Erster „Lanxess Rubber Day India“

Auf dem ersten „Lanxess Rubber Day India“ diskutierten in Neu Delhi Experten aus Politik, Wissenschaft, Automobil- und Kautschukindustrie sowie Medien über Initiativen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Indien. Der Einladung des Spezialchemiekonzerns Lanxess folgten rund 250 Teilnehmer. Im Fokus stand dabei die Frage, wie das Wachstumsland Indien dem dramatischen Anstieg von Verkehrsunfällen begegnen kann und welche Beiträge die Reifenhersteller und Kautschuklieferanten leisten könnten.

In einer aktuellen Studie der TU München präsentierte Professor Horst Wildemann alarmierende Zahlen: Danach ist Indien weltweit trauriger Spitzenreiter bei tödlichen Verkehrsunfällen. Allein im Jahr 2008 starben auf indischen Straßen rund 120.000 Menschen. Dies entspricht etwa der Einwohnerzahl von Wolfsburg.

Dabei ist in Indien die Anzahl von zugelassenen Pkw im Vergleich zu westlichen Ländern gering. Während in Deutschland 554 Fahrzeuge pro tausend Einwohner zugelassen sind, sind es in Indien nur 15. Der Subkontinent befindet sich im Übergang von der Zweirad- zur Vierrad-Gesellschaft. Dies überfordert aber laut Studie viele Verkehrsteilnehmer. Insbesondere schwere Lastwagen verursachen viele Unfälle. Der Lastwagenverkehr ist in Indien im Vergleich etwa zu den USA überproportional groß.

Neben dem Fehlverhalten der Fahrer liegen die Gründe für diese Entwicklung in der örtlichen Infrastruktur, aber auch in der mangelhaften Ausrüstung der Fahrzeuge. Das gilt insbesondere auch für Lastwagen, die oft mit sehr stark abgenutzten Reifen unterwegs sind. „Die Kombination von schlechten Straßenzuständen und mangelhaften Reifen ergibt eine gefährliche Mischung“, folgert Prof. Wildemann. „Würde die Bereifung durch Qualitätsstandards geregelt, könnte ohne Verbesserung der Infrastruktur die Gesamtunfallrate um fünf Prozent gesenkt werden. Im Jahr 2008 hätten somit bis zu 24.000 Unfälle mit Personenschaden vermieden werden können.“

Angesichts dieser Fakten plädiert Lanxess als Anbieter im Bereich Synthesekautschuk für eine rasche Einführung von entsprechenden Qualitätsstandards bei Reifen: Darüber diskutierten beim „Lanxess Rubber Day India“ namhafte Vertreter der indischen und europäischen Auto- und Reifenindustrie, darunter beispielsweise Experten von Tata Motors, Volkswagen oder JK Tyres. Ebenfalls vertreten waren Fachleute des TÜV Süd und des indischen Kautschukverbandes sowie der deutsche Botschafter in Indien, Thomas Matussek, und Jasbir Singh, Berater des Ministeriums für Chemie und Düngemittel.

Ein weiterer Schwerpunkt beim Thema „Reifen“ ist für Lanxess die Umweltfreundlichkeit. Qualitätsreifen helfen Treibstoff zu sparen und verringern somit den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen. „Idealerweise würde der indische Gesetzgeber durch eine legislative Vorgabe von Qualitätsstandards für Reifen einen signifikanten Beitrag leisten, um einerseits die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren“, fasst der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann die Diskussion zusammen.

Der Spezialchemiekonzern baut sein globales Forschungsnetzwerk aus und schließt mit dem führenden indischen Institut für Kautschukforschung ein Kooperationsabkommen. Partner von Lanxess ist das unabhängige „Hari Shankar Singhania Elastomer and Tyre Research Institute“ (HASETRI) mit Sitz in Kankroli (Bundestaat Rajastan). Die Kooperation mit dem 1991 gegründeten Institut soll die Erschließung des rasant wachsenden Reifenmarktes in Indien begleiten. dv

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