Studie: BRV legt mit „Managementreport“ zum Strukturwandel nach

Bereits im vergangenen Dezember hatte der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) versucht, seine Mitglieder auf einen Veränderungsprozess und dessen Auswirkungen auf das tägliche Reifenhandelsgeschäft aufmerksam zu machen. Unter dem Titel „BRV-Reifenkäufer-Studie 2010“ kam der Verband damals auf Basis der erhobenen Daten zu dem Schluss, „dass in den vergangenen Jahren ein Abwanderungsprozess der Reifenkäufer vom Reifenfachhandel zu den Onlineanbietern erfolgte. Darüber hinaus haben die freien Kfz-Werkstätten Käuferpotenzial abgezogen.“ Vier Monate nach Vorlage der ursprünglichen Studienergebnisse schreibt der BRV nun: „Leider müssen wir feststellen, dass dieser Wandel sowie die Ergebnisse der Studie nur eine recht geringe Beachtung in der Branche finden.“ Der Verband versucht nun noch einmal auf das Thema und die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs aufmerksam zu machen und hat dazu jetzt einen begleitenden Managementreport erarbeitet, der die Ergebnisse der Studie interpretiert imd Handlungsoptionen aufzeigt.

Um die Bedeutung der Studienergebnisse zu unterstreichen, weist der BRV noch einmal auf die langfristigen Marktanteilsverluste des Vertriebskanals Reifenfachhandel gegenüber konkurrierenden Kanälen hin. 1999 seien 58 Prozent der Pkw-Reifen noch über den Reifenfachhandel an Endverbraucher verkauft worden, in 2010 seien es nur noch 45,3 Prozent gewesen. „Wir sehen die große Gefahr, dass der Reifenfachhandel aufgrund des sehr guten Geschäftsverlaufs 2010 unterschätzt, wie dringend notwendig eine Anpassung an veränderte Strukturen, Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher ist, um die aktuelle Marktposition sichern und möglichst langfristig wieder ausbauen zu können“, warnt Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des BRV.

Um die Reifenkäuferstudie für den Reifenfachhandel konkret nutzbar zu machen, hat der BRV-Vorstand in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Wolk After Sales Experts einen begleitenden „Managementreport“ erarbeitet, der nun vorliegt. „Der Report nennt und interpretiert die GfK-Ergebnisse, arbeitet Stärken und Schwächen des Reifenhandels gezielt heraus und zeigt Handlungsoptionen auf“, erläutert Hülzer weiter. „Somit ist er quasi ein Handbuch, wie der Reifenfachhandel Marktanteilsverluste abwehren und seine zukünftige Marktstellung festigen kann.“ Der Managementreport zur GfK-Reifenkäuferstudie umfasst insgesamt 125 Seiten in Chart-Form, richtet sich vor allem an regional tätige Filialisten, Handelsketten sowie Kooperations- und Systemzentralen und kann über den BRV für 1.250 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erworben werden. Der Report kann flankiert werden durch einen eintägigen firmenindividuellen Workshop unter der Leitung von Helmut Wolk, Geschäftsführer Wolk After Sales Experts.

„Unseres Erachtens wurde die Kenntnisnahme des Wandels und der Studie von einem recht guten Marktzuwachs im vergangenen Jahr überlagert, sodass das Gros des Reifenfachhandels keine Absatzverluste erlitt. Die prozentualen Marktverschiebungen zu Gunsten der freien Kfz-Werkstätten und der B2C-Onlineanbieter wurden in ihrem Umfang nicht registriert und unterschätzt. Die notwendigen Anpassungsprozesse wurden in den Hintergrund gedrängt“, ist sich der BRV sicher. „Wir möchten ausdrücklich vor einer diesbezüglichen Fehleinschätzung warnen, denn die notwendigen Strukturanpassungen werden auch durch ein zufriedenstellendes Frühjahrsgeschäft nicht aufgehoben, sondern lediglich in die Zukunft verlagert“, so der BRV weiter und empfiehlt in diesem Zusammenhang eine „vorausschauende Geschäftspolitik“. arno.borchers@reifenpresse.de

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