China reagiert endlich auf riesige Überkapazitäten im Land

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Vor dem Hintergrund deutlich wachsender Überkapazitäten und „überhitzter Investments und Erweiterungen“ will die chinesische Regierung künftige Investitionen in der heimischen Reifenindustrie stärker reglementieren. Laut einer Veröffentlichung des Ministeriums für Industrie- und Informationstechnologie vom vergangenen Monat unter dem Titel „Die Reifenindustriepolitik“ sollen neue und erweiterte Reifenfabriken in Zukunft gewisse Mindestgrößen haben. Dadurch sollen „spekulative Investitionen“ weitestgehend verhindert werden. In der ersten Jahreshälfte 2010 seien in China rund 40 Reifenfabriken neu eröffnet bzw. erweitert worden, heißt es auf der Website des China Economic Net, und viele dieser Projekte seien auf niedrigem technischen Niveau und außerdem redundant, heißt es dort weiter.

Beispiel Nutzfahrzeugreifen: Während in 2008 in China 75 Millionen Ganzstahl-Lkw-Reifen gefertigt wurden, waren dies ein Jahr später bereits 80 Millionen; im laufenden Jahr wird diese Kapazität um weitere zehn Millionen Lkw-Reifen auf dann 90 Millionen Einheiten gesteigert. Wie das China Economic Net weiter schreibt, sei diese Zahl wenigstens doppelt so hoch wie die Nachfrage auf dem heimischen Markt. Selbt mit Blick auf eine Exportquote von rund 30 Prozent ergeben sich immer noch beträchtliche Überkapazitäten. Neue, modernisierte oder erweiterte Lkw-Reifenfabriken sollen demnach wenigstens eine Kapazität von 1,2 Millionen Reifen haben. Bei Pkw-Reifen liegt diese Grenze künftig bei sechs Millionen und bei EM-Reifen bei 30.000 Reifen. Gemischte Projekt – etwa Lkw- und Pkw-Reifenfabriken – müssen die Mindestgrößen in allen betreffenden Segmenten erfüllen. Bei entsprechenden Investitionsplänen sollen Radialreifenfabriken bevorzugt; bis 2015 sollen in China sogar gar keine diagonalen Pkw-Reifen mehr hergestellt und der Anteil der diagonalen Lkw-Reifen um zehn Prozent gesenkt werden. ab

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