Hannover-Stöcken: Totgesagter Standort mit Zukunft

Groß war das mediale Interesse, als die Continental Ende des vergangenen Jahrzehnts schrittweise die Reifenproduktion in der Stammfabrik am Standort in Hannover-Stöcken herunterfuhr und sie dann letztendlich auch zum Jahreswechsel 2009/2010 komplett einstellte. Zuvor hatte der deutsche Hersteller am Standort bereits zum Ende 2007 mit der Pkw-Reifenproduktion abgeschlossen, die Lkw-Reifenproduktion folgte. Wie sich jetzt aber immer mehr zeigt, hat der Standort Hannover-Stöcken unter dem Dach der Continental sehr wohl eine Zukunft. In den Hallen, wo bis vor Kurzem noch Reifen gefertigt wurden, stellt Conti Machinery (CM) heute etwa Maschinen zur Reifenproduktion her. Nicht nur, dass Conti damit die eigenen neuen und erweiterten Werke in aller Welt ausstattet, auch andere Hersteller investieren in ihre Produktionskapazitäten, um die boomenden Märkte bedienen zu können. Während sich der Ausstoß der hauseigenen Maschinenfabrik in Hannover-Stöcken in der jüngsten Vergangenheit mehr als verdoppelt hat – zwei Maschinen pro Woche verlassen das Werk –, ist auch die Belegschaft deutlich gewachsen. Es arbeiten aktuell 380 Menschen bei Conti Machinery in Hannover-Stöcken.

Heute steht aber nicht nur die Maschinenfabrik als Symbol für den Strukturwandel am traditionsreichen Standort, wo bereits vor 140 Jahren gefertigt wurde. Auch für die Mischerei hat das Unternehmen einen neuen Platz in der Welt gefunden. Produzierte man in Hannover-Stöcken in früheren Jahren Mischungen für die lokale Reifenproduktion, so ist man heute als internationaler Zulieferer anerkannt und liefert auch externen Kunden zu. Vor zwei Jahren produzierte Stöcken 90.000 Tonnen Gummimischungen für die Reifenproduktion, in diesem Jahr werden es 156.000 Tonnen sein. Die Mitarbeiterzahl stieg unterdessen um mehr als 50 auf 425.

Ebenfalls nutzt die Continental-Division „Chassis & Safety“ die Werkshallen in Stöcken. Dort stehen heute zahllose Prototypen der Automobilindustrie, wo rund 170 Entwickler und Facharbeiter die Luftfedersysteme des Hannoveraner Automobilzulieferers testen können, bevor sie dann im Gifhorner Werk in Serie produziert werden. Das Herz des Conti-Standortes ist natürlich die Reifenentwicklung. Bis Ende des kommenden Jahres sollen dort weitere 100 Jobs entstehen. Darüber hinaus wird in Stöcken derzeit eine Abteilung von rund 20 Ingenieuren aufgebaut, die den Ausbau der Reifenproduktionskapazitäten von China bis in die USA begleiten soll. Aktuell arbeiten im Entwicklungszentrum in Hannover-Stöcken schon mehr als 1.200 Menschen.

Heute nutzt die Continental in Hannover-Stöcken bereits wieder mehr als 95 Prozent der 500.000 Quadratmeter Nutzfläche; für das kommende Jahr sollen auch die verbleibenden Prozente genutzt werden, ist man sich sicher am Sitz den deutschen Automobilzulieferers und Reifenherstellers. ab

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