125 Jahre Aluminium

Dieser Tage jährt sich die Erfindung des Aluminium zum 125. Male. Zwar hatte bereits 1808 Sir Humphry Davy „Aluminum“ beschrieben und versucht es herzustellen, zwar gelang dies erstmalig Hans Christian Orsted 1825 durch Reaktion von Aluminiumchlorid mit Kaliumamalgam, zwar verwendete Wöhler 1827 die gleiche Methode, verfeinerte Henri Etienne Sainte-Claire Deville dessen Prozess im Jahr 1846 und publizierte ihn 1859 in einem Buch, aber erst 1886 wurde unabhängig voneinander durch Charles Martin Hall und Paul Héroult das jetzt nach ihnen benannte Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Aluminium entwickelt: der so genannte „Hall-Héroult-Prozess“. Aluminium wird noch heute nach diesem Prinzip großtechnisch hergestellt.

Überliefert ist, dass der damals 22-jährige Charles Martin Hall in einem primitiven Holzschuppen, der ihm als Labor diente, wohl am 23. Februar 1886 der Durchbruch gelang. Am 9. Juli des gleichen Jahres folgte die Patentanmeldung, die schließlich im Jahre 1907 in den größten Aluminiumkonzern der Welt münden sollte: Aluminium Company of America, kurz Alcoa. Wie bedeutend diese Erfindung war, mag man auch daran ablesen, dass die Flugpioniere Gebrüder Wright die Vorzüge des leichten Metalls bereits 1903 für ihre Flugmaschine nutzten. Und der Siegeszug des Aluminiums geht bis heute weiter: Etwa 75 Prozent allen jemals hergestellten Aluminiums sind dank der hervorragenden Recyclingfähigkeit des Materials noch heute in Gebrauch!

Auf die Idee, Räder aus Aluminium für Fahrzeuge zu gießen, kam ein gewisser Harry A. Miller, der am 4. Mai 1920, fünfeinhalb Jahre nach Halls Tod, auch ein entsprechendes Patent anmeldete – aber daraus wurde aus verschiedenen Gründen nichts! Das erste verbürgte Leichtmetallrad an einem Auto nutzte der legendäre Ettore Bugatti auf seinem nicht minder legendären Rennauto vom Typ 35 am 3. August 1924. In den 30er Jahren entdeckten auch deutsche Autohersteller wie Auto Union, BMW oder Daimler Benz die Vorzüge des leichten Rades, freilich erst einmal nur für Rennwagen.

Bei Straßenautos gebührt Porsche wohl die Pionierrolle, so geschehen 1966. Wenige Jahre später folgte BMW, in den 70er Jahren spielten italienische Produzenten eine Schlüsselrolle und dienten der deutschen Aluräderbranche, die heute den europäischen Markt beherrscht und weltweit in führender Stellung ist, als Vorbild. detlef.vogt@reifenpresse.de

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