Titan und Goodyear werden sich handelseinig

Die Titan Tire Corporation – Tochterunternehmen der Titan International Inc. – ist mit dem Goodyear-Konzern handelseinig geworden, was den Kauf von dessen lateinamerikanischen und europäischen Landwirtschaftsreifenaktivitäten betrifft. Nachdem Titan schon vor einigen Jahren das nordamerikanische Farmreifengeschäft inklusive eines Werkes in Freeport (Illinois/USA) von Goodyear übernommen hatte, wurde nun ein Kaufpreis in Höhe von 130 Millionen US-Dollar für den Erwerb der entsprechenden Aktivitäten in Lateinamerika bzw. Europa vereinbart. Diese Summe beinhalte zugleich die Lizenzrechte an der Marke Goodyear in Bezug auf deren Nutzung rund um die Produktion und den Vertrieb von Landwirtschaftsreifen in den Märkten von Europa/Osteuropa, Afrika, Russland, Lateinamerika sowie weiterhin Nordamerika, heißt es in einer mehr oder weniger gleichlautenden Mitteilung beider Seiten. Im Zuge des Deals ist demnach vorgesehen, dass Titan das Goodyear-Werk in Sao Paulo (Brasilien) komplett übernimmt, wobei dies voraussichtlich im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen sein wird. Das Goodyear-Werk Amiens Nord (Frankreich) ist ebenfalls Teil der Übernahme. Allerdings müssen nach der seitens Goodyear ohnehin angekündigten Einstellung der dort über die Landwirtschaftsreifenfertigung hinaus zusätzlich beheimateten Pkw-Reifenproduktion erst noch Gespräche mit Gewerkschaftern geführt und ein Sozialplan erstellt werden. Ist das in trockenen Tüchern, geht auch dieser Standort komplett an Titan über.

„Titan ist erfreut, diese neuen Regionen zu unseren globalen Geschäftsaktivitäten hinzufügen zu können. Diese Akquisitionen unterstützen unsere Vision, uns zum weltweit führenden Hersteller von Landwirtschaftsreifen zu entwickeln“, so Titan-Chairman und -CEO Maurice M. Taylor jr., nach dessen Worten die beiden fraglichen Geschäftsbereiche zuletzt einen Umsatz von zusammen über 400 Millionen US-Dollar pro Jahr erwirtschaftet haben. „In die Zukunft blickend gehe ich davon aus, dass sich dieses Volumen innerhalb kurzer Zeit wird erhöhen lassen“, gibt er sich optimistisch. Was das EBIT betrifft, ist Analysten der Deutschen Bank zufolge diesbezüglich in Lateinamerika annähernd eine schwarze Null geschrieben worden, während Goodyear – wie es weiter heißt – im europäischen Landwirtschaftsreifengeschäft eher wohl Geld verloren bzw. Verluste eingefahren habe. Goodyear-Chairman und -CEO Richard J. Kramer geht jedenfalls nicht davon aus, dass sich der Verkauf abgesehen von dem Einfluss auf den Konzernumsatz in nennenswertem Umfang auf die Finanzkennzahlen des Unternehmens auswirken wird. Im Landwirtschaftsreifengeschäft sei Goodyear jahrzehntelang sehr erfolgreich unterwegs gewesen, meint er darüber hinaus und wertet den jetzigen Verkauf als Rückbesinnung des Unternehmens auf seine Kerngeschäftsfelder, zu denen für ihn in erster Linie Pkw- und Nutzfahrzeugreifen zählen. Kramer ist jedenfalls zuversichtlich, dass Titan, wo Landwirtschaftsreifen das Kerngeschäft sind, die als eng beschriebene Beziehung zu den Goodyear-Landwirtschaftsreifenkunden aufrechterhalten wird. cm

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