Team und Pirelli starten Kampagne „Safety First – Reifen und Sicherheit“

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„Wie stark das Thema Reifen und Verkehrssicherheit die Gemüter bewegt, erstaunt und erfreut mich zugleich.“ Harald Emigholz, Geschäftsführer der Emigholz GmbH, Bremen, war beeindruckt. Hinter ihm lag eine mehrstündige intensive Diskussion mit Fahrlehrern aus der Region, mit Reifenexperten von Pirelli und des ADAC, einem Kfz-Sachverständigen sowie einem Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. „Das war ein sehr gelungenes Treffen“, lautete das Fazit des Reifenfachhändlers. Der Diskurs in Bremen gehörte zu den vier Info-Veranstaltungen für Fahrlehrer, die 2011 im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Safety First – Reifen und Sicherheit“ stattfanden; die Kampagne wurde davon von zwei Unternehmen ins Leben gerufen: Top Service Team und Pirelli Deutschland. Die Kooperation mit Fahrschulen ist eine wesentliche Komponente dieser Kampagne, denn Fahranfänger haben das höchste Unfallrisiko. Das Motiv der Initiatoren erläutert Gerd Wächter, Geschäftsführer der Reifenhandelskooperation Top Service Team, Dieburg: „Angaben des Statistischen Bundesamtes belegen, das Fahranfänger besonders unfallgefährdet sind.“ So starben 2010 in Deutschland 3.651 Menschen bei Verkehrsunfällen, 690 davon waren Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren, was einem Anteil von 19 Prozent bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von nur 8,3 Prozent entspricht. Dass die Fahranfänger bei Verkehrsunfällen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung überrepräsentiert sind, dokumentieren auch andere Zahlen.

Gerd Wächter: „Die jungen Leute bilden nicht zuletzt deshalb die größte Risikogruppe, weil sie zu wenig über die Bedeutung der Reifen für die Sicherheit eines Fahrzeugs im Straßenverkehr wissen und daher allzu häufig mit einer mangelhaften Bereifung fahren. Und wenn sie sich und das Leistungspotenzial ihrer Autos überschätzen, dann knallt’s.“ Für das eingeschränkte Reifenwissen der Fahranfänger gebe es drei Gründe, wie die Pilot:Projekt GmbH im Vorfeld der Kampagne ermittelte. Die Hannoveraner Kommunikations-Agentur war für die Konzeption und Durchführung der Kampagne verantwortlich und stellte bei Umfragen fest: Fahrlehrer können im theoretischen Unterricht nur relativ wenig Zeit auf die Reifen verwenden; die Präsentation der Aufgaben und Leistungen von Reifen in den Unterrichtsmaterialien ist nicht optimal; und viele Fahrlehrer weisen von sich aus auf einen Nachholbedarf beim aktuellen Reifenwissen hin und wünschen sich zielgruppengerecht aufbereitete Informationen, um fundierter und anschaulicher unterrichten zu können.

„Mehr Zeit für den theoretischen Unterricht können wir Fahrlehrern nicht verschaffen, wohl aber anschauliches Unterrichtsmaterial und die Möglichkeit, ihr Reifen-Know-how zu erweitern“, erklärt Kathrin Brehme, Leiterin Consumer und Trade Marketing Pirelli Deutschland. „Um darüber hinaus sicherzustellen, dass möglichst viele Fahrschulen an ihren Standorten einen festen, kompetenten Ansprechpartner zum Thema Reifen bekommen, haben wir gemeinsam mit Top Service Team die Kampagne ‚Safety First – Reifen und Sicherheit’ beschlossen.“ So könne das Netz von über 380 Service-Stationen genutzt werden, das die Kooperation von 18 inhabergeführten, herstellerunabhängigen Reifenfachhandelsbetrieben im Bundesgebiet betreibt.

Nachdem die Agentur Pilot:Projekt bei den Landesverbänden der Berliner Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. und einzelnen Fahrschulen recherchiert hatte, wie und in welchem Umfang Fahrschülern Wissen über Reifen vermittelt wird, legten Top Service Team und Pirelli vier Maßnahmen fest, um die Fahrlehrer zu unterstützen. „Für den Unterricht im Seminarraum wurde ein großes, optisch auffälliges Lehrposter entwickelt“, beschreibt Christina Schüßler, Trade Marketing Pirelli Deutschland. In der Mitte des Plakats gibt ein Reifenaufschnitt dem Betrachter einen Einblick in das vielfältige Innenleben eines Pneus. Im oberen Drittel erläutern acht aussagekräftige Schlagzeilen, wie ein Qualitätsreifen mit ausreichend Mindestprofil den Fahrer, die Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer schützt. Im unteren Drittel geben acht Schlagzeilen den Fahranfängern gute Tipps, wie sie ihre Reifen schützen – sprich: richtig pflegen – können, damit diese möglichst lange in gutem Zustand bleiben. „Ein Aspekt, der in den Lehrmaterialien für Fahrschüler kaum eine Rolle spielt“, wie Projektleiterin Christina Schüßler betont. „Ein besonderer Clou des Plakats: Während Fahrschüler während des Unterrichts von ihren Plätzen aus die Schlagzeilen gut lesen können, sind die jeweils darunter stehenden Erläuterungen nur für den Fahrlehrer lesbar. Sie helfen ihm dabei, sich bei seinem Vortrag schnell zu orientieren.“

Neben dem Lehrposter erhielten die Fahrlehrer mit der Broschüre Reifengrundlagen für Fahrlehrer 2011 umfassendes Informations- und Unterrichtsmaterial, das Norbert Allgäuer, Leiter des Pirelli Tyre Campus, eigens für die Zielgruppe zusammengestellt hatte.

Was Fahrschüler und Fahranfänger auf jeden Fall über Reifen wissen sollten, können sie im Reifen Handbuch nachlesen. „Dabei handelt es sich um eine zwölfseitige Broschüre im Handschuhfachformat“, erläutert Team-Geschäftsführer Gerd Wächter. „Das Layout lädt die jungen Leute zum Lesen ein, und die kompakten Texte ermöglichen ihnen eine schnelle Lektüre, so dass wir optimistisch sind, dass dieses Handbuch tatsächlich auch in die Hand genommen wird.“

Initialzündung und Kristallisationspunkt der Kampagne bilden die Info-Veranstaltungen für Fahrlehrer. Die ersten vier dieser Events fanden in den vergangenen Wochen in den Zentralen von verschiedenen Reifenfachhandelsbetrieben statt: bei der Emigholz GmbH, Bremen, der Gummi-Berger Hans Berger KG, Gummersbach, der Heinrich Nabholz Autoreifen GmbH, München-Gräfelfing, sowie der Reifen Stiebling GmbH, Herne – allesamt Gesellschafter bei Top Service Team. Obgleich die Veranstaltungen nach einer einheitlichen Struktur abliefen, hatte jede von ihnen einen ganz eigenen Charakter. So begrüßte Till Gerhard, Marketingleiter der Heinrich Nabholz Autoreifen GmbH, seine Gäste in einer Lkw-Montagehalle, die er mit seinem Team gekonnt in eine Event-Location verwandelt hatte. Sogar einen roten Teppich hatte er für die Fahrlehrer sowie die Podiumsgäste ausgerollt. Zu den Vortragenden gehörte auch Nobert Allgäuer, Leiter Pirelli Tyre Campus. Seine Zuhörer dankten es ihm mit zahlreichen Zwischen- und Nachfragen, so dass Eberhard Pilot, einen interessierten Dialog zwischen dem Referenten und seinem Publikum moderieren konnte.

In der anschließenden Podiumsdiskussion gaben der Versicherungsmakler Martin Höcker und der Verkehrsjurist Siegfried Spatzl Einblicke in den Umgang mit reifenspezifischen Themen bei Assekuranz und Justiz. Darüber hinaus nutzten die Münchner Fahrlehrer die seltene Gelegenheit, einmal ausführlich mit Daniel Bott zu diskutieren, Leiter Reifentest des ADAC Technikzentrums Landsberg/Lech und verantwortlich für einen der meistgelesenen und einflussreichsten Reifentests des Landes. Am Beispiel einer zu klein geratenen Bettdecke erläuterte Daniel Bott anschaulich das Phänomen der Zielkonflikte, das den Ingenieuren der Reifenhersteller das Leben schwer macht: „Ziehe ich die Decke bis zum Hals, sind die Füße unbedeckt, decke ich meine linke Seite zu, wird es mir auf der rechten Seite kalt.“ Auf die Reifenentwicklung übertragen bedeutet dies: Verbessern Ingenieure eine Eigenschaft des Reifens, verschlechtert sich auf Grund physikalischer Zusammenhänge automatisch eine andere. „Premiumherstellern gelingt es allerdings durch den Einsatz moderner Verfahren und Werkstoffe, diese Konflikte erheblich zu reduzieren.“ Ihre Reifen glichen im übertragenen Sinn einer Bettdecke, die sich ausreichend dehnen lasse, um den gesamten Körper zu wärmen. Und das, ohne zu reißen. „Die Diskussion hätte ruhig noch länger dauern können“, bedauerte Till Gerhard, als die Veranstaltung eine Stunde später als geplant beendet wurde.

Ein Reifenlager bildete die stilechte Kulisse für die Info-Veranstaltung bei Reifen Stiebling in Herne. Auch dort war es den Verantwortlichen gelungen, das Ambiente so herzurichten, dass sich die Fahrlehrer wohl fühlten. Nachdem Geschäftsführer Christian Stiebling seine Gäste begrüßt hatte – darunter auch jenen Fahrlehrer, bei dem er vor rund 30 Jahren seinen Führerschein gemacht hatte – gab er ihnen einen Eindruck von der Leistungsbreite eines modernen Reifenfachhandelsbetriebes. Hartmut Hennig von Pirelli Tyre Campus stand Norbert Allgäuer in nichts nach, als er seine Zuhörer auf eine spannende 60-minütige Reise durch die Welt moderner Reifen mitnahm. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Ralf Marquard, Leiter Fahrsicherheitszentrum im ADAC Westfalen, dem auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt Carsten Rüsberg aus Herne, sowie Carsten Eilmes, Leiter Marketing Reifen Stiebling, funktionierten die Fahrlehrer schnell in einen Workshop um, in dessen Verlauf sie ein wahres Feuerwerk an Fragen abbrannten: Wie alt darf ein Neureifen sein? Welche Zukunft hat der Ganzjahresreifen? Woran liegt es, wenn ein Reifen einen 20 oder 30 Meter längeren Bremsweg hat als anderer Produkte? Warum ist Mischbereifung gefährlich? Wann ist ein Winterreifen ein Winterreifen? Warum wird die sinnlose M+S-Markierung nicht abgeschafft? Wie soll man das EU Reifenlabel lesen?

Am Ende der über dreistündigen Veranstaltung zeigte sich Christian Stiebling überzeugt von der eindringlichen Diskussion. Seine Bitte an die Fahrlehrer: „Nutzen Sie uns auch weiterhin als Ihre Info-Zentrale zum Thema Reifen und besuchen Sie uns mit Ihren Fahrschülern, um ihnen praktisches Reifenwissen zu vermitteln.“
Auf Grund des einsetzenden Winterreifengeschäfts wählte Peter Lüdorf, Geschäftsführer der Gummi-Berger Hans Berger KG, den Konferenzraum der Firmenzentrale in Gummersbach-Dieringhausen als Veranstaltungsort. Dort wurde es rasch eng, denn zusätzliche Tische und Stühle mussten herangeschafft werden. Doch das dichte Beieinander befeuerte den Dialog zwischen den Fahrlehrern, Peter Lüdorf, Hartmut Hennig und den Podiumsgästen Michael Tück, Leiter ADAC Fahrsicherheitszentrum Rhein-Erft, sowie Hans-Peter Bannig, Kfz-Sachverständiger, und Thomas Gärter, Fachanwalt für Verkehrsrecht, beide aus Gummersbach. Neben den Reifenthemen wurde ausführlich auch die nicht immer vorbildliche Rolle der Eltern der Fahrschüler thematisiert. „Wenn ich Eltern über die Ausstattung des ersten Autos für ihr Kind reden höre, dann habe ich nicht selten das Gefühl, sie wollen ihren Nachwuchs möglichst schnell loswerden“, brachte es Michael Tück auf den Punkt.

„Das hohe Engagement der Fahrlehrer für ihre Schüler, das sich nicht zuletzt in der Teilnahme an unserer Kampagne manifestiert, hat mich beeindruckt“, sagte Peter Lüdorf nach der Veranstaltung. „Wenn wir dazu beitragen können, dass Fahrschüler und auch deren Eltern künftig verstärkt auf eine vernünftige Bereifung achten, ist viel gewonnen.“

Ähnlich wie bei Gummi-Berger war auch der Konferenzraum bei der Emigholz GmbH in Bremen prall gefüllt, als Harald Emigholz die letzte Info-Veranstaltung für Fahrlehrer im Jahr 2011 eröffnete. Auch diesmal sprang der Funke zwischen Podium und Publikum schnell über. Dafür sorgte nicht zuletzt Rüdiger Grollmann, 1. Vorsitzender des Landesfahrlehrer-Verbandes Bremen e.V. Mit klaren Worten wandte er sich an Manfred Oppermann (SPD), Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, sowie an Detlef Delekat, Reifen-Experte der Abteilung Verkehr und Technik des ADAC Weser-Ems, und formulierte seine Wünsche, wie die Politik und der größte Automobilclub des Landes die Arbeit der Fahrlehrer wirksamer unterstützen können.

Wie Rüdiger Grollmann den Wert der Veranstaltung für die Fahrlehrer einschätzte, wurde in seiner Ankündigung deutlich, ein „ernstes Wort mit jenen Kollegen zu sprechen“, die der Einladung nicht gefolgt seien.

 „Die Info-Veranstaltungen für Fahrlehrer in den Zentralen dieser Team-Gesellschafter stießen auf ein enormes Interesse“, freut sich Team-Geschäftsführer Gerd Wächter. In Zahlen: Insgesamt 51 Fahrlehrer besuchten die vier Veranstaltungen, weitere 84 Fahrschulen forderten die Unterrichts und Informationsmaterialien an. „Die vier Gesellschafter stehen also in einem ausbaufähigen Kontakt mit 135 Fahrschulen“, beschreibt Gerd Wächter die strategischen Möglichkeiten, welche die Kampagne „Safety First – Reifen und Sicherheit“ für seine Gesellschafter schuf.

Statistisch gesehen könnten Pirelli und Top Service Team damit innerhalb von zwölf Monaten indirekt mindestens 19.000 Fahrschüler für das Thema Reifen und Sicherheit sensibilisieren. Denn den Angaben der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V., Berlin, zufolge betreut ein Fahrlehrer im Jahr durchschnittlich 70 Fahrschüler. Das Gros der 135 Fahrschulen beschäftigt zwei und mehr Fahrlehrer. „Das war informativ. Ich habe mein Kommen nicht bereut.“ Dass die Fahrlehrer die Materialien von Top Service Team und Pirelli nutzen und verteilen werden, dafür sprechen zahlreiche positive Reaktionen: „Ich habe sehr viel Neues und Wertvolles mitgenommen. Großes Lob an alle Verantwortlichen.“ Jörg Holtmann, Inhaber der Fahrschule Holtmann, München. „Das war ein kurzweiliger und sehr nützlicher Vormittag, den ich bei Stiebling verbracht habe. Vielen Dank für die Einladung und das sehr gute Material, das wir erhalten haben.“ André Herzog, Geschäftsführer Graf & Herzog Kraftfahrausbildungszentrum Bochum GmbH.

„Es hat Spaß gemacht und viel gebracht. Diese Treffen sollten regelmäßig stattfinden.“ Niels Klammer, Fahrschule Blass-Klammer, Gummersbach. „Die Veranstaltung bei Emigholz war sehr informativ, und ich habe es nicht bereut, den Weg nach Bremen gefahren zu sein.“ Lothar Müller, Inhaber der Fahrschule Müller, Bremerhaven. Nicht zuletzt zeigten sich auch Journalisten von den angebotenen Informationen angetan. So berichtete der Münchner Merkur: „Norbert Allgäuers Vortrag hielt selbst für die Expertenrunde Überraschungen bereit. Der Leiter des Pirelli Tyre Campus verzichtete ebenso wie Nabholz-Marketingleiter Till Gerhard wohltuend auf Werbung für das eigene Unternehmen. Alles drehte sich um das Thema Sicherheit.“

Für Sascha Ihrig, als Key Account Manager Pirellis erster Ansprechpartner für Top Service Team, steht nach den bisherigen Erfahrungen fest: „Nach dem gelungenen Start der Kampagne werden wir sie 2012 mit weiteren Gesellschaftern der Kooperation fortsetzen.“

Aber auch bei den vier Team-Gesellschaftern, die sich bereits an der Kampagne beteiligten, ist die Bereitschaft hoch, das Engagement fortzusetzen. Harald Emigholz: „Im kommenden Jahr soll es eine Neuauflage im Interesse der Fahrschüler in Bremen und Umgebung geben.“ ab

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