Schaeffler verringert Conti-Anteil von 75,1 auf 60 Prozent

Schaeffler (Herzogenaurach) verringert den Anteil am hannoverschen Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental von 75,1 auf 60 Prozent. 29,7 Millionen Aktien sind zu einem Preis von 60 Euro pro Anteil an eine breite internationale Investorenbasis veräußert worden, sodass sich die Schuldenlast des fränkischen Familienunternehmens schon allein dadurch um etwa 1,8 Milliarden Euro verringert hat. Insgesamt allerdings ermöglicht es das mit den finanzierenden Banken ausgehandelte Refinanzierungspaket der Schaeffler Holding, ihre Schulden sogar von derzeit 7,4 Milliarden Euro um 2,8 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden Euro zu verringern.

400 Millionen Euro Schulden der Schaeffler Holding wurden durch eine Sondertilgung aus dem operativen Cashflow der Gruppe zurückgeführt. Weitere 600 Millionen Euro Schulden der Schaeffler Holding werden angesichts des starken operativen Geschäfts auf die Schaeffler GmbH übertragen. Die Zinsbelastung der Schaeffler Holding wird von in der Spitze bis zu 17 Prozent auf unter zehn Prozent jährlich reduziert und gleichzeitig die durchschnittliche Restlaufzeit der bestehenden Kredite verlängert, in den Medien war von einem Zeitraum bis 2018 die Rede.

„Durch das Refinanzierungspaket ist es gelungen, die Verschuldungssituation und die Finanzierungskonditionen von Schaeffler signifikant zu verbessern. Damit schaffen wir weitere finanzielle Flexibilität“, so Klaus Rosenfeld, Chief Financial Officer von Schaeffler. Im Zuge der Refinanzierung richtet die Schaeffler-Gruppe zudem ihre Beteiligungsstruktur an der Continental AG neu aus. Schaeffler erwirbt von M.M.Warburg und Bankhaus Metzler weitere 15,5 Millionen Aktien. Dadurch erhöht sich der Anteil der Schaeffler Gruppe an der Continental AG von derzeit 42,2 Prozent auf 49,9 Prozent. Damit wird das Potenzial voll ausgeschöpft, das sich aus einer Investorenvereinbarung ergibt, die nach Abschluss der Übernahmeschlacht um Continental im Sommer 2008 getroffen worden war und bis zum Frühjahr 2014 befristet ist.

Durch den Anteilsverkauf steigt der Streubesitz der Continental-Aktie von derzeit 24,9 Prozent auf 39,7 Prozent. Aufgrund des erweiterten Streubesitzes und der voraussichtlich erhöhten Liquidität positioniert sich die Continental AG als aussichtsreicher Kandidat für einen Wiederaufstieg vom MDax in den DAX 30.

M.M.Warburg und Bankhaus Metzler verringern durch die beiden Transaktionen ihre Anteile an Continental von zuletzt insgesamt rund 33 Prozent auf 10,4 Prozent. Schaeffler, M.M.Warburg und Bankhaus Metzler haben sich verpflichtet, in den nächsten zwölf Monaten ihre jeweilige Beteiligung an der Continental AG nicht weiter zu verringern.

Darüber hinaus plant Schaeffler die Änderung der Rechtsform und macht damit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Kapitalmarkt. Noch im Jahresverlauf 2011 soll die Schaeffler GmbH in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt werden.

Georg F. W. Schaeffler, Aufsichtsratsvorsitzender und Gesellschafter der Schaeffler-Gruppe: „Mit diesem Maßnahmenpaket schaffen wir uns die notwendigen Freiräume für eine erfolgreiche strategische Weiterentwicklung der Schaeffler-Gruppe. Zugleich erhöhen wir die Attraktivität der Continental-Aktie für Investoren. Auf dieser Basis werden wir alle strategischen Optionen prüfen, um die Zusammenarbeit mit der Continental AG weiter zu intensivieren“. dv

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