Beitrag Fullsize Banner NRZ

„BT-016 Pro“ und „Diablo Rosso II“ Sieger von PS-Motorradreifentest

In ihrer Mai-Ausgabe veröffentlicht die Motorradzeitschrift PS einen Vergleichstest von Straßensportreifen. Durchgeführt wurde dieser auf dem Goodyear-Dunlop-Testgelände im südfranzösischen Mireval, wobei die insgesamt neun Testkandidaten in den Größen 120/70 ZR17 am Vorderrad sowie in 180/55 ZR17 am Hinterrad ihre Qualitäten montiert an einer mit ABS ausgestatteten Honda CBR 600 RR unter Beweis zu stellen hatten. Neben „üblichen Verdächtigen“ wie Bridgestones „Battlax BT-016 Pro“, Dunlops „Sportsmart“, Michelins „Power Pure“ in Normal- und „D“-Ausführung sowie Pirellis „Diablo Rosso II“ und „Diablo Rosso Corsa“ mussten auch der „M-1 Street Sport“ der Marke FullBoreUSA, der „Supermaxx“ von Maxxis und Shinkos „Advance 005“ antreten. Auf den Zahn gefühlt wurde den Probanden dabei im Nassen und Trockenen. Ingesamt hatten die Tester 250 Punkte zu vergeben, wovon 150 auf trockener Piste verteilt auf die Disziplinen Kaltlaufverhalten, Handling, Zielgenauigkeit, Stabilität, Grip, Verhalten im Grenzbereich, Aufstellmoment Bremsen und Feedback zu ergattern waren. Die restlichen 100 galt es auf nasser Fahrbahn in den Kategorien Handling, Zielgenauigkeit, Grip in Schräglage, Grip bei Beschleunigung, Verhalten im Grenzbereich sowie Bremsverzögerung zu sammeln.

Auf dem ersten Platz kamen letztlich Bridgestones „Battlax BT-016 Pro“ und Pirellis „Diablo Rosso II“ ins Ziel: Sie konnten jeweils 216 der maximal 250 möglichen Punkte auf sich vereinigen. Dabei hat vor allem der Reifen der japanischen Marke die Tester überrascht, hatte doch sein Vorgänger ohne den Namenszusatz „Pro“ beim Test des PS-Schwestermagazins Motorrad wegen Schwächen bei Nässe im vergangenen Jahr für ein vergleichsweise schlechtes Abschneiden gesorgt. „Hut ab! Der ‚BT-016 Pro’ hat so ziemlich alle Schwächen seines Vorgängers abgelegt. Im Wasser fühlt er sich nun pudelwohl, nur beim hammerharten Anreißen auf der Rennstrecke fehlt ihm noch etwas Stabilität. Ansonsten top!“, lautet daher das Fazit der PS-Redaktion. Mit 90 von 100 möglichen Punkten lässt der Bridgestone-Reifen bei Nässe alle angetretenen Wettbewerbsmodelle hinter sich. Der „Diablo Rosso II“ muss sich bei Trockenheit mit 139 Punkten nur dem „Diablo Rosso Corsa“ aus dem eigenen Hause geschlagen geben, kann aber dank 77 Punkten auf nasser Fahrbahn in der Summe ebenfalls bis auf den ersten Platz vorfahren. Der „Diablo Rosso II“ sei – schreibt PS – „ein ausgewiesener Sportreifen, dessen Qualität auch bei Nässe noch in Ordnung geht“. Charakterisiert wird er darüber hinaus als „klasse Reifen zum Brennen, der einen auch bei Regen nicht im Stich lässt“.

Das können die Tester von den „Billigheimern“ der Marken FullBoreUSA und Maxxis nicht sagen, denn sie sollen beim Nassbremsen „kaum zum Stehen“ gekommen sein. Besser gesagt: Für sie wurden bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100 km/h Anhaltewege von 64,3 Metern („Supermaxx“) und 74,2 Metern („M-1 Street Sport“) gemessen. Zum Vergleich: Für den Testsieger Bridgestone „Battlax BT-016 Pro“ wird ein Wert von lediglich 48,2 Metern genannt. Wie der Shinko-Reifen abgeschnitten hätte, darüber lässt sich nur spekulieren. Denn weil die Tester den „Advance 005“ nur als Hinterradreifen auftreiben konnten, wurde er nur im Trockenen sowie kombiniert mal mit dem Dunlop „Sportsmart“ und mal mit dem FullBoreUSA-Reifen am Vorderrad bewegt. Die mit Vorbehalt zu genießende Ausbeute waren 78 Punkte in der Trockenwertung, aber letztendlich blieb das Modell ohne (Gesamt-)Wertung bei dem Vergleich. Die anderen beiden „Billigreifen“ konnten sich auf trockener Piste ebenfalls nicht in besonderem Maße hervortun oder gar ihre Schwächen bei Nässe wettmachen. Daher kamen die Maxxis- und FullBoreUSA-Reifen mit 142 respektive 126 Punkten denn auch nicht über die letzten beiden Plätze sieben und acht hinaus.

Zweiter – oder wegen der zwei Sieger Dritter – wurde der Michelin „Power Pure“ mit der „D“-Kennung (214 Gesamtpunkte) gefolgt vom Pirelli „Diablo Rosso Corsa“, der 211 Gesamtpunkte auf sich vereinigen konnte. „Der Reifen mit den klar sportlichsten Genen bietet im Trockenen mustergültige Racer-Qualitäten. Die gehen allerdings klar zulasten der Nass-Performance, weshalb sich der ‚Rosso Corsa’ für den mitteleuropäischen Alltag nicht perfekt eignet“, urteilt PS über den zweiten getesteten Reifen der italienischen Marke. Den fünften Rang teilen sich die beiden Modelle „Sportsmart“ von Dunlop und Michelins „Power Pure“ in Normalausführung mit jeweils 210 Punkten. Ersterem wird von der Redaktion der Zeitschrift einerseits angekreidet, dass er nach dem Losfahren etwas mehr Zeit braucht als die Mitbewerber, um auf Temperatur zu kommen, und dass er zudem „auch nicht der Handlichste“ ist. Andererseits wird er jedoch auch beschrieben als ein „verlässlicher Begleiter, der es sehr sportlich kann und mag“. Dass der „Power Pure“ über den fünften Platz nicht hinaus kommt wird demgegenüber vor allem damit begründet, dass der es dem Reifen gegenüber der Konkurrenz an Zielgenauigkeit fehle.

Allerdings sollte man bei all dem vor Augen halten, dass die „schlechtesten“ Modelle der etablierten Marken – also Dunlops „Sportsmart“ und Michelins „Power Pure“ ohne „D“-Kennung – gerade einmal sechs Punkte weniger ergattern konnten als der diesjährige PS-Testsieger aus dem Hause Bridgestone: Das entspricht relativ gesehen einer Differenz von nicht einmal drei Prozent und fällt damit ganz eindeutig wesentlich kleiner aus als der Abstand von 74 Punkten bzw. rund 34 Prozent zwischen „BT-016 Pro“ und dem Besten unter den „Billigheimern“. cm

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.