“Arbeitsplatzampel” bei Continental eingeführt

Eine Arbeitswelt zu gestalten, die auch für ältere Mitarbeiter optimal geeignet ist: Das hat sich die Continental AG vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit einer zu erwartenden zunehmenden Zahl älterer Beschäftigter auf die Fahnen geschrieben und im Rahmen eines Pilotprojektes in Deutschland die Arbeitsplätze von 25.000 Mitarbeitern unter diesem Gesichtspunkt untersucht. Unter dem Motto „Ergonomie am Arbeitsplatz statt Frühverrentung“ erstellt das Unternehmen dazu von jedem Produktionsarbeitsplatz ein genaues Profil. Das sogenannte „Belastungsdokumentationssystem“ (BDS) erfasst zum Beispiel physische Belastungen wie das Gewicht zu bewegender Lasten und die Körperhaltung, aber auch Konzentrationsanforderungen, Beleuchtungssituation, Lärm, Erschütterungen, Zugluft und Temperaturen. Alle Parameter zusammen bilden dann die Basis für die nun eingeführte „Arbeitsplatzampel“, die bei Grün signalisiert, dass der jeweilige Arbeitsplatz für Mitarbeiter jeden Alters geeignet ist, während bei Gelb Verbesserungen erforderlich sind und die Farbe Rot dafür steht, dass der entsprechende Arbeitsplatz nicht altersstabil ist.

„Grundsätzlich stellen der demografische Wandel und eine alters- und altersgerechte Gestaltung der Arbeitswelt eine bedeutende Herausforderung dar. Gleichzeitig ist es aber auch eine wichtige arbeitsmedizinische Aufgabe, unabhängig vom Lebensalter individuelle Ressourcen der Arbeitnehmer zu fördern und zu erhalten“, betont Prof. Dr. Thomas Kraus vom Institut für Arbeits- und Sozialmedizin am Universitätsklinikum der RWTH Aachen die Wichtigkeit guter Arbeitsbedingungen für die Gesundheit der Mitarbeiter aller Altersgruppen. Insgesamt will die Continental AG eigenen Aussagen zufolge 25 bis 30 Prozent ihrer gewerblichen Arbeitsplätze pro Standort altersgerecht gestalten und ist für ihr diesbezügliches Engagement bereits auch ausgezeichnet worden. „Damit aus Erfahrung Zukunft werden kann, brauchen wir eine Arbeitswelt, die auf die Bedürfnisse und Stärken der Mitarbeiter in jedem Lebensabschnitt Rücksicht nimmt. Das kommt gleichermaßen den Älteren wie auch den Jüngeren zugute“, sagt Dr. Peter Dolfen, Leiter der Konzernabteilung für Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Industriehygiene und Unternehmensschutz bei Continental. Bis 2015 werde sich die Zahl der Mitarbeiter im Alterssegment zwischen 55 und 65 Jahren in der Produktion auf etwa 25 Prozent verdreifachen. „In einem nächsten Schritt planen wir, das Belastungsdokumentationssystem zunächst europaweit und dann weltweit einzusetzen“, so Dolfen. cm

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