“2011 bislang im Plan”, sagt Delticom – viertes Quartal gut angelaufen

Die Delticom AG hat vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Hiernach konnte der Internetreifenhändler trotz einer starken Vorjahresbasis in den ersten neun Monaten den Umsatz um 15,8 Prozent auf 297,7 Millionen Euro und das EBIT um 23,3 Prozent auf 28,2 Millionen Euro steigern. Mit Blick allein auf das dritte Quartal ist von einem Umsatzplus von 24,7 Prozent auf nunmehr 99,4 Millionen Euro (drittes Quartal 2010: 79,7 Millionen Euro) die Rede bei einem gleichzeitig um 51,5 Prozent auf 9,5 Millionen Euro gestiegenen EBIT.

„Wir sind mit dem bisherigen Geschäftsverlauf zufrieden. Natürlich liegt jetzt nach dem letzten, außergewöhnlich starken Winter die Messlatte für das Schlussquartal hoch. Trotzdem wollen wir – auch bei weniger harschem Winterwetter – mehr Winterreifen verkaufen als im letzten Jahr“, sagt Delticom-CEO Rainer Binder. Gute Abverkäufe von Sommerreifen und ein früher Start in die Wintersaison hätten zu dem deutlichen Umsatzplus in den Monaten von Juli bis September beigetragen. Nach einem vergleichsweise schwachen Sommerreifengeschäft im zweiten Quartal habe ab August die marktweite Nachfrage für Sommerreifen und im weiteren Verlauf des dritten Quartals auch für Winterreifen spürbar angezogen. Das Unternehmen sieht darin die Chance, um mit „attraktiveren Verkaufspreisen“ sein Absatzvolumen zu steigern.

„In den verbleibenden Monaten zielen wir nicht auf die außergewöhnlich hohen Margen des letzten Winters, sondern wir wollen weiter Marktanteile gewinnen“, erklärt Delticom-CFO Frank Schuhardt. Im dritten Quartal sei daher die Rohertragsmarge – Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge – von 27,7 Prozent im zweiten Quartal 2011 auf 25,8 Prozent zurückgeführt worden, womit sie auch um 1,6 Prozentpunkte niedriger lag als die 27,4 Prozent im dritten Quartal 2010. „Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die größeren Warenbestände: Delticom hat in diesem Jahr ausreichend Ware, um auch zu niedrigeren Margen weitere Kunden gewinnen zu können“, lässt der Internethändler verlautbaren, der gleichzeitig davon berichtet, dass das Winterreifengeschäft europaweit auch außerhalb solcher Regionen mit traditionell hoher Umrüstquote an Bedeutung gewinnt.

Bei alldem konnte der Geschäftsbereich E-Commerce der Delticom AG im dritten Quartal um 18,4 Prozent auf 89,1 Millionen Euro Umsatz zulegen und der Quartalsumsatz im Großhandelsgeschäft um sogar 132,1 Prozent auf 10,3 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres werden die Umsätze für die Segmente E-Commerce und Großhandel mit 279,2 Millionen Euro respektive 18,5 Millionen Euro beziffert, was um 14,0 bzw. 53,2 Prozent über den Vergleichswerten des entsprechenden Zeitraums 2010 liegt. Dem steht nach Unternehmensangaben ein Materialaufwand in Höhe von 218,6 Millionen Euro (2010: 187,3 Millionen Euro) im Berichtszeitraum gegenüber, wobei 73,7 Millionen Euro dieser Gesamtsumme auf das dritte Quartal entfielen (drittes Quartal 2010: 57,8 Millionen Euro).

Als Personalaufwand für die 111 Delticom-Beschäftigten im Berichtszeitraum werden 5,2 Millionen Euro genannt, aufs dritte Quartal entfallen 1,7 Millionen Euro davon. Die Personalaufwandsquote – Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen – soll sich für den Zeitraum von Januar bis September dieses Jahres mit 1,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 leicht um 0,1 Prozentpunkte verringert haben. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien im dritten Quartal von 14,1 Millionen Euro um 18,1 Prozent auf 16,7 Millionen Euro gestiegen, wobei allein die Kosten für den Transport von den Lagerstandorten zu den Kunden oder Montagepartnern als größte diesbezügliche Einzelposition mit acht Millionen Euro beziffert werden. Der Marketingaufwand hat laut Delticom im dritten Quartal bei 1,9 Millionen Euro gelegen.

Vor dem Hintergrund eines „deutlichen Ausbaus der Lagerkapazität“ und den damit verbundenen notwendigen Ausstattungsinvestitionen wird von planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 600.000 Euro für den Zeitraum von Juli bis September des laufenden Jahres berichtet. Für die ersten neun Monate werden diesbezüglich 1,4 Millionen Euro genannt. „Die wertmäßig geringen Abschreibungen zeigen, dass das Geschäft der Delticom nach wie vor wenig kapitalintensiv ist“, so das Unternehmen, das in seinem vorläufigen Zahlenwerk EBIT-Margen von 9,5 Prozent sowohl für das dritte Quartal für sich genommen als auch für das bisherige Geschäftsjahr per Ende September ausweist.

„Bereinigt man die quartalsweise EBIT-Marge um die Gewinne und Verluste aus Währungsdifferenzen, dann fällt sie aufgrund der niedrigeren Rohertragsmarge allerdings mit 8,5 Prozent deutlich niedriger aus als im Vorjahr“, sagt der Internethändler mit Blick darauf, dass im dritten Quartal 2010 noch eine entsprechend bereinigte EBIT-Marge von 9,7 Prozent berichtet wurde. Für den gesamten Berichtszeitraum wäre die bereinigte EBIT-Marge mit 9,2 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau, heißt es weiter. „Bei normalem Geschäftsverlauf rechnen wir für das Gesamtjahr 2011 unverändert mit einem Umsatzplus von etwa zehn Prozent. Die EBIT-Marge sollte etwa einen Prozentpunkt niedriger sein als 2010“, meint Schuhardt.

Nachdem man im zweiten Quartal wie geplant ein neues Großlager in Betrieb genommen hat, seien die Bestände bis zum Ende des dritten Quartals auf 122,9 Millionen Euro hochgefahren worden, wobei für den 30. September bzw. den 31. Dezember vergangenen Jahres Vergleichswerte in Höhe von 76,5 Millionen Euro bzw. 52,2 Millionen Euro genannt werden. Allerdings seien deshalb weitere Investitionen in Regale, Flurfahrzeuge und Fördertechnik notwendig gewesen: Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich bis zum genannten Stichtag auf acht Millionen Euro nach 1,9 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals 2010. Der vollständige Bericht für die ersten neun Monate 2011 soll ab 8. November auf der Internetseite www.delti.com im Bereich „Investor Relations“ zum Download zur Verfügung stehen. cm

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