Michelin feiert 80-jähriges Bestehen des Standorts Karlsruhe

Der französische Reifenhersteller Michelin feierte heute mit einem Festakt das 80-jährige Bestehen seines Standorts in Karlsruhe. Markenzeichen des traditionsreichsten deutschen Werks der Michelin-Gruppe sind die Fertigung von Leicht-Lkw-Reifen in Kleinstserien und moderne Produktionsanlagen. Die Kapazität pro Jahr reicht bis zu 1,8 Millionen Reifen und 66.000 Tonnen Kautschukmischungen. Daneben ist der Standort Sitz der Vertriebszentrale und der Verwaltung für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Aktuell zählt die Belegschaft in Karlsruhe rund 1.200 Mitarbeiter, davon sind 690 in der Reifenherstellung, die andere Hälfte in Vertrieb und Verwaltung. Jean-Dominique Senard, Geschäftsführender Partner der Michelin-Gruppe, freute sich besonders über die intensive deutsch-französische Zusammenarbeit: „Dass über die Hälfte der Mitarbeiter in Karlsruhe aus dem nahen Frankreich kommt, zeigt die enge Verbundenheit zwischen unseren Ländern. Mit unserer Produktion hier vor Ort leisten wir seit jeher auch einen wichtigen Beitrag zur Verständigung in Europa und liefern unsere Produkte sogar in die ganze Welt.“ Neben Senard nahmen auch Philippe Verneuil, Michelin-Direktor der geografischen Zone Europa, und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich an der Feier teil. „Wir sind stolz, dass die Firma Michelin mit unserer Stadt verbunden ist. Denn Michelin ist nicht nur ein innovatives und überaus erfolgreiches Unternehmen, sondern Michelin steht auch für eine nachhaltige, werteorientierte Unternehmenskultur und genießt ein hohes Ansehen in der Bevölkerung“, führte OB Fenrich aus.


Bernd Bechtold (Präsident der Industrie und Handelskammer), Hein Fenrich (Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe), Christian Metzger (Direktor des Michelin-Werks Karlsruhe), Jean-Dominique Senard (Geschäftsführender Partner der Michelin-Gruppe), Philippe Verneuil (Michelin Direktor der geografischen Zone Europa) und Dieter Freitag (Direktor Michelin Deutschland, Schweiz, Österreich; von links) können gemeinsam auf eine 80-jährige Geschichte des Standorts Karlsruhe zurückblicken

Schwerpunkt im hochmodernen Karlsruher Reifenwerk ist die Produktion von Kleinstserien für leichte Nutzfahrzeuge. Die Fertigungsanlagen und die Produktionsorganisation erlaubten „ultraflexible Dimensionswechsel in hoher Geschwindigkeit“, heißt es dazu in einer Mitteilung – insgesamt umfasst das Portfolio 110 Reifengrößen. Der Vertrieb erfolge in die ganze Welt. So liefere das Werk zum Beispiel Metro-Reifen für die japanische Firma Hitachi. „Zur modernen Produktion zählt auch die Elektrovulkanisation, in der bis heute mehr als zwanzig Millionen Reifen ganz ohne Wasser ‚gekocht’ wurden. Ende der 1980er Jahre eingeführt, gilt das Verfahren bis heute als vorbildlich – auch weil es im Vergleich zur herkömmlichen Dampfkochung wesentlich umweltschonender ist“, so Michelin weiter. „Dank der hervorragenden Produktqualität“ zähle das Werk in Karlsruhe innerhalb des Konzerns zu den fünf Michelin-Referenzwerken. Zahlreiche internationale Führungskräfte des Unternehmens seien deshalb im Rahmen eines Ausbildungsmoduls zum Thema Qualität immer wieder zu Gast am Standort. „Wir freuen uns, dass unser Werk in der weltweiten Michelin-Gruppe eine wichtige Position besetzt“, unterstreicht Werkleiter Christian Metzger diesen Status. „Vom Know-how in Karlsruhe profitieren auch Standorte in anderen Ländern. Darauf können wir alle stolz sein.“

In jüngster Zeit fördert Michelin in Karlsruhe auch verstärkt die Erzeugung regenerativer Energien. Zwei Fotovoltaikanlagen auf dem Dach und den Mitarbeiterparkplätzen produzieren Jahr für Jahr rund 1,65 Millionen kWh Solarstrom. Das schone die Ressourcen und verringere den Ausstoß von Kohlendioxid um etwa 1.440 Tonnen pro Jahr. Beide Anlagen speisen ihren Strom in das Netz der örtlichen Stadtwerke. Die Solarcarports auf dem Parkplatz versorgten darüber hinaus die firmeneigenen Strom-Tankstellen für Elektrofahrzeuge. Seit Kurzem gehöre außerdem ein umweltschonendes Elektroauto zum Fuhrpark des Standorts. „Nachhaltigkeit beschränkt sich bei uns nicht nur auf die Reifenproduktion“, erläutert Christian Metzger. „Es ist ein ganzheitliches Konzept. Wir unterstützen deshalb unsere Mitarbeiter, auch außerhalb der Werktore auf umweltschonende Lösungen zu setzen. Wer zum Beispiel morgens mit einem Elektroauto oder -fahrrad kommt, kann es während der Arbeitszeit kostenlos bei uns aufladen.“

1931 startete die Produktion mit 250 Beschäftigten

Ende der 1920er Jahre entschloss sich die Michelin Pneumatik AG zu einer Fertigungsstätte in Deutschland. „Hintergrund: die rasante Entwicklung des Automobils und der gute Ruf der Michelin-Reifen. 430 Städte in ganz Deutschland bewarben sich um die Ansiedlung. Die Wahl fiel auf Karlsruhe: eine Stadt mit Rheinhafen, einem Eisenbahnknotenpunkt und nahe an der geplanten Autobahn Frankfurt-Basel.“ Ein weiterer Vorteil war und ist die Nähe zu Frankreich. 1931 schließlich startete Michelin mit 250 Beschäftigten die Fertigung von Reifen „Made in Germany“. Erstes Produkt war ein Lkw-Reifen. Außerdem zählten Pkw-, Motorrad- und Fahrradpneus sowie die Runderneuerung zum Portfolio. 1931 zog dann auch die Michelin-Verkaufsorganisation von Mainz ins Badische um. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Produktion erst 1958 weiter und in der Folgezeit wuchs mit der Ausweitung des Produktspektrums auch der Bedarf an Beschäftigten. 1962 stellte Michelin in Karlsruhe die ersten sechzig Mitarbeiter aus dem Elsass ein und begründete damit die bis heute andauernde Tradition der ‚Grenzgänger’. In den 1970er und 1980er Jahren kam es dann zur umfassenden Modernisierung der Produktionsanlagen und auch die 1990er Jahre brachten grundlegende Neuerungen: Das Werk Karlsruhe spezialisierte sich auf Reifen für leichte Nutzfahrzeuge. Seit 2000 liegen die Schwerpunkte verstärkt auf aktiver Umweltschonung und der weiteren Optimierung der Produktionsabläufe, so Michelin abschließend. ab

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