Falkens Premierenjahr in Europa „sehr zufriedenstellend“

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Bei der Falken Tyre Europe GmbH zieht man ein positives Fazit des ersten Jahres der Eigenständigkeit. „Wir sind grundsätzlich sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr“, erklärt Markus Bögner im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Der Sales Director mit Zuständigkeit für den deutschen Markt beschreibt den Geschäftsverlauf als „deutlich besser als erwartet“ und „sehr zufriedenstellend“ und gibt an, dass man schon „realistische Annahmen“ vom möglichen Absatz hatte, die Jahresergebnisse also nicht mit allzu konservativen Prognosen vergleichen muss. Das junge Start-up-Unternehmen wurde im Sommer 2009 von der japanischen Sumitomo Rubber Industries Ltd. in Deutschland gegründet und übernahm zum 1. Januar 2010 die Vermarktung der Marken „Falken“ und „Ohtsu“ von der Goodyear-Dunlop-Gruppe, die sich darum ein Jahrzehnt lang gekümmert hatte. Nun hofft man in Offenbach am Sitz der Europagesellschaft für das zweite Jahr auf weiteres Wachstum und eine Vertiefung und Erweiterung der Kundenbeziehungen.

Als Falken Tyre Europe Anfang des laufenden Jahres die Vertriebstätigkeit in Deutschland und Europa aufnahm, war viel darüber spekuliert worden, wem die Kunden, die bisher ihre Falken-Reifen über die Goodyear-Dunlop-Organisation M-Plus bezogen hatten, wohl die Treue halten würden: dem Hersteller Sumitomo Rubber Industries aus Japan oder dem langjährigen Vermarkter Goodyear Dunlop. Laut Markus Bögner könne man zufrieden sein mit der Anzahl an Kunden, die Falkens Schritt in die Unabhängigkeit in Europa mitgegangen sind. Man habe zwar auch ehemals loyale Falken-Kunden an die Goodyear-Dunlop-Organisation verloren, die seit dem 1. Januar 2010 eben klassischer Wettbewerber ist, wobei dort nur schwer eine ‚Ersatzmarke’ mit identischem Profil im entsprechenden Marktsegment zu finden sein dürfte (dazu unten mehr). Dennoch sei es der Falken Tyre Europe im laufenden Jahr gelungen, eine überaus zufriedenstellende Kundenbasis in Deutschland und darüber hinaus aufzubauen.

Dass dies nicht als Zufallsprodukt gewertet werden dürfe, darauf legt der deutsche Vertriebsdirektor großen Wert. Als man mit der neuen Gesellschaft nach mehrmonatiger Vorlaufzeit zum 1. Januar 2010 an den Start ging, hatte man ein Team von 20 Leuten beieinander. Heute stehen bei der europäischen Vertriebsgesellschaft des japanischen Reifenherstellers 34 Menschen auf der Gehaltsliste. Allein um die Kunden auf dem deutschen Reifenmarkt kümmern sich aktuell vier Außendienstmitarbeiter nebst Markus Bögner. Auch in Märkten wie etwa Österreich, Italien, Spanien oder den skandinavischen Ländern sei man mittlerweile personell gut aufgestellt. Wie der Sales Director erläutert, habe man das Team nach Bedarf und kurzfristig aufgebaut und kündigt für Anfang März die Einstellung eines weiteren Außendienstlers für Deutschland an.

Auch wenn man bei Falken Tyre Europe vergeblich nach konkreten Absatz- oder Umsatzzahlen fragt, so spricht Bögner doch mit Blick auf das laufende Jahr von Marktanteilsgewinnen; bei Winterreifen habe Falken sogar „deutlich Marktanteile hinzugewonnen“, so der Vertriebsverantwortliche, möchte aber keine Details nennen. Dafür verantwortlich sei einerseits die vorteilhafte Marktnachfrage in Verbindung mit gewissen Lieferproblemen etlicher Wettbewerber. Sicher: Auch bei Falken hieß es irgendwann bei bestimmten Dimensionen nur noch „ausverkauft“. Dennoch: Die Vorbereitungen auf das laufende Geschäft und die Bevorratungen durch die Kunden haben das Geschäft für alle Beteiligten nicht nur planbarer gemacht, sondern auch eine höhere Verfügbarkeit sichergestellt. Für das kommende Sommerreifengeschäft, für das man bei Falken Tyre Europe bereits seit Anfang November unterwegs ist, gehen laut Bögner „mehr Vorbestellungen“ ein; die „Bevorratungsneigung hat deutlich zugenommen“, so der Vertriebsverantwortliche für Deutschland.

Ein Problem, mit dem auch Falken Tyre Europe im vergangenen Jahr umzugehen lernen musste, waren die zum Teil deutlich gestiegenen Preise auf der Kostseite. Die exorbitanten Preissteigerungen bei Naturkautschuk haben jeden im Markt schwer belastet, die Rohölpreise, die aktuell so hoch liegen wie seit über zwei Jahren nicht mehr, auch. Der Hersteller mit Fabriken in Japan und Thailand muss aber auch seine stetig steigenden Frachtkosten an die Kunden weiterreichen und leidet außerdem unter dem schwachen Euro – im Vergleich zum Anfang des Jahres, als Falken Tyre Europe an den Start ging, kosten auf Yen-Basis abgerechnete Produkte heute allein durch die Wechselkursschwankungen rund 20 Prozent mehr. Die Entwicklung der Sell-in-Preise sei demnach „leider Gottes nicht erfreulich“, so Bögner, obwohl es auch Falken in Europa gelungen sei, „vernünftige Preiserhöhungen“ umzusetzen. Konkret bedeutete dies, dass Falken-Sommerreifen innerhalb eines Jahres 8,5 Prozent teurer wurden; zum 1. Januar 2011 werden die Preise erneut um 5,5 Prozent in Europa angehoben. Inwieweit Winterreifen teurer werden, muss sich erst noch mit der neuen Preisliste des Herstellers zeigen, die im kommenden Sommer für die Saison 2011/2012 geschrieben wird. Wie Markus Bögner betont, sehe man sich im Mediumpreis- bzw. Qualitätssegment der europäischen Reifenmarktes gut positioniert.

Die Marketingverantwortliche Stefanie Olbertz kündigt unterdessen an, dass Falken in seiner Marketingstrategie auch in 2011 weiterhin auf Motorsport setzen werde, wozu auch die Stärken in den Produktsegmenten HP- und UHP-Reifen passen, mit denen Falken – im mittleren Marktsegment – eben auch im Goodyear-Dunlop-Konzern eine besondere Stellung hatte. Man werde etwa Sponsor des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring bleiben, wo man sich in früheren Jahren als Sponsor „omnipräsent“ wähnte, und sich dort auch sportlich weiter einbringen. arno.borchers@reifenpresse.de

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