Bridgestone UK: Integration von Bandag und Bulldog kommt voran

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Fünf Jahre, nachdem die NEUE REIFENZEITUNG sich zuletzt in Bridgestones britischer Runderneuerungseinrichtung in Bourne, Lincolnshire, umgesehen hat, können die damals präsentierten Pläne jetzt in ihrer Umsetzung betrachtet werden. Equipment wurde modernisiert, Prozesse verbessert und die Entwicklung der Unternehmensphilosophie zeigt, dass das Unternehmen eine neue Gestalt angenommen hat und – wenn man so will – jetzt besser in die Bridgestone/Bandag-Form passt und gleichzeitig aber auch die für den lokalen Markt notwendige Flexibilität besitzt.

Bei unserem letzten Besuch 2007 lag die Produktion an runderneuerten Reifen bei rund 75.000 pro Jahr. Jetzt kommt das Unternehmen allein bereits auf eine Kapazität von 70.000 Heißrunderneuerten pro Jahr; dazu kommen noch einmal rund 40.000 Kaltrunderneuerte. Laut Bridgestone ist die Einrichtung in Bourne damit die größte Fertigungsstätte kaltrunderneuerter Reifen in Großbritannien und kommt insgesamt auf eine Gesamtkapazität von 125.000 Reifen. Gleichzeitig sind rund 6.500 runderneuerte Lkw-Reifen ständig am Lager; weitere können im Zentrallager in Coventry gelagert werden.

Zusammen mit der Produktionskapazität, über die Bridgestones Bandag-Franchisepartner verfügen, die seit der Bandag-Übernahme durch Bridgestone 2005 sozusagen ‚zur Familie’ gehören, kann das Unternehmen auf eine zunehmende Marktpräsenz auf dem britischen Runderneuerungsmarkt bauen. Während genaue Zahlen nicht verfügbar sind, kann man doch davon ausgehen, dass der Output der britischen Bandag-Franchisepartner dem des 2005 von Bridgestone übernommenen Runderneuerers Bulldog entspricht. Folglich könnte sich der Marktanteil von Bridgestone/Bandag in Großbritannien auf bis zu 25 Prozent summieren, abhängig vom Volumen des britischen Marktes insgesamt. Historisch gesehen hatte der britische Markt stets ein Volumen von rund einer Million runderneuerter Lkw-Reifen, wobei dies im Zuge der vergangenen Krise auf 75 Prozent gesunken sein dürfte. Die Nachfrage steigt indes wieder, dennoch gibt es kaum belastbare Daten über das aktuelle Marktvolumen.

Bridgestone – bis zur Übernahme 2005 bekannt als Bulldog Remoulds – betreibt zwei vollautomatisierte Abraumaschinen, von denen eine die Reifen für die Kalt-, die andere für die Heißrunderneuerung vorbereitet. Wie das Unternehmen erklärt, ist der Output heute in etwa zu gleichen Teilen in Heiß- und Kalterneuerung aufgeteilt. Dies ist in dem historisch sehr von der Heißrunderneuerung dominierten britischen Markt bemerkenswert. Dies ist aber umso bemerkenswerter, da die Produktion vom größten Neureifenhersteller der Welt betrieben wird; andere ähnliche Beispiele in Europa zeigen, dass Neureifenhersteller sehr zur Heißrunderneuerung neigen. Als die NEUE REIFENZEITUNG 2007 das Unternehmen besuchte, war die Bulldog-Übernahme durch Bridgestone noch ganz frisch. Das damals ausgegebene Ziel, 60 Prozent der in Bourne Runderneuerten sollten Heißrunderneuerte sein, scheint somit heute erreicht zu sein.

Aufgrund der strengen Qualitätskontrollen sammelt Bridgestone jedes Jahr rund 130.000 Karkassen in seinem Händler-/Kundennetzwerk wie auch über spezialisierte Karkassenhändler ein. Alles in allem beschreibt das Unternehmen dieses Verfahren als „die effizienteste Sammlung in Großbritannien“. Alle Karkassen, die zusammengetragen werden, lagern unter Dach, was bereits früh beschlossen wurde.

Etwas, das 2007 ebenfalls als Ziel ausgegeben wurde, war die Einrichtung einer Monorail-Bahn zum Transport der Karkassen und Reifen in der Produktionsstätte; sie sollten den Boden nicht berühren. Mittlerweile ist das Monorail-Konzept komplett umgesetzt, was zu einer deutlich erhöhten Produktqualität führe. Ein weiteres Symbol, das die Integration der Bourne-Einrichtung in den Bridgestone-Konzern heute weitestgehend geschafft ist, ist die kontinuierliche Anlieferung der Mischungen für die Heißrunderneuerung; diese werden bei Bridgestone in Spanien gefertigt. Außerdem werden die Mischungen natürlich auf Bridgestone-Karkassen verwendet. Die Reichweite des Bandag-Netzwerkes in Großbritannien sorge dafür, dass der Nachschub an Bridgestone-Karkassen gesichert sei.

Die Fähigkeit, genügend runderneuerungsfähige Karkassen im eigenen Netzwerk zu halten, zeigt sich insbesondere in Zeiten der Krise als überaus wichtig. Jetzt fragt zwar auch die Erstausrüstung wieder mehr Lkw-Reifen nach, doch die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise vor zwei Jahren machen sich bei den Karkassen gerade jetzt richtig bemerkbar.

In den Jahren seit der Übernahme 2007 wurden Berichte bei Bulldog über Investitionen in der Größenordnung von mehreren Hunderttausend Euro veröffentlicht; heute stellt sich das Gefühl ein, man habe die Umstellung der Produktion fertiggestellt. chris.anthony@tyrepress.com/ab

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