Michelins neuer Primacy 3 liefert „Sicherheit hoch drei“

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Als zentralen Bestandteil seines Produktsortiments wird Michelin im kommenden Jahr einen neuen Sommerreifen einführen. Der „Michelin Primacy 3“ soll ab Februar den „Primacy HP“ schrittweise ablösen und wird bei Markteinführung in zunächst 38 Dimensionen zwischen 15 und 18 Zoll erhältlich sein. Der Primacy-3-Premiumreifen sei „ein wichtiger Baustein in puncto Sicherheit“ des Verkehrsteilnehmers, betonen die Michelin-Verantwortlichen anlässlich der Produktpräsentation Ende Oktober. Wie der Hersteller dabei weiter betont, biete der Reifen sogar „Sicherheit hoch drei“, sei er doch namhaften Wettbewerbsprodukten gegenüber in zentralen Sicherheitsdisziplinen überlegen. Auch wenn Michelin in Zusammenhang mit dem neuen Primacy 3 stets dessen Sicherheitseigenschaften betont, ein Thema, das zumindest in der Produktkommunkation zuletzt oftmals hinter den ökologischen Eigenschaften von Michelin-Reifen zurückstand, stehe er gleichfalls für eine hohe Kilometerleistung und Kraftstoffersparnis.

Dass Michelin mit der Einführung des neuen Primacy 3 „Sicherheit hoch drei“ verspricht, kommt nicht von ungefähr. So bietet er im Vergleich zu vier wichtigen Wettbewerbsreifen der großen Marken die besten Ergebnisse im Hinblick auf Haftung beim Bremsen auf trockener Fahrbahn, beim Bremsen auf nasser Fahrbahn und im Kurvenverhalten auf nasser Fahrbahn. Dies geht aus einem Vergleichstest hervor, der im Februar 2011 im Auftrag von Michelin vom TÜV Süd Automotive durchgeführt wurde. Getestet wurde dabei gegen den Continental ContiPremiumContact 2, den Bridgestone Tuaranza ER 300, den Goodyear EfficientGrip sowie den Pirelli Cinturato P7. Beispielsweise reduziere sich bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h der Bremsweg mit dem Michelin Primacy 3 auf trockener Fahrbahn um 2,20 Meter im Vergleich zu den Durchschnittswerten der vier getesteten Wettbewerbsreifen. Darüber hinaus zeichne er sich „wie alle anderen Michelin-Reifen durch eine hohe Kilometerlaufleistung aus und trägt gleichzeitig zur Kraftstoffersparnis bei“, betont dabei der Hersteller. Bei Michelin spricht man in diesem Zusammenhang von „Balance of Performance“, ohne dass dabei Kompromisse in einer der wichtigen Produkteigenschaften eingegangen werden.

 

Um diese bei Michelin als „ausgewogen“ geltenden Leistungsmerkmale zu erzielen, habe man einen völlig neuen Konzeptionsprozess umgesetzt. Denn alle in Forschung und Entwicklung gesammelten Daten über Unfälle im Straßenverkehr seien in diesen Prozess eingeflossen. Die Gefahren im Straßenverkehr tauchten oft dort auf, wo man sie am wenigsten vermute. So ereigneten sich etwa 70 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr auf trockener Fahrbahn. 60 Prozent der Unfälle wiederum fänden im städtischen Bereich bei geringen Geschwindigkeiten statt. „Allein diese Beispiele widerlegen in den Köpfen der Menschen fest verankerte Vorurteile und verdeutlichten die Notwendigkeit, die Verkehrsunfallforschung mit neuen Augen zu betrachten. Mit neuem Ansatz will Michelin durchdachte Strategien entwickeln und das Engagement für eine Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer transparenter machen.“

Folglich wolle Michelin dazu beitragen, „die Anzahl der Unfälle im Straßenverkehr zu senken“. Das Problem werde dazu von verschiedenen Seiten angegangen. Nicht nur, dass Michelin seine Kenntnisse in Sachen Unfallforschung im Straßenverkehr erweitern wolle und durch besondere Kampagnen Verkehrsteilnehmer für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren. Vielmehr wolle Michelin auch Reifen entwickeln, „deren vorrangiger Anspruch Sicherheit ist. Dies ist die Kernkompetenz der Gruppe. Michelin sammelt Wissen über die Gefahren im Straßenverkehr und verwertet diese Informationen innerhalb seiner Forschung und Entwicklung. So gelingt Michelin die Entwicklung und Produktion von Reifen, die für die ermittelten kritischen Situationen ausgelegt sind und somit auch den vorrangigen Erwartungen der Autofahrer weltweit genau entsprechen.“ Aus dieser auf ein Mehr an Sicherheit basierenden Strategie sei der neue Sommerreifen Michelin Primacy 3 hervorgegangen.

Verkehrsunfallforschung hilft

Sicherheit kann weder an einem einzigen Leistungsmerkmal eines Reifens festgemacht werden noch ist die Bremsleistung die einzige Voraussetzung für angemessene Sicherheit. Ebenso wenig ist hohe Geschwindigkeit der einzige Faktor, auf den Verkehrsunfälle zurückzuführen sind. Die Vorurteile über die Gefahren im Straßenverkehr sind zahlreich. Michelin habe sich von dieser Vorstellung gelöst und weitreichende Kompetenzen im Bereich Sicherheit erworben. Die Forschung erfolgt insbesondere am Lehrstuhl für Verkehrsunfallforschung (VUFO) der Technischen Universität Dresden. In Dresden wurden 20.000 Verkehrsunfälle, die sich innerhalb von zehn Jahren in Europa ereignet haben, untersucht. Aus dieser Analyse entstanden eine kartografische Darstellung der Unfalltypen sowie bemerkenswerte statistische Daten.

Es zeigte sich etwa – neben den beiden oben genannten Beispielen –, dass sich 75 Prozent der Verkehrsunfälle sich auf gerader Strecke ereigneten (davon 20 Prozent auf nasser Fahrbahn), dass 25 Prozent der Unfälle in einer Kurve geschehen, dies sind die schwersten (davon 50 Prozent auf nasser Fahrbahn), dass 99 Prozent der Unfälle auf nasser Fahrbahn bei einem sehr dünnem Wasserfilm auf der Fahrbahn geschehen.

Michelin habe diese Erkenntnisse genutzt, um die Eigenschaften seines neuen Sommerreifens Primacy 3 zu definieren. Ein Team von 60 Ingenieuren habe dabei drei Jahre lang an der Konzeption des Reifens gearbeitet. Mehr als 25.000 Reifenprototypen seien im Technologiezentrum und mehreren Werken der Gruppe hergestellt worden, um die Zuverlässigkeit der technischen und produktionstechnischen Leistungsmerkmale des Reifens zu garantieren. Anschließend sei der Reifen auf mehr als 20 Millionen Straßenkilometern unter verschiedensten europäischen Bedingungen, von Norddeutschland bis Südspanien, getestet worden. Sämtliche Ingenieur-Teams beim französischen Hersteller arbeiteten mit der strategischen Vorgabe, Reifen zu liefern, die in mehreren Leistungsmerkmalen gleichzeitig Top-Leistungen aufweisen, betont das Unternehmen. Die große Herausforderung bestehe darin, eine bestimmte Eigenschaft zu entwickeln, ohne dass dies zulasten der anderen Eigenschaften geht. Beim neuen Michelin Primacy 3 sei diese Strategie sehr konsequent umgesetzt worden. Er soll größtmögliche Sicherheit und bestmögliche Haftung unter verschiedensten Bedingungen bieten – sowohl auf gerader Strecke und trockener Fahrbahn als auch in Kurven auf nasser Fahrbahn. Darüber hinaus sei auch darauf geachtet worden, dass die gesamten Nutzungskosten so moderat wie möglich gehalten werden. Durch einen geringen Rollwiderstand und eine hohe Laufleistung bringe er also neben Sicherheit auch Energieeffizienz und Langlebigkeit. Um den Nachweis der Leistungsmerkmale des Michelin Primacy 3 zu erbringen, habe der Hersteller das unabhängige Testzentrum TÜV Süd Automotive beauftragt, eine vergleichende Analyse mit den vier oben bereits genannten Wettbewerbsreifen durchzuführen. Diese Studie zeigte folgende Ergebnisse. Nebem dem oben bereits erwähnten um 2,20 Meter verkürzten Bremsweg auf trockener Fahrbahn (zur Erinnerung: 70 Prozent der Verkehrsunfälle ereigneten sich bei solchen Fahrbahnbedingungen), biete der Primacy 3 im Verlgleich zum Durchschnitt der vier Wettbewerbsreifen auch auf nasser Fahrbahn einen verkürzten Bremsweg. Der Michelin-Reifen kam den Testergebnissen vom TÜV Süd Automotive zufolge beim Bremsen von 80 km/h bis zum Stillstand 1,50 Meter früher zum Stehen als der Durchschnitt der vier Wettbewerbsreifen. Auch weise der Primacy 3 Michelin zufolge in nassen Kurven bessere Haftungseigenschaften als die vier getesteten Wettbewerbsreifen auf. Der Michelin Primacy 3 erreiche auf der Kreisbahn eine bis zu 3 km/h höhere Kurvengeschwindigkeit.

Zwei neue Technologien

Zwei neue Technologien sollen dabei entscheidend zum Sicherheitsniveau des Michelin Primacy 3 beitragen und dessen Haftungseigenschaften bei Nässe oder trockenem Untergrund verbessern. Einerseits soll die neue, patentierte Gummimischung des Michelin Primacy 3 für optimierte Haftung bei allen Straßenverhältnissen sorgen, ohne dass dies zulasten der zwei Leistungsmerkmale Kraftstoffersparnis und Langlebigkeit gehe. Die neue Gummimischung sei eine komplexe und innovative Zusammensetzung aus mehreren Elastomeren, Silica-Verstärkern und Weichmachern auf der Basis von Harz. Die Neuheit bestehe sowohl in den Mischungszutaten als auch in der optimalen Dosierung und Verteilung der einzelnen Bestandteile sowie der Art und Weise, wie diese gemischt werden, unterstreicht der französische Hersteller anlässlich der Produktpräsentation. Die neuartige Mischung bewirke einen starken Zusammenhalt zwischen den Bestandteilen der Gummimischung. Diese wiederum biete eine Kilometerlaufleistung auf höchstem Niveau.

Andererseits führt Michelin mit dem Sommerreifen Primacy 3 ein „Reifenprofil aus innovativen Lamellen“ ein. Bei starker Beanspruchung des Reifens, bei Notbremsungen oder in Kurven, auf trockener oder nasser Fahrbahn sei es das Wichtigste, dass die größtmögliche Gummifläche im Kontakt mit der Fahrbahn bleibe. Das neue, patentierte Reifenprofil des Primacy 3 verfügt über selbstblockierende Lamellen, die sich untereinander stabilisieren und somit eine höhere Steifigkeit erreichen sollen, und das obwohl sie bis an den Profilgrund reichen, also rund 7,5 Millimeter tief sind. „Dadurch wird eine geringere Verformung der Gummistollen erreicht und die Qualität der Verbindung zwischen Reifen und Boden verbessert“, heißt es dazu weiter. Abgesehen von ihrer Konzeption sei die Herstellung dieser neuen Lamellen ein „technologisches Meisterstück“, denn ihre minimale Stärke beträgt gerade einmal 0,2 Millimeter. Zum Vergleich: Die Lamellen herkömmlicher Winterreife haben üblicherweise Lamellen mit einer Dicke von 0,4 bis 0,6 Millimenter.

Als global tätiger Reifenhersteller steht Michelin in enger Beziehung zu allen Automobilherstellern. Aus internen Schätzungen geht hervor, dass die Entwicklung der Raddurchmesser neuer Fahrzeugmodelle stark zunehmen wird. Bei den 16- und 17-Zoll-Reifen erwartet Michelin ein Wachstum von nahezu 25 Prozent. Voraussichtlich wird der Bedarf an Reifen, die immer mehr Sicherheit und gleichzeitig Kraftstoffersparnis bieten sowie den Anforderungen der Fahrzeugmodelle entsprechen, weiter steigen. Der neue Michelin Primacy 3 entspreche bereits jetzt diesen Erwartungen. Noch vor seiner Einführung auf dem Ersatzmarkt laufen bereits 30 Freigabeprozesse bei großen Automobilherstellern für die Ausrüstung von 20 neuen namhaften Fahrzeugmodellen zwischen 2011 und 2012. Aktuelle Freigaben für den Volvo V60 und den Renault Clio – beides in 17 Zoll – liegen bereits vor; Projekte laufen auch mit Mercedes, BMW, Audi und anderen. Bereits bei Markteinführung im kommenden Februar kann Michelin über 90 Prozent der möglichen Reifengrößen zwischen 15 und 18 Zoll liefern. Der Primacy 3 wird zum Teil auch im deutschen Werk in Bad Kreuznach gefertigt. arno.borchers@reifenpresse.de

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