Insolvent: Inder versäumen Zahlungen für Meteor

Die 1951 gegründete Meteor Gummiwerke K. H. Bädje GmbH & Co. KG (Bockenem) sowie die Tochtergesellschaft Meteor Weigelt GmbH & Co. KG mit Sitz in Bietigheim-Bissingen haben wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Eigentlich hatte die indische Ruia-Gruppe Meteor retten wollen, ist aber offensichtlich eingegangenen Verpflichtungen nicht nachgekommen.

 

Meteor produziert hochspezialisierte Dichtungen und Dichtsysteme aus Gummi oder Elastomeren, die unter anderem in Automobilen, Schienen- und Luftfahrzeugen, in Gebäuden sowie in Elektro- und Haushaltsgeräten eingesetzt werden, erwirtschaftet mit weltweit etwa 2.300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen Euro und beschäftigt allein am Stammsitz in Bockenem etwa 1.800 Mitarbeiter.

Der Insolvenzantrag erfolgte, nachdem klar geworden war, dass der indische Investor Pawan Kumar Ruia erneut einer fälligen Ratenzahlung nicht nachgekommen ist. Die Inder hatten 2011 als neue Eigentümer bei Meteor einsteigen wollen, am 7. Oktober 2011 sogar mit der Meteor-Geschäftsleitung den Einstieg zu einem symbolischen Kaufpreis besiegelt.

Meteor sollte in die „Ruia Sealing Group“ integriert werden, die ebenso zu Ruias Unternehmenskonglomerat gehört wie der vor mehr als einem Jahr übernommene Automobilzulieferer Acument GmbH & Co. OHG (Schrozberg, Baden-Württemberg). 2008 hatte Ruia den britischen Dichtungshersteller Schlegel Automotive Europe übernommen.

Im Sommer 2010 hatte Ruia ferner in der deutschen Reifenbranche aufhorchen lassen, weil er den Vollgummireifenproduzenten Gumasol-Werke Dr. Mayer GmbH und Co. KG in Germersheim aus der Insolvenz herausführen wollte. Im Heimatland gehören auch die Reifenmarken Dunlop (für Indien), Falcon Tyres und Monotona zur Gruppe. Der Inhaber des Unternehmens Pawar Kumar Ruia hatte allerdings im April 2011 die Funktion des Chairman beim Reifenhersteller Dunlop India niedergelegt und wollte Monate später nicht einmal mehr dessen Board Director sein. dv

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