Conti nennt Einzelheiten zu russischem Pkw-Reifenwerk

Continental setzt auf Wachstum, wird dafür (vgl. unter anderem bereits unsere Online-News vom 17.5.) ein neues Reifenwerk im russischen Kaluga bauen und gibt jetzt Einzelheiten des Projektes bekannt. So erhielt nach einer Phase der sorgfältigen Bewertung verschiedener Standorte in Russland die etwas über 325.000 Einwohner zählende und 170 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Moskau liegende Stadt heute den Zuschlag des Konzerns. „Unser strategisches Ziel ist es, besonders in den aufstrebenden Märkten überproportional und profitabel zu wachsen. Dafür investieren wir in den kommenden vier Jahren insgesamt mehr als eine Milliarde Euro in den Aufbau zusätzlicher Pkw-Reifen-Kapazitäten. Für den neuen Standort Kaluga sprechen besonders die gute Infrastruktur, die zentrale geographische Lage sowie die guten Erfahrungen, die Continental bereits mit dem bestehenden Automotive-Elektronik-Werk in Kaluga gesammelt hat“, so Nikolai Setzer, Leiter der Pkw-Reifen-Division und Mitglied des Vorstandes der Continental AG.

In das neue Werk werden rund 220 Millionen Euro investiert, der Produktionsstart ist für Ende 2013 geplant. In der Fabrik, die wie bei Continental üblich im ersten Modul bei Vollauslastung rund vier Millionen Reifen jährlich produzieren wird, werden bis Ende 2013 voraussichtlich rund 400 Mitarbeiter beschäftigt sein. Die russische Regierung hat ihre Unterstützung für den neuen Standort zugesagt. Continental folgt damit als führender Reifenhersteller in der europäischen Erstausrüstung führenden Fahrzeugherstellern wie zum Beispiel Volkswagen, die bereits seit mehreren Jahren ebenfalls in Kaluga produzieren.

„Der für Ende 2011 geplante Baubeginn ist für uns ein sehr wichtiger Meilenstein für unsere lokalen Aktivitäten in Russland und unsere globalen Wachstumspläne“, sagt Setzer. „Dazu zählt auch, dass unsere Planungen für Kaluga so angelegt sind, dass wir die Jahreskapazität des Standortes zu gegebener Zeit auf acht Millionen Pkw-Reifen ausbauen können.“ Für Setzer ist das neue Standbein auf dem seit 2010 wieder deutlich wachsenden russischen Markt ein „strategisches Muss“ für Continental. Durch die lokale Produktion in Russland wird die Pkw-Reifen-Division vom Wegfall der Importzölle und reduzierten Transportkosten profitieren und insgesamt noch deutlich wettbewerbsfähiger werden. Continental wird in dem neuen Pkw-Reifenwerk vor allem Sommer- und Winterreifen der für den russischen Markt wichtigen Konzernmarken Continental, Gislaved, Barum und Matador herstellen. Die neuen Mitarbeiter werden dazu in anderen Pkw-Reifenwerken speziell ausgebildet und geschult, was sich auch für den neuen Produktionsstandort in Hefei (China) bewährt hat, wo im Frühjahr 2011 offizieller Produktionsstart war. „Wir wollen auf diese Weise sicherstellen, dass die Reifen für den russischen Markt aus Kaluga von Anfang an nach unseren hohen, weltweit gültigen Produktionsstandards produziert werden und damit genauso leistungsfähig sind wie die Produkte aus unseren etablierten Fabriken“, erläutert Setzer.

Continental ist seit 2005 mit einer eigenen Vertriebsorganisation in Moskau vertreten und gehört heute zu den größten ausländischen Reifenherstellern im Land. Vor rund einem Jahr hatte sich der Konzern zum Bau eines Greenfields entschieden, um schneller und direkter in Russland agieren zu können und die Liefersituation langfristig zu verbessern. Neben Russland erweitert Continental derzeit auch in Brasilien, den USA und Europa die Produktionskapazitäten, um die weltweit steigende Nachfrage langfristig bedienen zu können. dv

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