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Goodyear Dunlop präsentiert sich in Genf mit neuen Technologien

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Goodyear Dunlop gab auf dem Auto-Salon in Genf einen kompletten Überblick über aktuelle Produkte und technologische Neuentwicklungen. Gleichzeitig thematisierte der Hersteller aber auch das zum 1. November kommende EU-Reifenlabel und setzte damit erneut einen besonderen Akzent in seiner Kommunikation. Goodyear Dunlop gewährte dabei vor allem einen ersten Ausblick auf eine Zukunftstechnologie zur Senkung des Benzinverbrauchs und des CO2-Ausstoßes sowie zur Erhöhung der Fahrsicherheit: die „Air Maintenance Technology“ (AMT). Dank dieser Goodyear-Innovation, die in Genf jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, könnte die Notwendigkeit regelmäßiger Luftdruckkontrollen bei Reifen bald der Vergangenheit angehören.

Die „Air Maintenance Technology“ (AMT) wurde in den vergangen zwei Jahren von den Goodyear-Forschern entwickelt. Die Besucher des Auto-Salons in Genf konnten jetzt erleben, wie ein Reifen ohne die Notwendigkeit von externen Pumpen, elektronischen Systemen oder Eingriffen des Fahrers den optimalen Druck halten kann. „Das Resultat ist die Senkung des Benzinverbrauchs und damit der CO2-Emissionen“, erläutert Gabriele Velte, Manager Corporate Communications, in einem Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Die neue AMT-Technologie helfe dabei, jederzeit den optimalen Reifendruck zu halten.

Wie funktioniert aber die neue Air Maintenance Technology von Goodyear? Ein in den Reifen eingearbeiteter kleiner Schlauch – im Bild rot – pumpt dabei Luft durch die Drehbewegung des Rades in den Reifen. Ein Ventil – im Bild weiß – sorgt für den richtigen Reifendruck. Der Vorteil dabei: Sämtliche Elemente sind im Reifen fest verbaut, so dass keine Veränderungen am Fahrzeug oder an der Felge erforderlich sind. „Mehr Details können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten“, erklärt Gabriele Velte dazu. „Auf der Messe haben wir einen Konzeptreifen vorgestellt. Unser Ziel ist es, die Technologie noch innerhalb dieses Jahrzehnts im Markt zu haben.

Wie die Forschungsergebnisse von öffentlichen Institutionen und Industrieunternehmen zeigten, könne das Fahren mit unzureichendem Reifendruck den Benzinverbrauch um 2,5 bis 3,3 Prozent erhöhen. Von Goodyear Dunlop durchgeführte Untersuchungen ergaben außerdem, dass viele europäische Fahrer sich keine Gedanken um den Reifendruck machten. Die Hälfte der Befragten wusste dabei nicht einmal, wann der Reifendruck geprüft werden sollte, und einer von drei Fahrern räumte ein, dass er den Reifendruck selbst vor einer längeren Reise wahrscheinlich nicht überprüfen würde.

Dass sich etwaige Mehrkosten durch die integrierte AMT-Technologie rechnen, davon ist man bei Goodyear Dunlop überzeugt. Der Fahrer eines typischen Pkw, dessen Reifen durch die AMT-Technologie den optimalen Druck behielten, könnte im Jahr rund 57 Liter Kraftstoff und somit rund 85 Euro einsparen. Die Umwelt würde darüber hinaus durch einen signifikant niedrigeren CO2-Austoß ebenfalls profitieren.

Ein optimaler Reifendruck sei zudem eine Grundvoraussetzung für das optimale Handling eines Fahrzeugs, insbesondere in Kurven. Zu wenig Luft im Reifen führt dazu, dass der Druck weniger gleichmäßig auf die Straße verteilt wird und reduziert darüber hinaus die Größe der Reifenaufstandsfläche, die den direkten Kontakt zur Fahrbahnoberfläche herstellt. Der richtige Reifendruck sei somit auch eine Voraussetzung für optimale Sicherheit, so Velte weiter.

Jean-Claude Kihn, Goodyear Senior Vice President und Chief Technical Officer, fügt hinzu, dass der richtige Reifendruck natürlich auch die Lebensdauer eines Reifens verlängert.

„Die Fortschritte, die wir bei der Entwicklung dieser Technologie gemacht haben, sind sehr ermutigend, und wir sind nun so weit, sie in Genf erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen.“ Während das Goodyear Innovation Center (GIC) in Akron (Ohio/USA) sich mit der Entwicklung der AMT-Technologie für Lkw-Reifen befasste und dafür auch vom US-Energieministerium gefördert wurde, erhielt das GIC im luxemburgischen Colmar-Berg ebenfalls eine staatliche Förderung zur Implementierung der AMT-Technologie bei Pkw-Reifen. Noch sei es zwar zu früh, um Aussagen darüber machen zu können, wann die innovative AMT-Technologie ihre Marktreife erreicht. Fest stehe jedoch, dass die Forschungszuschüsse der öffentlichen Hand in den USA und Luxemburg die AMT-Entwicklung beschleunigen werde.

Reifen aus nachwachsenden Rohstoffen

Goodyear und DuPont Industrial Biosciences arbeiten gemeinsam an der Entwicklung von „BioIsoprene“ – einer revolutionären, bio-basierten Alternative zu dem aus Erdöl gewonnenen Isopren. „BioIsoprene kann für die Produktion von synthetischem Kautschuk verwendet werden, das wiederum eine Alternative zu Naturgummi – und anderen Elastomeren – darstellt. Die Entwicklung von BioIsoprene wird dabei helfen, die Abhängigkeit der Reifen- und Gummiindustrie von Produkten zu reduzieren, die aus Erdöl gewonnen werden“, teilt Goodyear Dunlop anlässlich des Genfer Auto-Salons mit. Dort zeigte der Reifenhersteller jetzt einen ersten Reifenprototypen, bei dem BioIsoprene-Monomere verwendet wurden. Damit hätten „die beiden Unternehmen die Nutzbarkeit der innovativen Technologie bewiesen“.

Für Goodyear sei eine biobasierte Alternative zu synthetischem Gummi ein wichtiger Fortschritt, da das Unternehmen stets auf der Suche nach innovativen Lösungen für die Deckung seines Rohstoffbedarfs sei. Das Ziel sei dabei, die CO2-Bilanz des Unternehmens zu verbessern. „Das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte BioIsoprene-Monomer wird bei der Umsetzung dieses Ziels helfen“, so Gabriele Velte weiter.

„Einen Ersatz für Materialien zu finden, die aus Erdöl gewonnen werden, ist nicht nur aus unternehmerischer Sicht eine richtige Entscheidung, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt“, erklärt Jean-Claude Kihn, Chief Technical Officer der Goodyear Tire & Rubber Company. „Da synthetischer Kautschuk eine entscheidende Komponente unserer – und vieler anderer – Produkte darstellt, ist es für uns sehr spannend, gemeinsam mit DuPont an Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen zu arbeiten.“

Bereits 2008 hatten die beiden Unternehmen einen ersten Kooperationsvertrag unterzeichnet. Im Mai 2011 übernahm DuPont das Unternehmen Danisco, dessen Bereich Genencor bei der Forschung und Entwicklung von BioIsoprene Pionierarbeit geleistet hat.

An neuen Produkten zeigte der Hersteller natürlich die Neuentwicklungen aus dem Hause Dunlop – Opens external link in new windowden Sport Maxx Race und den Sport Maxx RT – sowie den Opens external link in new windowGoodyear EfficientGrip SUV, der erstmalig bereits im vergangenen Herbst präsentiert wurde. ab

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