Rhein Chemie investiert in Produktion von Reifenheizbälgen

Rhein Chemie (Mannheim), eine 100-prozentige Tochter des Spezialchemiekonzerns Lanxess, investiert rund zehn Millionen Euro in ein neues Werk in Porto Feliz (Brasilien), in dem Rhenoshape-Hochleistungs-Curing-Bladder (Reifenheizbälge) und vordispergierte polymergebundene Chemikalien der Marke Rhenogran produziert werden. Die Produktion soll im vierten Quartal 2012 starten.

Neben Burzaco (Argentinien) und Colonia del Sacramento (Uruguay) wird Porto Feliz für Rhein Chemie der dritte Standort sein, an dem Rhenoshape-Bladder hergestellt werden. Die Produktionskapazität in Porto Feliz wird bei 170.000 Bladdern jährlich liegen. Im Januar dieses Jahres war Rhein Chemie durch die Akquisition der argentinischen Darmex S.A. in das Bladdergeschäft eingestiegen. In Burzaco wird die Produktionskapazität für Bladder zurzeit um 40 Prozent erweitert.

Mit einem weltweiten Umsatz von 283 Millionen Euro bei etwa tausend Mitarbeitern hat Rhein Chemie im Geschäftsjahr 2010 ein kräftiges Umsatzplus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Auch 2011 setzt Rhein Chemie diesen Erfolg mit weiterem starken Wachstum fort. Der weltweite Umsatz im ersten Halbjahr 2011 stieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 172 Millionen Euro. Die Region EMEA legte um 22 Prozent zu. In Asien wuchs das Geschäft um acht Prozent.

Kräftige Zuwächse wurden in Südamerika verzeichnet. „Das geht auf die Akquisition des argentinischen Bladder- und Reifentrennmittel-Herstellers Darmex im Januar dieses Jahres zurück“, so Dr. Anno Borkowsky, Geschäftsführer der Rhein Chemie Rheinau GmbH. Auch weitere Zukäufe zielen auf profitables Wachstum ab. Im April kaufte Rhein Chemie zwei Produktlinien von Flexsys (USA). Im Juli kam das Reifentrennmittelgeschäft der Wacker AG (Deutschland) dazu. „Rhein Chemie hält ständig Ausschau nach weiteren Möglichkeiten, um ihr Wachstum voranzutreiben“, betonte Borkowsky.

Die Akquisition des argentinischen Trennmittel- und Bladderspezialisten Darmex im Januar 2011 war ein sehr wichtiger strategischer Schritt, mit dem die Position der Rhein Chemie als Lieferant der Reifenindustrie, einem der weltweit wichtigsten Wachstumsmärkte, weiter gestärkt wird.

Der Zugang zur Bladdertechnologie komplettiert die Lösungen von Rhein Chemie für die Reifenindustrie. „Als erster Hersteller weltweit bietet Rhein Chemie Trennmittel und Hochleistungs-Bladder aus einer Hand an. Das ist ein großer Vorteil für Reifenhersteller, weil beides perfekt aufeinander abgestimmt werden kann“, sagt Frank Lückgen, Leiter der Rubber Division von Rhein Chemie.

Experten schätzen das Volumen des weltweiten Bladder-Marktes derzeit auf eine Größenordnung von etwa 300 Millionen Euro. Immer mehr Reifenhersteller lagern ihre Bladder-Produktion aus. Rund 40 Prozent der Bladder werden bereits von unabhängigen Bladder-Herstellern produziert. Der Trend zur Auslagerung hält weiter an.

Das erklärt sich zum einen aus der Verbesserung der Produktivität der Reifenhersteller und zum anderen aus der hohen Qualität der Bladder, die von Spezialisten wie der Rhein Chemie hergestellt werden. Da Curing-Bladder für Rhein Chemie ein Kerngeschäft sind, liegt der Fokus auf der Herstellung und der konsequenten Weiterentwicklung der Bladder-Technologie.

Die verbesserte Wärmeleitfähigkeit des Bladder-Compounds und weitere Faktoren erhöhen die Qualität des Reifens, was zu höherer Sicherheit und einem niedrigeren Rollwiderstand führt. Das bedeutet weniger Kraftstoffverbrauch.

Mit der Übernahme des Reifentrennmittelgeschäfts der Wacker Chemie AG im Juli 2011 baut Rhein Chemie ihre Position als einer der weltweit führenden Trennmittelhersteller noch weiter aus. Der Markt für diese Produkte wächst weltweit mittelfristig um rund fünf Prozent pro Jahr. Mit dem Zukauf eröffnen sich für die Rhein Chemie insbesondere in den USA neue Wachstumsperspektiven. Ein Großteil der übernommenen Produkte sind wässrige, lösemittelfreie Dispersionen auf Silikonbasis. Die Produkte werden von Rhein Chemie unter dem Namen Rhenodiv vermarktet.

Damit bietet Rhein Chemie Reifenherstellern noch vielfältigere Lösungen an. Zudem erhält das Unternehmen auch den Zugriff auf den entsprechenden Rohstoff. Rhein Chemie verfügt über Know-how und eine langjährige Erfahrung mit wässrigen lösemittelfreien, also umweltfreundlichen Trennmitteln.

Ein großer Vorteil bei der Zusammenarbeit mit internationalen Reifenherstellern ist die weltweite Ausrichtung der Rhein Chemie mit Produktionsstätten, Verkaufsbüros und technischem Service in allen wichtigen Regionen. „Trennmittel aus lokaler Produktion bietet Rhein Chemie bereits heute in Europa, den USA, Argentinien, Uruguay, Indien, China und Japan an“, sagt Frank Lückgen und Dr. Anno Borkowsky ergänzt: „Rhenoshape-Hochleistungs-Bladder stellen wir schon heute in Argentinien und Uruguay sowie ab Ende 2012 auch in Brasilien her. Das ist eine gute Voraussetzung für weiteres starkes Wachstum in den kommenden Jahren.“ dv

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