns zunehmend mit der Unterstützung einer Vielzahl von Branchenteilnehmern gelungen, und darauf sind wir zugegebenermaßen stolz.

NRZ: Während der vergangenen Jahre hat der BRV ein umfassendes Veranstaltungsprogramm zur Reifenmesse aufgebaut. Was sollten Messebesucher in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen?

Lothar Kerscher: Im Fokus der Messe stehen dieses Jahr sicherlich das Reifenlabel und die entsprechende BRV-Fachtagung und die gleichfalls dieses Jahr gesetzlich verbindlich werdende Ausstattung von Kraftfahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystemen (hier hinsichtlich der Auswirkungen auf das Reifenersatzgeschäft), aber auch der WdK-zertifizierte Reifenservice. Darüber hinaus bieten wir in Seminaren aber auch andere Themen, wie „Der Mensch – ein Sicherheitsrisiko?“ oder „Alles in Ordnung! Büroorganisation leicht gemacht“ an, sodass neben der „Pflichtveranstaltung“ für die BRV-Mitglieder, der Mitgliederversammlung, aber auch z.B. des Dekra-Reifensymposiums, wie man so schön sagt „für jeden etwas dabei sein“ dürfte.

NRZ: Warum sollte Ihrer Meinung nach niemand die Messe verpassen?

Lothar Kerscher: Nirgendwo anders auf der Welt als in Essen findet man die komplette, weltweite Anbieterseite rund um Reifen, Räder, der diesbezüglichen Werkstattausrüstungen etc. an einem Ort versammelt. D.h. die „Reifen“ in Essen ist sowohl aktueller Brennspiegel aller Produktentwicklungen und Innovationen in unserer Branche als auch nationale und insbesondere internationale Kommunikationsplattform der Reifenbranche. Wenn das kein Muss für jeden Reifenfachmann/Reifenfachhändler ist?!

NRZ: Das große Thema der diesjährigen Reifenmesse wird ohne Frage das Reifenlabel sein. Erwarten Sie dazu interessante Bekanntmachungen (etwa zu den Labelwerten einiger Hersteller oder inhaltlich)?

Lothar Kerscher: Bekanntermaßen dürfen die Reifenhersteller erst ab 30. Mai 2012 ihre Labeldaten veröffentlichen, wir rechen aber stark damit, dass einige Hersteller auch die Reifenmesse nutzen, dies zu tun. Darüber hinaus wird das Thema Reifenlabel – wie gesagt – in einer BRV-Fachtagung und beim Dekra-Reifensymposium inhaltlich behandelt werden.

NRZ: In früheren Jahren galten Messen generell als Veranstaltungen, zu denen neue Produkte eingeführt wurden. Gilt das heute immer noch? Oder sind Messen – auch die Reifenmesse – heute eher Treffpunkte von Marktteilnehmern, wo Kontaktpflege stattfindet?

Lothar Kerscher: In den früheren Jahren waren das meines Erachtens – wie ebenfalls schon gesagt – primär produkt- und ausrüstungsbezogene Ausstellungen, und eine Messe – nach unserem Verständnis – ist neben dem bereits angeführten aktuellen Brennspiegel aller Produktentwicklungen und Innovationen in unserer Branche insbesondere auch nationale und internationale Kommunikationsplattform der Reifenbranche. ab/cm

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