“Winter Sport 4D” kommt zur Wintersaison 2011/2012 in den Markt

Er wird es schwer haben, die Fußstapfen seines Vorgängers auszufüllen: Die Rede ist von dem neuen „Winter Sport 4D“, den Dunlop Mitte März im Norden Schwedens der Öffentlichkeit präsentiert hat. Denn der Weg der Vorversion mit dem Namenszusatz „3D“ ist gepflastert mit guten Platzierungen bei den Winterreifenvergleichstests der wichtigsten Automobilzeitschriften. Nichtsdestotrotz dürfte klar sein, dass Dunlop diese Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben will.

Nicht umsonst wird für das neue Produkt, das zum Herbst im Markt verfügbar sein soll, nichts weniger als eine „neue Dimension der Winterreifentechnologie“ versprochen. Dies bezieht sich in erster Linie auf das Lamellensystem des neuen Reifens. Die bisher verwendeten 3D-Lamellen mit der üblichen Ausrichtung der entsprechenden Rillen im 90-Grad-Winkel zur Fahrtrichtung wurden nämlich um zusätzliche sogenannte „Querlamellen“ erweitert. Anders als ihr Name es vermuten lassen würde, sind die zugehörigen kleinen Profilrillen aber in Fahrtrichtung orientiert und sollen so vor allem für mehr Seitenführung bei winterlichen Fahrbahnbedingungen sorgen, erklärt Dr. Bernd Löwenhaupt, Entwicklungsdirektor Pkw-Reifen. Durch die neuen „Querlamellen“ entstehen demnach Mikroblöcke im Profil, die es seinen Worten zufolge ermöglichen, den „Druck noch besser auf die Fahrbahn zu verteilen“. Gleichzeitig wurde laut Dunlop aber auch die Anzahl der Lamellen insgesamt erhöht, um bessere Leistungen beim Bremsen und beim Beschleunigen zu erreichen.

„Wie weit sich die Lamelle öffnet, wird von der Traktionskraft bestimmt. Je größer die Traktionskraft in Laufrichtung, desto größer die Öffnung. Dabei wird die Verformung der Profilblöcke durch das innovative System der sich miteinander verzahnenden 3D-Lamellen reduziert“, so der Reifenhersteller. Zudem verfüge der „SP Winter Sport 4D“ auf der Innenseite der Profilblöcke noch über gezackte Einkerbungen, womit eine Verbesserung der Bremsleistung auf tiefem Schnee verbunden wird. Ein weiteres Merkmal des neuen Reifens sind lang gezogene, schräg verlaufende V-Rillen im Bereich der Laufflächenmitte: In Kombination mit den schräg verlaufenden Hauptrillen in Laufflächenmitte soll so ein Netzwerk aus „Schneerippen“ in der Aufstandsfläche entstehen und für eine verbesserte Übertragung der Antriebskräfte, aber auch mehr Griffkanten in Querrichtung sorgen. Logische Konsequenz daraus: Wie sein Vorgänger ist auch der Neue wieder laufrichtungsgebunden. „Mit der Laufrichtungsbindung sind zahlreiche Vorteile verbunden. Deswegen sind wir diesem Ansatz bei Winterreifen seit 20 Jahren treu geblieben“, sagt Löwenhaupt.

Die Entwickler haben sich aber nicht nur auf die Verbesserung der Reifeneigenschaften auf schneebedeckter Fahrbahn kapriziert. Auch ein Mehr an Grip auf Eis stand auf der Agenda. Für diesen Bereich zeichnet dabei eine optimierte Gummimischung ebenso verantwortlich wie für das Thema Nasshaftung. „In puncto Verbesserung der Nasshaftung ließ sich gegenüber dem ‚Winter Sport 3D’ mit Blick auf das Profil allein nicht viel ausrichten“, erläutert Löwenhaupt. Deswegen habe man das laufrichtungsgebundene Profildesign mit einer Laufflächenmischung mit funktionalisierten Polymeren kombiniert. „Die funktionalisierten Polymere der Mischung liefern über eine große Temperaturbandbreite die optimale dynamische Steifigkeit. Diese aktiven Inhaltsstoffe stellen sicher, dass der Dunlop ‚SP Winter Sport 4D’ den besten Grip seiner Klasse auf nasser Fahrbahn bietet, ohne dass die Leistung auf Schnee darunter leidet“, so der Entwicklungsdirektor für Pkw-Reifen. Gleichzeitig liefere die Mischung einen Beitrag zur Reduzierung des Rollwiderstandes, so wie im Übrigen auch die Verringerung des Reifengewichtes. „Die von uns gewählte Mischung ist maßgeschneidert, um die Leistung auf Schnee und nasser Fahrbahn zu maximieren – und das bei verringertem Rollwiderstand und dementsprechend niedrigerem Kraftstoffverbrauch“, ist man sich bei Dunlop sicher. Die Verbesserung in puncto Rollwiderstand wird dabei im Vergleich zum Vorgänger mit elf Prozent angegeben.

Laut Saburo Miyabe, Manager Advanced Engineering bei Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, soll die Konzernmarke Dunlop vor allem die sogenannten Fahrenthusiasten ansprechen bzw. zufriedenstellen. Selbst im Winter verlangten sie ansprechende Fahrleistungen von der Bereifung ihres Fahrzeuges, zumal ja ohnehin nicht jeder Wintertag zwangsweise einer ist, bei dem Schnee auf der Fahrbahn liegt. Deswegen hat man bei der Entwicklung des „Winter Sport 4D“ abgesehen von solchen Dingen wie Grip auf Eis und Schnee oder Rollwiderstand/Kraftstoffeffizienz außerdem besondern Wert beispielsweise auf eine präzise Rückmeldung von der Straße sowie ein sehr gutes Lenkgefühl gelegt. Hier kommt ebenso wieder das Design der Lamellen ins Spiel, weil diese sich bei Krafteinwirkung miteinander verzahnen, auf diese Weise für stabilere Profilblöcke zu sorgen und damit ein Ansprechverhalten beim Lenken und Bremsen, das nach Dunlop-Aussagen dem eines Sommerreifens ähnelt. Miyabe macht dabei aber deutlich, dass man bei der Entwicklung des Reifens bestrebt gewesen sei, alle Leistungsparameter optimieren. „Endverbraucher erwarten keinen Spezialisten, sondern ein Reifen soll ausgewogen sein“, erklärt er.

 
Der neue „SP Winter Sport 4D“ soll seinen Vorgänger bezüglich aller Leistungskriterien übertreffen

„Nur durch den Einsatz unseres gesamten Teams war es möglich, einen so guten Reifen wie den ‚Winter Sport 3D’ noch weiter zu verbessern“, will Dr. Löwenhaupt keine Zweifel daran aufkeimen lassen, dass man das angestrebte Ziel mit dem „4D“ erreicht hat. Verfügbar sein wird der Neue bei seinem Debüt in 37 Dimensionen von 195/55 R15 bis 255/35 R19 für Fahrzeuge angefangen bei der Mittelklasse bis hin zum Hochleistungssegment. Dass der neue Dunlop-Winterreifen erfolgreich sein wird wie sein Vorgänger, davon ist Frank Titz, Director Consumer Tires Goodyear Dunlop Tires Germany, jedenfalls fest überzeugt. „Bei den Reifentests der gängigen Automobilzeitschriften sind wir mit der Marke Dunlop immer supergut dabei. Und das wird auch so bleiben“, meint er mit Blick auf die Leistungseigenschaften des Newcomers. Mit Blick auf das Winterreifengeschäft allgemein rechnet das Unternehmen seinen Worten zufolge für 2011 mit einem mit 26 Millionen Reifen nur leicht unter Vorjahr (2010: 27 Millionen Winterreifen) liegenden Absatz. Dabei werde nach der Prognose des Herstellers das Premiumsegment gewinnen und das Budgetsegment verlieren, sagt Titz.

„Alle unsere Kunden rennen uns jetzt schon die Hütte ein“, dürfte klar sein, zu welcher Kategorie er die Marke Dunlop im Allgemeinen bzw. den „Winter Sport 4D“ im Besonderen zählt. „Wer Dunlop-Reifen fährt, will mehr als nur von A nach B kommen, auch der am Spaß am Fahren spielt eine Rolle. Und Leute, die sportlich und leidenschaftlich unterwegs sein wollen, wollen das auch im Winter“, so Titz weiter. Man habe jedenfalls „hohe Erwartungen“ an das Winterreifengeschäft 2011/2012, wobei Dunlop mit einem weiteren Wachstum der Nachfrage vor allem aus dem Segment der Reifen mit Geschwindigkeitsindex H, V oder höher rechnet. Und genau hier ist der neu vorgestellte Winterreifen ja einzuordnen. christian.marx@reifenpresse.de

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