Pirelli investiert 1,9 Milliarden Euro in Premiumprodukte und Fabriken

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Nun, da Pirelli die Restrukturierung zum „reinen Reifenhersteller“ abgeschlossen hat, war es an der Zeit, die mittelfristigen Ziele neu zu formulieren sowie die Mittel festzulegen, mit denen diese Ziele zu erreichen sein sollen. Dazu hat der italienische Reifenhersteller jetzt einen neuen „Industrieplan 2011-2013“ veröffentlicht. Pirelli bleibt dabei seiner altbekannten und als erfolgreich erprobten Marschrichtung treu: Man kann und will nicht mit allen Produkten überall auf der Welt gleichzeitig sein, sondern konzentriert sich stattdessen auf Kernprodukte und Kernmärkte. Im Mittelpunkt dabei stehen „Premiumsegmente in allen Bereichen“ und „Regionen mit rapidem Wirtschaftswachstum“, also vorwiegend die Schwellenländer. Wie Pirelli mitteilt, halte man auch in Zukunft folglich nichts von einer „Nicht-Premiumproduktion für die Erstausrüstung“ oder einer „Multi-Marken-Strategie“. Da der weltweite Fahrzeugbestand bei Premiummodellen deutlich stärker als der Gesamtmarkt wächst und Pirelli hier eh schon „unübertroffen“ ist, wolle man weiter in diese Richtung gehen und bei Pkw- wie auch bei Nutzfahrzeugreifen vorwiegend auf lukrative Premiummärkte setzen. Vor diesem Hintergrund erwartet man in Mailand auch die Weiterentwicklung der EBIT-Marge von 8,5 (2011) auf 11,5 Prozent in 2013. Parallel dazu soll das „Angebot dichter an die Nachfrage“ gebracht werden – dies bedeutet Pirelli zufolge Investitionen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre.

Eine der zentralen Investitionen wird die neue Fabrik in Mexiko sein, über die bereits früher spekuliert worden war. Die Fabrik soll rund 210 Millionen Dollar (150 Millionen Euro) kosten und zuallererst den Märkten im Nafta-Raum dienen, also den USA, Kanada und Mexiko selbst. Pirellis erste Fabrik in Mexiko soll bereits 2012 in Betrieb genommen werden und High-Performance- und Ultra-High-Performance-Reifen fertigen. Ab 2015 soll die Kapazität dort rund fünf Millionen Pkw- und LLkw-Reifen sein; es entstehend rund 700 Jobs. Eine der weiteren zentralen Investitionen, wie sie im „Industrieplan 2011-2013“ beschrieben werden, findet derzeit bereits in Turin statt. Dort entsteht das Produktionszentrum „Settimo Torinese“ für zunächst rund 155 Millionen Euro. Der Standort vor den Toren der norditalienischen Metropole soll zwei bereits bestehende Fabriken miteinander verbinden und vorwiegend Leichtlauf-, HP- und UHP-Reifen fertigen, und das nach dem vollautomatisierten sogenannten „Next MIRS“-Verfahren. Die Kapazität dort soll 3,5 Millionen Reifen übertreffen. Auch wird die Fabrik in Argentinien in den kommenden Jahren für 100 Millionen Dollar (70 Millionen Euro) erweitert. Insbesondere will der italienische Reifenhersteller dort in SUV- und LLkw-Reifen und in die Mischungstechnologie investieren.

Darüber hinaus soll in die bestehende Werke deutlich investiert werden. Insgesamt wolle man 1,3 Milliarden Euro in die Pkw-Reifenproduktion stecken und 600 Millionen Euro in die Lkw-Reifenproduktion. Während Pirelli aktuell weltweit 56 Millionen Pkw- und 5,8 Millionen Lkw-Reifen fertigen kann, sollen dies Ende 2013 bereits 70 Millionen Pkw- und sieben Millionen Lkw-Reifen sein. Ende 2015 dann sollen dies sogar 80 resp. acht Millionen Reifen sein. Pirelli plant folglich, seine weltweiten Kapazitäten binnen fünf Jahren von 61,8 auf 88 Millionen Reifen auszuweiten – Steigerung: 42,4 Prozent. arno.borchers@reifenpresse.de 

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