Continental steht mit „Projekt 24-Stunden-Rennen“ in alter Tradition

Wenn man zurückblickt auf die jüngste Vergangenheit, dann hat Continental insbesondere das Themengebiet „Sicherheit und Reifen“ für sich als Kommunikationsebene aufgebaut und intensiv genutzt. Die Plattform, über die entsprechende Kommunikation in der Regel transportiert wurde, war Fußball, insbesondere die Fußball-WMs. Nach über einem Jahrzehnt ist der Hannoveraner Reifenhersteller jetzt wieder im Spitzenmotorsport aktiv und hatte beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ein eigenes Team in Kooperation mit dem Fahrzeughersteller Artega (Paderborn) am Start. Das Ergebnis – ein 70. Platz im stark besetzten Feld – kann sich sehen lassen, ist er doch auf den straßenzugelassenen ContiForceContact-Reifen erzielt worden. Was ändert sich aber grundsätzlich durch dieses neue Engagement der Continental in Sachen Motorsport?

Anlässlich eines Pressegesprächs vor dem 24-Stunden-Rennen erläuterten Vertreter des Reifenherstellers, inwiefern sich die Continental künftig im Motorsport engagieren möchte und – sogar noch wichtiger für die Marke – inwiefern das Auswirkungen auf das Thema Sicherheit als zentrale Markenbotschaft hat. Dass die Continental eigentlich eine lange Tradition als Lieferant von Reifen für die verschiedensten Rennserien hat, nimmt man heute kaum mehr richtig wahr, auch wenn der Hersteller seit knapp einem Jahrzehnt Reifen für die französische Eisrennserie Trophee Andros liefert. Aber die Continental beteiligte sich sogar ab 1954 in der Formel 1 und holte später mit dem legendären argentinischen Rennfahrer Juan Manuel Fangio sogar den Weltmeistertitel. Und in den 1990er Jahren engagierte sich Continental etwa im Truck Racing und auch im Langstreckensport. Zuletzt startete Henry Siemons, Leiter der Tuningabteilung des deutschen Reifenherstellers 1999 beim 24-Stunden-Rennen, und zwar auf einem Audi TT. Der gelbe Renner sorgte damals für viel Aufmerksamkeit und fuhr außerdem eine gute Platzierung ein. Seither hatte sich das Unternehmen in Abstinenz geübt, was den Langstreckenklassiker in der Eifel betrifft.

Auch wenn das „ContiForceTeam“ mit ihrem schwarz-gelben Artega GT wieder für Aufmerksamkeit auf den Rängen und in den Lounges am Ring sorgte, solle damit noch kein neues Motorsportengagement begründet werden, hieß es anlässlich eines Pressegespräches vor dem 24-Stunden-Rennen. Dennoch könne man nicht mit Sicherheit sagen, ob aus dem aktuellen „Projekt“ nicht doch auch eine neue Ausrichtung die Kommunikation, das Marketing und die Marke betreffend entwickeln wird. „Wer weiß, wohin die Reise geht“, hieß es dazu nur. Gleichzeitig betonten die Vertreter des Unternehmens, dass zeitnah alles so bleiben werde, wie es ist. Und das bedeutet zu allererst, dass die Continental auch weiterhin Fußball als zentrales Marketinginstrument nutzen werde und dies nicht durch Motorsport ersetzen wolle. Was die ferne Zukunft bringt, muss man freilich sehen. In Sachen Motorsport wäre Conti jedenfalls in großer Runde unterwegs, während man mit der Kommunikationsplattform Fußball aktuell immer noch weitestgehend ein Alleinstellungsmerkmal besitzt.

Für das aktuelle Tagesgeschäft jedenfalls scheint es durchaus sinnvoll, ein Team in das 24-Stunden-Rennen zu schicken. Wenn nicht hier, wo sollte der straßenzugelassene Semi-Slick-Reifen ContiForceContact sonst seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Aber darf man die Teilnahme am Eifelklassiker folglich als Teil einer Entwicklungsphase verstehen, an deren Ende ein komplett neues UHP- und Sportreifen-Produktsortiment steht? Das sehen die Produkt- und Marketingverantwortlichen bei Conti sicher nicht so, wird doch auf das bestehende Sortiment um den begehrten ContiSportContact verwiesen. Da es schwer ist, ein solches Produkt mit der zentralen Unternehmensbotschaft „Sicherheit“ am Markt zu platzieren, sei Continental als UHP-Reifenhersteller in der Öffentlichkeit einfach nicht so sehr wahrgenommen worden. Das jedenfalls könnte sich mit dem Start des ContiForceTeams beim 24-Stunden-Rennen ändern. arno.borchers@reifenpresse.de

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