Gomme Piave und SD Meccanica kooperieren bei Neuentwicklung

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Erst vor Kurzem konnte Gomme Piave – ein Unternehmen aus dem italienischen Treviso, das sich der EM-Reifenrunderneuerung verschrieben hat – seinen 50. Geburtstag feiern. Trotz der Unwägbarkeiten, durch die die Branche gegangen ist, hat man dort dennoch nie den Willen zur Innovation verloren. „Als die Runderneuerung in den 1950er Jahren aufkam, hat sich Italien schnell zu einem der führenden Länder darin entwickelt, dessen Tradition auch heute noch sehr stark ist. Es gibt kein Land in Europa, das sich dieser speziellen Fähigkeiten dermaßen rühmen kann“, erklärt Augusto Favaro, Inhaber von Gomme Piave.

Das Unternehmen selbst wurde dann 1960 als Runderneuerer von Pkw-, Lkw-, Landwirtschafts- und Erdbewegungsmaschinenreifen gegründet. In den frühen 1990er Jahren fiel dann die Entscheidung, sich auf den Nischenmarkt der EM-Reifen zu spezialisieren, woraufhin in dafür notwendige Maschinen und Werkzeuge investiert wurde. Erst dann habe man das gesamte Sortiment an Größen und Profilen wirklich abdecken können. Heute ist Gomme Piave für diese klare Ausrichtung in ganz Europa bekannt und setzt mittlerweile jeden zweiten Euro außerhalb Italiens um, wobei die Märkte Österreich, Deutschland, Kroatien, die Slowakei, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich und Spanien zu den wichtigsten Exportmärkten zählen. Eine der Stärken des Unternehmens ist die große Bandbreite an Produkten; auch Kran-/Hafenreifen oder solche, die auf Schrottplätzen und Müllhalden Anwendung finden, gehören zum Gomme-Piave-Sortiment.

Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, habe man kontinuierlich weiter in die eigene Technologie investieren müssen. Laut Favaro werde das Geschäft heute hauptsächlich dadurch erleichtert, dass Technologien, die jahrelang nur wenigen zugänglich waren, heute auch kleinen und mittleren Unternehmen nicht mehr verwehrt bleiben. „Die Maschinenhersteller richten sich allerdings zunehmend auf die Bedürfnisse der Neureifenhersteller aus. Für die Runderneuerung von EM-Reifen hingegen geht es darum, speziell auf diese Produktionswirklichkeit ausgerichtete Anlagen zu bauen“, so Favaro weiter. Wie der Inhaber von Gomme Piave – selber aus einer Familie mit langer Tradition im Spezialmaschinenbau stammend – fortführt, werde diese Notwendigkeit immer größer in der Nische der Erdbewegungsreifen; maschinelle Entlehnungen aus der Lkw-Reifenrunderneuerung seien nicht immer auch in der Runderneuerung von EM-Reifen anwendbar.

Daher hatte Favaro etwa auch die Idee, das Säubern bzw. Ausschleißen und Reparieren der Karkassen nach dem Abrauen zu automatisieren, was sowohl die Arbeitskosten senken als auch die Gleichmäßigkeit der produzierten Qualität anheben soll. Um diese ursprüngliche Idee in die Tat umzusetzen, hat Gomme Piave den Schulterschluss mit den Spezialisten von SD Meccanica aus Rovereto gesucht. Nach der Verwirklichung des ersten Prototyps plant das Unternehmen jetzt sogar die Aufnahme dieser innovativen Maschine in seinen Katalog, und zwar sowohl für die Runderneuerung von Lkw- wie auch von EM-Reifen.

Diese neue hochgradig automatisierte Maschine nennt sich „Crater OTR“ und ist seither – natürlich – bei Gomme Piave in Treviso im Einsatz. Diese Maschine erkennt automatisch Mängel und Defekte in der Oberfläche der abgerauten Karkasse, schleift die betreffenden Stellen aus und baut sie mit neuem Material wieder auf. „Das Schwierigste an der Entwicklung und am Bau dieser Maschine war es ihr beizubringen, mit welchen möglichen Schäden sie konfrontiert sein würde und wie damit dann umzugehen wäre, also etwa welches Werkzeug auf welche Art und Weise zu benutzen ist“, so Favaro.

SD Meccanica weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass man für den „Crater OTR“ natürlich weltweit die Patentrechte hat und dass es weltweit auch nichts Vergleichbares am Markt gibt. Unternehmen, die ohne diese Neuentwicklung auskommen, haben einen stark von Handarbeit abhängigen Prozess; dies verursache natürlich hohe Kosten, von der Suche fähiger Arbeiter für diese Aufgabe einmal ganz abgesehen. „Die Qualität der Produkte und der Prozesse sind heute wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg“, führt Favaro weiter aus, und ergänzt: „Heute bedeutet Qualität vor allem, mit der notwendigen Zielstrebigkeit und Ernsthaftigkeit an die Sache heranzugehen und niemals den Kunden aus den Augen zu verlieren.“ lucia.tonini@pneusnews.it/ab

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