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Leichtmetallradklassiker von Mercedes-Benz

Leichtmetallräder wie die glanzgedrehten Varianten im trendigen Bicolor-Design oder die gewichts- und strömungstechnisch optimierten Serienräder der BlueEFFICIENCY-Modelle sind der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die bei den Mercedes-Benz Serienfahrzeugen bereits 1970 beginnt. Bis dato ist Stahl der Stoff, aus dem die Räder sind. Alternative Werkstoffe wie z. B. Aluminium kommen – wenn überhaupt – nur im Rennsport und bei einzelnen Prototypen wie dem C111 zum Einsatz. Der Durchbruch in der Großserie gelingt Ende der 1960er-Jahre, neue Metalllegierungen und Fertigungsmethoden halten Einzug in die Großserienproduktion.

Als zu Beginn der 1970er-Jahre das erste Leichtmetallrad auf den Markt kommt, ist die Modellpalette von Mercedes-Benz noch recht übersichtlich. Der Vorgänger der heutigen E-Klasse hört auf den Namen „Strich-Acht“ und ist das Volumenmodell, die Luxuslimousinen, -coupés und -cabrios S, SE, SEL, die Roadsterfamilie SL, der SLC sowie der 600 komplettieren das Angebot. Die Modellreihen liegen also nicht so weit auseinander wie die Fahrzeuge der heutigen, breit gefächerten Angebotspalette, die von der leichten A- und B-Klasse über die Limousinen der C-, E- und S-Klasse bis zu den mittleren und großen SUVs der R-, M-, GL-Klasse oder dem GLK reicht und ihre sportliche Note durch die Roadster-Baureihen SLK und SL sowie den neuen Flügeltürer SLS verliehen bekommt.

Angesichts der frühen, übersichtlichen Modellpalette konnte man sich damals mit einem Radmodell aus dem neuen Stoff begnügen, das für alle Baureihen angeboten wurde. Mercedes-Benz startet zunächst mit geschmiedeten Aluminiumrädern des renommierten Herstellers Fuchs, der auch durch die für den Porsche 911 gefertigten Fünf-Speichen-Räder mit mattschwarz lackierter Felgenschüssel und silbernem Felgenbett bekannt ist (die Fuchsfelge). Das Premierenrad ist zunächst für die Limousinen 280 S bis 300 SEL 6.3 der Baureihe W 108 in der Dimension 6×14 und 6,5×14 Zoll als Sonderausstattung im Angebot und wird später wegen des verschnörkelten Designs auf den Spitznamen „Barockrad“ getauft. Bis Mitte der 1980er-Jahre ist das „Barockrad“ das Mercedes-Benz Leichtmetallrad schlechthin und untrennbar mit der Marke verbunden.

Nach dieser Initialzündung in Sachen Leichtmetallrad weitet sich das Angebot kontinuierlich aus. Für die kompakte Baureihe 190 und Modelle der mittleren Baureihe 200 bis 300 E taucht ab Mitte der 1980er-Jahre das 20-Speichen-Leichtmetallrad mit der Dimension 6×15 Zoll in den Zubehör-Katalogen auf, das bald wegen seiner charakteristischen Form der Radschüssel den Spitznamen „Polizeistern-Rad“ verliehen bekommt und gewissermaßen als Erstlingswerk von Mercedes-Benz Accessories gilt. Der endgültige Siegeszug folgt in der gleichen Dekade mit dem legendären „Kanaldeckel-Rad“. Bis auf wenige Ausnahmen stehen heute nahezu alle Serienfahrzeuge von Mercedes-Benz auf Leichtmetallrädern.

Wie erfolgreich der Siegeszug der Leichtmetallräder ist, belegt ein Vergleich: Mit dem „Barock“-Modell wurden zu Beginn der 1970er-Jahre jährlich rund 4.600 Exemplare abgesetzt. Heute steht der Großteil der Mercedes-Benz-Neufahrzeuge auf „Alus“. dv

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