Goodyear-Quartalsergebnis verzückt die Börse

Goodyear hat im ersten Quartal 2011 von der Erholung der Autoindustrie profitiert und konnte einen höheren Gewinn als erwartet einfahren: vor Sondereffekten 51 Cent je Aktie, erwarten worden waren gerade mal 12 $-Cent. Die Börse honorierte das Quartalsergebnis mit einem Kurssprung von zeitweise über 15, schlussendlich 14 Prozent. Damit nähert  sich Goodyear wieder dem letzten  Hochstand von 18,84 US-Dollar (August 2009) an, nachdem der Kurs zeitweise bis auf 9,10 Dollar abgesackt war.

Der Umsatz des US-Konzerns legte in den ersten drei Monaten um 27 Prozent auf einen Rekordwert von 5,4 Milliarden Dollar zu, wozu alle vier regionalen Geschäftseinheiten ihren Beitrag leisten konnten. Der Gewinn von 103 Millionen Dollar nach einem Verlust von 47 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum wird zwar auch von einem Mengenzuwachs von sieben Prozent auf 46,8 Millionen Einheiten getragen, darüber hinaus schlug aber nicht unwesentlich zu Buche, dass Goodyear um 15 Prozent höhere Preise durchsetzen konnte.

Nordamerika ist nach wie vor der Schlüsselmarkt des Konzerns und trug 2,3 Milliarden Dollar (nach knapp 1,8 Mrd.) entsprechend fast 43 Prozent zum Konzernumsatz bei. Bezogen auf Stückzahlen allerdings stellt Nordamerika mit 17,1 Millionen Einheiten (nach 15,2 Mio.) die zweitgrößte Geschäftseinheit dar und repräsentiert 36,5 des Konzernabsatzes. Die OE-Lieferungen nahmen im Goodyear-Heimatmarkt um acht Prozent, die Auslieferungen im Ersatzgeschäft um 14,5 Prozent zu. Es ist gelungen, die Verlustzone zu verlassen, wenn auch die Marge mit 1,7 Prozent im Wettbewerbsvergleich recht mager erscheint.

Die Region EMEA (Europe, Middle East and Africa) hat 1,96 Milliarden Dollar Umsatz (nach 1,5 Mrd.) zum Konzernergebnis beitragen können und entsprechend 36,3 Prozent, bei den ausgelieferten Einheiten hat EMEA mit 19,7 Millionen (nach 18,4 Mio.) allerdings die Nase deutlich vorne. Der Gewinn (operating income) wurde von 109 auf 153 Millionen Dollar gesteigert, die Marge von 7,1 auf 7,8 Prozent. Im OE-Geschäft konnte Goodyear sechs, im Ersatzmarkt sieben Prozent mehr Reifen absetzen.

In Lateinamerika büßte Goodyear zwar im ersten Quartal 2011 stückzahlenmäßig ein (4,9 nach 5,1 Millionen Einheiten), steigerte aber den Umsatz um 22 Prozent auf 585 Millionen Dollar entsprechend 10,8 Prozent vom Konzernergebnis. Um zehn Prozent höheren Erstausrüstungsabsätzen stehen Absatzverluste von elf Prozent im Ersatzgeschäft gegenüber. Die im Vorjahr noch herausragende Marge in dieser Region fiel nicht zuletzt deswegen von 15,9 auf 11,5 Prozent.

Ähnlich wie in Lateinamerika die Situation in der Geschäftseinheit Asien Pazifik: Der Absatz ging leicht auf 5,1 Millionen Einheiten zurück, der Umsatz legte um 14 Prozent auf 551 Millionen Dollar zu entsprechend 10,2 Prozent vom Konzernergebnis. Dass der Gewinn (operating income) leicht auf 67 Millionen US-Dollar fiel und die Marge damit beeinträchtigte (12,2 nach 14,3 Prozent), wird auch mit Anlaufkosten für eine neue Fabrik in China begründet. dv

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