Leader Tread aus Südafrika bereit für weiteres Wachstum

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Jedes Jahr werden in Südafrika rund 2,3 Millionen Lkw-Reifen verkauft, von denen die eine Hälfte aus Neureifen besteht, die andere aus Runderneuerten. Zu den Wettbewerbern im Land, die sich um Marktanteile in der Runderneuerung bemühen, sind globale Namen wie Bridgestone-Bandag, Michelin oder Goodyear Dunlop. Zu den traditionsreichsten Marktteilnehmern jedoch gehört die in Südafrika heimische Firma Leader Tread. Das Unternehmen mit Sitz in Johannesburg ist seit knapp einem halben Jahrhundert in der Runderneuerung aktiv und konnte sich in den vergangenen Jahren auch außerhalb Afrikas einen guten Namen machen. Jetzt sprach die NEUE REIFENZEITUNG mit Leader-Tread-Geschäftsführer Brett Sproson über die Wachstumspläne des Unternehmens in der Runderneuerung und der Materialherstellung.

Im Mittelpunkt des Leader-Tread-Produktsortiments stehen ganz klar die Kaltlaufstreifen, so Brett Sproson, die in verschiedenen Segmenten angeboten werden und als „umfassend“ beschrieben werden. Zu den zentralen Marken, die Leader Tread führt, zählen „Plus“ und „OTR“ sowie die eigene Standardlinie. „Wir entwickeln unsere Produkte ständig weiter, um mit den sich ändernden Marktanforderungen Schritt zu halten“, erklärt Sproson. In diesem Zusammenhang kündigt der Geschäftsführer die Einführung einer neuen Laufstreifenfamilie namens „Eco Tread“ an, deren Produkte mit besonderem Blick auf die Verringerung des Rollwiderstands entwickelt werden. Noch im Laufe dieses Jahres sollen die ersten „Eco-Tread“-Laufstreifen auf den Markt kommen und den Kunden „exzellente Einsparmöglichkeiten bei den Kosten pro Kilometer“ bieten, so Sproson weiter. Es sei zu erwarten, dass Kunden, die bisher auf die Standardlaufstreifen von Leader Tread bzw. die „Plus“-Produktlinie gesetzt haben, künftig „Eco Tread“ bevorzugen werden; das Einsparpotenzial der neuen ‚grünen’ Laufstreifen sei jedenfalls überzeugend, so der Geschäftsführer weiter.

Zusätzlich zu den Verkäufen auf Exportmärkten, auf denen Leader Tread dann künftig seine drei Produktgruppen „Plus“, „OTR“ und „Eco Tread“ anbieten will, gehört der südafrikanische Reifenmarkt mit seinem Volumen von jährlich 2,3 Millionen Lkw-Reifen – neu und runderneuert – zu den wichtigsten Märkten des Johannesburger Unternehmens.

Leader Tread selber möchte über Marktanteile in Südafrika keine Details nennen. Marktberichten zufolge liegt der Anteil runderneuerter Reifen am Gesamtmarkt aber bei beachtlichen 50 Prozent – auf einen Neureifen werden 1,04 Runderneuerte verkauft. Und Sproson geht sogar davon aus, dass sich der Anteil runderneuerter Reifen noch weiter steigern ließe, wenn mehr Karkassen als bisher für eine mehrfache Runderneuerung erhältlich sein würden. „Wir nehmen eine Verbesserung der Runderneuerungsfähigkeit der Karkassen aus Asien zur Kenntnis“, so der Geschäftsführer weiter.

Leader Tread ist Teil der Leader Rubber Company. Auch wenn die Herstellung von Laufstreifen für Lkw- und OTR-Reifen das Kerngeschäft des südafrikanischen Unternehmens ist, vertreibt es darüber hinaus noch Bindegummi sowie weitere in der Runderneuerung gebräuchliche Kleinteile sowie Maschinen und Werkzeuge. Der aktuelle Leader-Tread-Katalog gibt darüber einen Überblick.

Neben dem Handel mit Laufstreifen, notwendigem Zubehör und Ausrüstungsgegenständen bietet Leader Tread außerdem Schulungsmaßnahmen für die Anwender seiner Produkte an. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den lokalen Kunden „Retyre“ zum ersten offiziell akkreditierten Leader-Tread-Runderneuerungspartner ernannt; weitere Unternehmen folgen. „Qualitätskontrolle und Sicherheit ist von zentraler Bedeutung für jeden unserer Kunden“, betont Sproson. „Das Leader-Tread-Akkreditierungsprogramm soll unsere Partner mit Richtlinien und Fähigkeiten versorgen, um die Qualität ihrer Produkte, ihrer Produktion zu überwachen und zu verbessern und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu steigern. Wir haben jüngst sechs weitere Händler akkreditiert und arbeiten derzeit daran, alle unsere Händler einzubeziehen.“

Zusätzlich zum Programm an Kaltlaufstreifen und Schulungen/Fortbildungen für die Runderneuerungspartner ist das südafrikanische Unternehmen selbst noch als Runderneuerer am Markt aktiv und zu diesem Zweck Partner von Marangoni. Leader Tread arbeitet mit dem italienischen Anbieter von Runderneuerungsmaterialien und -maschinen bereits seit 2005 zusammen; damals wurde Leader Tread „Ringtread“-Partner von Marangoni. Zusammen mit der Belegemaschine, die die stoßfreien Ringlaufstreifen auf der Karkasse anbringt, hat Leader Tread bereits damals eine Shearographie-Anlage vom Typ „Marangoni ITT Cubo 2500“ installieren lassen und kann somit die hohe Qualität der Kaltrunderneuerung weiter steigern. Im vergangenen Jahr nun wurde die Kooperation durch ein neues Abkommen noch weiter intensiviert. Laut Brett Sproson habe Leader Tread unter dem Abkommen mit Marangoni weiter in seine Produktionstechnologie investiert, es sei etwa eine CNC-Abraumaschine, ein „Ringbuilder“ sowie eine neue Shearohgraphie installiert worden, die Nachfrage nach Ringtread-Runderneuerten in Südafrika sei steigend.

Neben der eigenen Runderneuerung beliefert Leader Tread aktuell fünf Ringtread-Runderneuerer in Südafrika mit den Ringlaufstreifen aus dem Hause Marangoni; ein weiterer soll noch im Laufe dieses Jahres hinzukommen, so Sproson weiter. Die zunehmende Popularität der Ringlaufstreifen in Südafrika gehe vermutlich zulasten der Absätze bei herkömmlichen Laufstreifen. Das Ringtread-System von Marangoni sei dabei ein „außergewöhnliches Premiumprodukt mit exzellenten Eigenschaften“, ein Produkt, „das mit Sicherheit einen Platz“ auf dem südafrikanischen Markt habe. Die geschäftlichen Aktivitäten in Sachen Ringtread werden formell unter dem Dach einer anderen Gesellschaft als Leader Tread abgewickelt, so der Geschäftsführer.

Für viele auf dem südafrikanischen Runderneuerungsmarkt war 2011 ein besonders schwieriges Jahr. Insbesondere hat das wirtschaftliche Klima dazu geführt, dass der Markt besonders preissensibel geworden sei. Dies habe die Vermarktung von Ringtread-Ringlaufstreifen natürlich nicht befördert, so Sproson weiter. Eine andere Herausforderung, mit der sich auch die Runderneuerer in Südafrika beschäftigen mussten, waren die hohen Steigerungen bei den Rohstoffkosten; diese seien einfach „abnormal“ gewesen. Zusammen mit dem unvorteilhaften Wirtschaftsklima habe sich die Situation für südafrikanische Runderneuerer und Materiallieferanten in dem Land schwierig dargestellt. „Trotz allem sind wir glücklich, dass wir für 2011 noch ein Wachstum vermelden können“, so der Geschäftsführer weiter. Mit Blick auf das neue Jahr könne Leader Treads Zuversicht an den geplanten Investitionen abgelesen werden. So soll etwa eine neue Elf-Meter-Presse, ein neuer 240-Liter-Mixer sowie eine neue Abraulinie eingerichtet werden. sg/ab

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