Beim Reifenkauf auf Rollwiderstand achten, rät TÜV Süd

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TÜV Süd rät Verbrauchern vor dem Hintergrund steigender Preise von im Reifenbau verwendeten Rohstoffen wie etwa Naturkautschuk, einen etwaig anstehenden Kauf neuer Reifen nicht auf die lange Bank zu schieben. Wer früher kauft, spare Geld, wird angesichts der allgemeinen Erwartung steigender Reifenpreise empfohlen. „Wer darüber hinaus auf den Rollwiderstand achtet, spart Sprit und tut was für die Umwelt“, hat Michael Staude, vom TÜV Süd Automotive noch einen weiteren Tipp auf Lager. Als Chairman der europäischen Kommission für den Abgleich der Rollwiderstandslabore ist er zugleich involviert in die versuchstechnische Umsetzung des EU-Reifenlabels, das ab 2012 Pflicht für die Kennzeichnung von Reifen hinsichtlich Rollwiderstand, Geräuschentwicklung und Nassbremsleistung wird. „Viele Markenhersteller bieten schon besonders rolloptimierte Reifen an. Bei den Marken etablierter Hersteller kann man sich zudem darauf verlassen, dass der Rollwiderstand nicht auf Kosten der Nässeperformance verbessert wurde“, meint Staude und hat dabei offenbar Produkte mit solchen Namen(-szusätzen) wie „Ecopia“, „Energy Saver“, „EcoContact“, „Eco Impact“ oder „EfficientGrip“ vor dem geistigen Auge. Etliche Markenhersteller hätten jedenfalls vor dem Hintergrund hoher Spritpreise, der Kohlendioxiddiskussion und in Vorbereitung des neuen Labels den Rollwiderstand ihrer Reifen bereits gesenkt. Und die Autoindustrie setze diese schon heute in der Erstausrüstung ein, weil sich das positiv auf die Verbrauchsangaben auswirke. „Wer neue Reifen kauft, sollte neben dem Rollwiderstand auch die Reifenbreite beachten. Denn breitere Reifen machen Einsparungen beim Abrollen in der Regel sofort wieder zunichte. Wer also sparen will und obendrein die Umwelt liebt, für den ist stets der schmalere Reifen die richtige Wahl“, lautet ein weiterer TÜV-Süd-Ratschlag, zumal fast alle Autos mit mehreren Größen und Breiten gefahren werden dürften und ab Werk oftmals eher die größeren Räder montiert seien.

Staudes Worten zufolge erfüllen die großen Reifenproduzenten mit den meisten Produkten bereits jetzt die kommenden EU-Vorschriften. „Eine gute Orientierung für den Kauf der neuen Sommerpneus sind Testberichte der Fachpresse. Dort finden Interessenten inzwischen fast immer auch die Angaben zum Rollwiderstand“, sagt er. Energieeffizienz dürfe allerdings nicht zulasten der Sicherheit gehen, weswegen Reifenhersteller bei der Produktentwicklung laut TÜV Süd im Kern immer die drei Faktoren Nassgriff, Rollwiderstand und Geräuschentwicklung im Blick haben. „Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Optimierungen beim Rollwiderstand und bei der Geräuschentwicklung haben immer Auswirkungen auf die Nässe-Performance eines Reifens. Die bekannten Markenhersteller haben das ‚Magische Dreieck‘ aber im Griff. Der Rollwiderstand wird nur soweit optimiert, dass die Einbußen beim Grip sich absolut im Rahmen halten. Sicherheit wird nach wie vor großgeschrieben“, erklärt Staude. Soweit bekannt, ist hinsichtlich der zugrunde liegenden Messverfahren des neuen Reifenlabels zwar noch nicht das letzte Wort gesprochen, doch nach Angaben des TÜV Süd schaffen „einige wenige Reifen anerkannter Hersteller“ in Bezug auf die Nässeeigenschaften die Einstufung in die höchste/beste Kategorie „A“. Demgegenüber sei bei der ebenso siebenstufig angelegten Skala in Sachen Rollwiderstand (von „A“ bis „G“, wobei die Klasse „D“ per Definition leer ist und sich das Ganze somit eigentlich auf sechs Abstufungen reduziert) derzeit ein „C“ aktueller Stand der Technik und in naher Zukunft bestenfalls „B“, wie Staude zu berichten weiß. „Schlechte Werte beim Nassbremsen – das kann sich kein Hersteller leisten, auch wenn der Rollwiderstand noch so gut ist“, ist er überzeugt, dass der Trend zu Reifen mit einem optimierten Rollwiderstand nicht auf Kosten der Sicherheit gehen wird. cm

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