VDA: BRIC-Länder und USA im Plus – Rückgang in Westeuropa

In den USA legte der Light-Vehicle-Absatz deutscher Marken im Juni mit einem Wachstum von beinahe 22 Prozent und 91.000 verkauften Fahrzeugen mehr als dreimal so stark zu wie der Gesamtmarkt (Pkw und Light Truck), der mit über einer Million Einheiten um gut sieben Prozent stieg, berichtet der Verband der Automobilindustrie (VDA). Im gesamten ersten Halbjahr 2011 lag das Plus mit über 6,3 Millionen Fahrzeugen bei rund 13 Prozent. Der Absatz der deutschen Hersteller wuchs sogar um 17,3 Prozent. Damit kletterte ihr Marktanteil in den USA seit Jahresbeginn auf 7,8 Prozent, im Pkw-Bereich sogar auf 11,3.

In Brasilien entwickelte sich der Light-Vehicle-Markt im vergangenen Monat erneut sehr dynamisch. Die Zinserhöhung der brasilianischen Zentralbank, die eine Überhitzung der dortigen Wirtschaft verhindern soll, hatte wenig Effekt auf die größtenteils kreditfinanzierte Nachfrage im brasilianischen Light-Vehicle-Markt. Die Zahl der Verkäufe stieg mit knapp 287.000 Einheiten um 16 Prozent. In der ersten Hälfte des Jahres legte die Nachfrage auf dem brasilianischen Markt um knapp zehn Prozent zu.

In China wurden im Juni 931.000 Pkw abgesetzt. Nachdem in den vergangenen zwei Monaten Lieferprobleme japanischer Teilehersteller die Pkw-Verkäufe dämpften, fiel das Wachstum im Juni mit einer Steigerung von mehr als neun Prozent wieder höher aus. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Pkw-Absatz mit rund sechs Millionen Fahrzeugen um knapp zehn Prozent zu.

In Indien verzeichnete das Pkw-Wachstum im Juni – einem durch den Monsunregen im Norden beeinflussten traditionell schwachen Monat – mit einem Anstieg von gut vier Prozent den geringsten Zuwachs seit mehr als zwei Jahren. Bereits seit April zeigt sich die Nachfrage auf dem indischen Pkw-Markt durch steigende Benzinpreise und eine höher als erwartet ausgefallene Leitzinsanhebung gedämpft. Im bisherigen Jahresverlauf 2011 liegt das Plus noch bei 16 Prozent.

Auf dem japanischen Markt gingen die Pkw-Verkäufe im vergangenen Monat zwar um 22 Prozent zurück, das Minus ist jedoch im Gegensatz zu den starken Einbußen der Vormonate bereits eine Verbesserung. In der ersten Jahreshälfte gingen die Neuzulassungen von Pkw um 29 Prozent zurück. Die Nachfrage nach importierten Pkw, inklusive der im Ausland produzierten Fahrzeuge japanischer Hersteller, legte im gleichen Zeitraum um 35 Prozent zu.

Der russische Light-Vehicle-Markt setzte seine Erholung auch im Juni weiter fort: Die Neuzulassungen stiegen mit 246.500 verkauften Einheiten um 40 Prozent. In den ersten sechs Monaten 2011 legte der Absatz insgesamt um 56 Prozent auf über 1,2 Millionen Einheiten zu. In der zweiten Jahreshälfte wird das Wachstum jedoch – bedingt durch bereits prämiengeförderte starke Vorjahresmonate – etwas weniger dynamisch ausfallen.

In Westeuropa sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Juni, der in einigen Schlüsselmärkten weniger Arbeitstage hatte als der Vorjahresmonat, mit über 1,2 Millionen Fahrzeugen um rund acht Prozent. In Frankreich gingen die Verkäufe von Pkw, nachdem das dortige Prämienprogramm ausgelaufen ist, um 13 Prozent zurück. In Spanien wirkt sich, neben dem ebenfalls ausgelaufenen Prämienprogramm, auch die angespannte wirtschaftliche Lage auf die Pkw-Nachfrage aus. Die spanischen Neuzulassungen gingen um beinahe ein Drittel zurück. Auch das italienische und das britische Pkw-Geschäft mussten mit einem Minus von zwei Prozent beziehungsweise sechs Prozent Rückgänge verzeichnen. In den ersten sechs Monaten des Jahres ging der Pkw-Markt in Westeuropa mit knapp sieben Millionen Neuzulassungen um zwei Prozent zurück.

In den neuen EU-Ländern sank die Pkw-Nachfrage im Juni um sechs Prozent. Der Rückgang in den großen osteuropäischen Automobilmärkten Polen und Tschechien fiel mit einem Minus von neun Prozent beziehungsweise 13 Prozent sogar noch größer aus. In der ersten Hälfte des Jahres wurden mit 376.300 Einheiten zwei Prozent mehr Pkw zugelassen als im Vorjahr. dv

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