Fakten kombiniert mit Kunst/Philosophie/Kultur in Pirellis Geschäftsbericht

Geschäftsberichte sind Pflichtpublikationen, in denen sich Bleiwüsten und Zahlenkolonnen aneinander reihen? Nicht so bei Pirelli. Der Geschäftsbericht 2011 hat Analysten und Aktionäre zugleich überrascht, als er am 10. Mai 2012 in der Mailänder Konzernzentrale präsentiert wurde. Insbesondere durch sein Konzept, denn es vereine betriebswirtschaftliche Fakten mit Kunst, Philosophie und Kultur. Vier international renommierte Autoren haben dabei für Pirelli zur Feder gegriffen. „In ihren Beiträgen stellen sie teils überraschende, teils provokante Überlegungen an, deren Ausgangspunkt entweder das italienische Unternehmen oder sein Hauptprodukt ist, der Reifen“, heißt es dazu in einer Mitteilung. So wirft der deutsche Schriftsteller, Essayist, Philosoph und Herausgeber Hans Magnus Enzensberger etwa die Frage auf: Wie konnte sich eine kleine Gummifabrik, vor 140 Jahren in Mailand gegründet, der kreativen Zerstörung widersetzen, die für kapitalistische Wirtschaftsysteme so typisch ist? Und der bereits so viele Konzerne zum Opfer fielen? Drei Antworten hat er für seine Leser parat.

Dass aus den „Staaten von Amerika“ die „Vereinigten Staaten von Amerika“ wurden, sei nach Meinung des US-amerikanischen Reiseschriftstellers und Fotojournalisten William Least Heat-Moon allein das Verdienst von Reifen. Weil zudem lange Autofahrten die wahre Religion der US-Amerikaner seien, wäre es ein zeitgemäßer Ausdruck amerikanischer Kultur, die 50 Sterne in der Nationalflagge durch 50 Reifen zu ersetzen.

Die legendären Cinturato-Reifen von Pirelli inspirierten den argentinischen Autor und Essayisten Guillermo Martínez zu einer Short-Story. Darin klärt ein alter, erfahrener Taxifahrer mithilfe seines Wissens über diese Pneus einen Mordfall auf.

Was eint und was trennt Künstler und Ingenieure? Worin ist die Technologie der Kunst überlegen? Wer den Beitrag des spanischen Schiftstellers und Literaturprofessors Javier Cercas liest, könne plausible Erklärungen finden.

Doch es seien nicht nur diese Texte, „die den Pirelli-Geschäftsbericht zu etwas Besonderem machen. Hinzu kommen 15 Illustrationen des bekannten niederländischen Grafikdesigners Stefan Glerum. In jedem seiner Bilder interpretiert er eine Eigenschaft oder ein Merkmal, deren Kombination die Marke Pirelli ausmacht – unter anderem Zuverlässigkeit, Transparenz, Vertrauen und Know-how“, schreibt Pirelli weiter. „Diesen Geschäftsbericht werden nicht nur Analysten und Aktionäre mit Gewinn zur Hand nehmen.“ cm/ab

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