Pirelli im Lkw-Reifengeschäft

Ugo Forner, als Senior Vice President bei der Pirelli Tyre S.p.A. für die Geschäftseinheit „Truck“ zuständig, gibt Einblicke in den Bereich des weltweit fünftgrößten Reifenherstellers, der in der Wahrnehmung allzu leicht hinter den sportiven Ambitionen (wie die Formel 1) und der Positionierung als führende Pkw-Hochleistungsreifenmarke zurückbleibt. Dabei ist Pirelli in vielen Nutzfahrzeugreifenmärkten weltweit durchaus prächtig präsent, so als Marktführer in Südamerika: Die Region gilt als „Cashcow“ des Konzerns.

Der weltweite Lkw-Radialreifenmarkt dürfte nach Pirelli-Zahlen im Jahre 2011 etwa 135 Millionen Einheiten ausgemacht haben. Dass für diesen globalen Markt jährliche Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent (Pirelli sieht als Zeitraum erst einmal bis 2015) prognostiziert werden, liegt einerseits daran, dass sich einige Märkte wie China (wo Pirelli die Lkw-Reifenfertigung technologisch dem Standard in westlichen Fabriken angepasst hat) zügig weiterentwickeln werden und andererseits in diesen Märkten die Radialisierung weiter voranschreiten wird.

Die Konzernsparte „Industrial“ hat im vergangenen Jahr 1,68 Milliarden Euro umgesetzt, wovon 88 Prozent auf den Bereich „Truck“ entfielen (die restlichen zwölf Prozent sind dem Bereich „Agro“ zuzurechnen). Beachtlich die EBIT-Marge, die Forner mit um die neun Prozent beziffert und die sogar noch weiter auf elf bis zwölf Prozent im Jahre 2014 steigen soll. Der Bereich Lkw-Radialreifen ist ein weltweiter Wachstumsmarkt, und an dem will Pirelli partizipieren mit Umsatzzuwächsen von jährlich durchschnittlich vier Prozent.

Der italienische Hersteller investiert im Zeitraum 2011 bis 2015 etwa 400 Millionen Euro, um die weltweiten Kapazitäten für Lkw-Radialreifen der Marke Pirelli zu steigern. Herausragend dabei sicherlich die neue Fabrik in Argentinien, die sich Pirelli ca. 300 Millionen US-Dollar kosten lässt und aus der im Jahre 2016 so um die 700.000 Einheiten rollen sollen. Doch die Investitionen gelten nicht allein den Stückzahlen, sondern vielmehr auch einer Erneuerung und damit Modernisierung der Produktpalette: Waren im Jahre 2010 noch 45 Prozent der Pirelli-Reifentypen weniger als drei Jahre im Markt, so sollen es im Jahre 2015 bereits 65 Prozent sein. Die Produktzyklen für Lkw-Reifen werden kürzer, und Pirelli schickt sich an, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. detlef.vogt@reifenpresse.de

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