Lanxess-Tochter übernimmt US-amerikanischen Bladder-Hersteller TCB

Die Lanxess AG baut ihre Position als Zulieferer für die Reifenindustrie weiter aus. Rhein Chemie, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Spezialchemie-Konzerns, hat die in den USA ansässige Tire Curing Bladders LLC (TCB) erworben.

TCB ist ein führender Hersteller von Heizbälgen (Bladder) für die Reifenindustrie. Über finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion wird unmittelbar vollzogen.

TCB ist ein Privat-Unternehmen mit Sitz in Little Rock (Arkansas) und hat eine Jahreskapazität von über 400.000 Bladdern. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte das US-Unternehmen einen Umsatz von 21 Millionen US-Dollar und beschäftigt rund hundert Mitarbeiter. TCB bedient vornehmlich den nordamerikanischen Markt.

„Die Akquisition von TCB ist ein weiterer Meilenstein unserer Strategie, die Rhein Chemie als einen weltweit führenden Hersteller hochqualitativer Bladder aufzustellen“, so Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied der Lanxess AG. „So schaffen wir Kapazitäten, um die steigende Anzahl von Kunden aus der Reifenindustrie zu bedienen. Zudem steigen wir hier in die Herstellung von Bladdern für Reifen von Lkw, landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geländewagen sowie Bladder für Baumaschinenreifen ein.“

„Wir freuen uns darüber, dass Rhein Chemie unseren engagierten Mitarbeitern mit der globalen Ausrichtung und den etablierten Marken eine ideale Plattform bieten wird, um noch erfolgreicher zu sein“, kommentieren Vernon Almon und Mark Nutt, die beiden ehemaligen Besitzer von TCB.

Zu Beginn des letzten Jahres stieg Rhein Chemie mit dem Erwerb von Darmex in Argentinien in die Bladder-Produktion ein. Die Bladder des Unternehmens werden unter der Marke Rhenoshape vertrieben. „Mit Rhenoshape-Bladdern bieten wir zusammen mit dem umfangreichen Portfolio umweltfreundlicher Rhenodiv-Trennmittel Reifenherstellern weltweit Premiumlösungen an, mit denen sie ihre Wirtschaftlichkeit und Qualität signifikant steigern können. Diese Kompetenzen bauen wir auch in Zukunft konsequent weiter aus“, sagt Anno Borkowsky, Leiter der Business Unit Rhein Chemie.

Bladder werden bei der Herstellung von Reifen eingesetzt. Der unvulkanisierte Reifenrohling wird in die Vulkanisationspresse gelegt. Nach dem Schließen wird er über Innendruck gegen die formgebende Innenwand des Werkzeugs gepresst. Dafür wird ein Bladder aus Butylkautschuk verwendet, der dann unter hohem Druck und hohen Temperaturen aufgeblasen wird, um dem Reifen seine endgültige Form zu geben.

Es wird erwartet, dass sich die Nachfrage nach Bladdern analog zur weltweiten Nachfrage nach Reifen entwickelt, für die in den kommenden Jahren ein durchschnittlicher jährlicher Anstieg von fünf Prozent vorausgesagt wird. Der Megatrend Mobilität unterstützt dieses Wachstum, das durch eine größer werdende Mittelschicht in Ländern wie Brasilien, China und Indien angetrieben wird.

Zudem lagern immer mehr Reifenhersteller ihre Bladder-Produktion aus, um ihre Produktivität zu optimieren und von der höheren Qualität zu profitieren, die Spezialisten bieten. Das Gesamtvolumen des weltweiten Bladder-Marktes wird momentan auf mehr als 300 Millionen Euro geschätzt.

Der Erwerb von TCB ist die dritte Akquisition von Lanxess in den USA innerhalb von sechs Monaten. Das in Leverkusen ansässige Unternehmen erwarb im Oktober vergangenen Jahres Unitex, einen Hersteller von phthalatfreien Weichmachern mit Sitz in Greensboro (North Carolina), und einen Monat später den Biozid-Spezialisten Verichem in Pittsburgh (Pennsylvania). „Nordamerika ist und bleibt ein sehr wichtiger Markt für die Spezialchemikalien und technologiegetriebenen Lösungen, die von Lanxess entwickelt werden“, fügt van Roessel abschließend an. dv

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