General Tire: Der Name Grabber

General Tire ist „die“ US-Marke im Markenstrauß des Continental-Konzerns. Und General Tire steht unter anderem auch für die automobile Offroad-Kultur Nordamerikas, auch in Europa. Innerhalb dieser Offroad-Kultur hat die Produktfamilie „Grabber“ in der Szene – dies- und jenseits des Atlantiks – einen geradezu legendären Klang. In Nordamerika hatte man vor einigen Jahren den Staub, der sich über „Grabber“ zu legen und dieses Kapital wertlos zu machen drohte, gerade noch rechtzeitig weggepustet und dem Namen produkt- wie marketingseitig wieder Zugkraft verliehen. Seit 2003 gibt es die Produktlinie Grabber wieder und wird seitdem gepflegt. Ein professioneller Wettbewerbsreifen für den Offroad-Bereich mit Namen Grabber hat darüber hinaus erst unlängst Furore gemacht und sorgt dafür, das der Name in den Offroad-Kreisen mit größter Achtung genannt wird. Der Vollständigkeit halber: Zu den General-Markenfamilien gehört auch AmeriTrac, ist aber hierzulande nur äußerst mäßig bekannt.

In diesem Kontext ist auch die Markteinführung des Grabber AT (All Terrain) zu sehen, zu der General Tire zahlreiche (Groß-)Händler aus der ganzen Welt und auch einige Journalisten in die Nähe von Düsseldorf eingeladen hatte. Wobei die General-Händler – genannt sei unter anderem der deutsche Grossist Gummi Hasenkrug (Bremerhaven) – einander bestens kennen: Da treffen sich „die Gunda“ und „der Peter“, mit von der Partie das General-Urgestein „der Uwe“ – das sind langjährige Weggefährten der „General Family“.

Praktische Erfahrungen gab es bei dieser Produkteinführung auf Demonstrationsetappen auf einem Land-Rover-Areal mit den entsprechenden Modellen dieser traditionsreichen „Adventure“-Automarke auch. Die britische Automarke verkörpert gleichermaßen das Feeling von Abenteuer und Freiheit, das auch die US-Offroadszene ausmacht – und zu der General Tires Produktlinie Grabber adäquat erscheint. Bekanntlich ist „die“ Erstausrüstungsmarke des hannoverschen Reifenherstellers Continental – mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen in Europa: General Tire bei Land Rover ist solch eine Ausnahme, wohl aus gutem Grunde. Und im General-Tire-Heimatmarkt Nordamerika tut Continental gerade im 4×4- bzw. Offroad-Segment gut daran, in der Erstausrüstung General Tire noch einige OE-Engagements mehr zu gönnen, auch wenn der Marktanteil dieser Conti-Marke doch insgesamt gesehen dort eher übersichtlich sein mag.

Mit dem neuen Grabber AT hat General Tire nun jedenfalls einen neuen 4×4-Reifen im Programm, in dem Segment, in dem General eine anerkannte Marke und Grabber in Szenekreisen Kult ist. Der Reifen wurde so konzipiert, dass er sowohl im Gelände wie auf der Straße hohen Grip und gutes Handling bietet, eine robuste Konstruktion gegen Verletzungen der Lauffläche und der Seitenwand mitbringt und komfortable Fahreigenschaften hat. „Ziel war es, die bereits sehr guten Gelände-Fahreigenschaften des unter 4×4-Enthusiasten sehr beliebten Modells AT2 etwas zu verbessern, aber auch gleichzeitig den erhöhten Anforderungen auf der Straße gerecht zu werden“, sagt Pascal Resetta, Produktmanager für 4×4-Reifen. Beim Trockenhandling gewann er laut Anbieter im Vergleich mit dem Vorgänger rund drei Prozent hinzu, bei den Fahreigenschaften auf nasser Straße punkte er mit einer Verbesserung um bis zu zehn Prozent.

Grip im Gelände sichern gegeneinander versetzte, schräg angestellte Profilblöcke unterschiedlicher Größe. Sie liefern beim Fahren im Gelände die nötige Verzahnung mit dem Untergrund in Längs- und Querrichtung. Damit die Kräfte fürs Anfahren und Bremsen sicher auf den Untergrund kommen, sind die umlaufenden Blöcke steif ausgelegt. Die in einer Linie mit den Traktionsrillen zwischen den Blöcken geöffnete Reifenschulter sorgt zusammen mit V-förmigen Profilrillen auf rutschigen Böden für Selbstreinigung und Grip, wenn „Schlammschlachten“ anstehen. Zusätzlichen Grip für das Fahren im Gelände bringen angewinkelte, zentrale Profilblöcke, die durch unterschiedlich breite Rillen getrennt sind. Die große Bodenaufstandsfläche mit ihrer gleichmäßigen Druckverteilung kommt dem Fahrverhalten auf Sand, Matsch und nassem Gras zugute. Um gerade im Matsch Grip zu erzeugen, sind in den geschwungenen Profilrillen zusätzliche Traktionsgrate am Rillengrund eingebracht, die sich mit dem Untergrund verzahnen können.

Hoher Grip allein ist für einen 4×4-Reifen, der im Gelände betrieben werden soll, nicht ausreichend. Wichtig ist außerdem eine hohe Verletzungsresistenz, damit der Pneu nicht durch Steine oder scharfe Kanten beschädigt werden kann. Daher hat Eckhard Quentin, der verantwortliche Entwickler, die Profilblöcke mit einer soliden Steifigkeit und gleichzeitiger Flexibilität ausgestattet. „Eine ausgewogene Balance zwischen beiden Eigenschaften schützt das Profil beim Fahren im rauen Terrain und sichert gleichzeitig eine gute Übertragung von Traktionskräften“, erklärt er. „Hohe Kräfte und Verformungen können schnell zum Ausreißen oder gar Abscheren von Profilblöcken führen, wenn das Profil zu steif oder auch zu weich ist.“ Damit das Einfangen von Steinen verhindert wird, sind im Profil V-förmige Rillen und gebogene Blockkanten angebracht, zwischen denen Steine keinen Halt finden können. Auch die Reifenschulter und die Seitenwand sind besonders robust gestaltet, sodass in rauem Gelände kaum Schäden zu erwarten sein dürften. Zusätzlich schützt eine Felgenschutzrippe die Felge vor Schäden.

Sogenannte AT-Reifen (AT = All Terrain) müssen auch auf der Straße sichere Fahreigenschaften liefern. Dazu wurde die Reifenmischung so entwickelt, dass sie eine gute Balance zwischen den Erfordernissen des Gelände- und des Straßenbetriebs bildet. Das heißt, sie müssen robust genug sein, um Einschnitten und Abscheuerungen zu widerstehen, aber gleichzeitig auf nasser wie trockener Straße sicheren Grip für die Übertragung von Brems- und Lenkkräften liefern. Damit bei nasser Straße schnell Wasser aus der Aufstandsfläche entweichen kann, sind die Hauptprofilrillen in Längs- und Querrichtung angebracht. Sie nehmen auch bei Spurrillen oder überfluteten Straßenabschnitten schnell Wasser auf und leiten es zur Seite hin ab. Lamellen im Profil bieten durch zusätzliche Microdränageeffekte zusätzlichen Grip auf nassen Asphalt und bei Regen.

Die hohe Laufleistung des neuen Grabber AT sieht Eckhard Quentin durch die breite Laufflächenkontur mit ihrer ausgewogenen Druckverteilung und die besonders steife Blockstruktur erreicht: „Da sich die Blöcke in der Kontaktfläche mit der Straße kaum relativ zueinander bewegen müssen, unterliegen sie nur sehr geringem Abrieb. So können wir eine hohe Kilometerleistung erreichen.“ Auch beim Reifenabrollgeräusch schneide der neue AT-Reifen von General Tire bestens ab: „Wegen ihrer robusten Profilierung neigen Reifen für Geländefahrten häufig zu hoher Geräuschentwicklung auf der Straße. Diesem Problem konnten wir mit angewinkelten Profilblöcken begegnen, die gegeneinander versetzt in die Aufstandsfläche einlaufen.“ Diese Konstruktion biete beste Voraussetzung, um Geräusche und Vibrationen beim Fahren auf der Straße zu vermeiden.

Der neue Grabber AT ist mit einer breiten Lieferpalette ab dem Saisonstart im nächsten Frühjahr im Reifenhandel erhältlich, er löst sukzessive das bewährte Vorgängermodell ab. Der AT trägt zwar das M+S-Kürzel, erfüllt aber nur bedingt winterliche Ansprüche, das Schneeflockensymbol fehlt also. Übrigens auch, weil es Konzernphilosophie ist, die Produkte in Europa in Sommer- und Winterspezialisten einzuteilen. General Tire fertigt den 4×4-Spezialisten in den folgenden Größen in Fabriken in Europa (im Wesentlichen in Puchóv), Südafrika und Nordamerika, wo im Gegensatz zu Europa die Anlagen jeweils auch die Beschriftung in weißen Lettern erlauben:

LT 235/85 R16 120/116Q
LT 245/75 R16 120/116Q
LT 285/75 R16 126/123Q
205/75 R15 97T
215/75 R15 100S
225/75 R15 102S
235/75 R15 109S XL
225/70 R15 100S
255/70 R15 108S
265/70 R15 112S
215/70 R16 100T
235/70 R16 106S
245/70 R16 107S
255/70 R16 111S
265/70 R16 112S
LT245/70 R17 119/116Q
245/70 R17 110S
265/70 R17 115S
LT 275/70 R18 125/122Q
255/65 R16 109T
215/65 R16 98T
235/65 R17 108H XL
255/65 R17 110H
265/65 R17 112T
255/60 R18 112H XL
255/55 R18 109H XL
255/55 R19 111H XL
255/50 R19 107H XL
275/45 R20 110H XL
275/40 R20 106H XL

Größen in Zollmaßen:

LT 30×9.5 R15 104S
LT 31×10.5 R15 109Q
LT 33×12.5 R15 108Q
detlef.vogt@reifenpresse.de

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