GDHS-Regionaltagungen

Das Auto bleibt das Verkehrsmittel der Zukunft. Diese Erkenntnis des World Transport Report 2010/2011 stärkt das Geschäft der GDHS-Partner und wird durch die aktuellen Geschäftszahlen untermauert. Laut dieser Studie werden sich 2025 81,3 Prozent der Bevölkerung vornehmlich mit dem Auto von A nach B bewegen. Allerdings ist der Wertewandel in der Gesellschaft damit nicht ad absurdum geführt. Ökologie und Sicherheit sind die tragenden Säulen der automobilen Zukunft. Diesen Herausforderungen muss sich die GDHS, die 11,7 Prozent mehr Pkw-Reifen und 19 Prozent mehr Lkw-Reifen gegenüber Vorjahr nennt, stellen. „Das derzeitige Wachstum überdeckt die strukturellen Schwächen der Branche“, so Goran Zubanovic in seinem Eröffnungsvortrag zu den GDHS-Regionaltagungen, die in diesem Jahr in Ulm, Leipzig und Bad Neuenahr stattfanden.

Die Investitionen in Weiterbildung und Ausstattung seien unterdurchschnittlich. „Deshalb ist es jetzt an der Zeit, die Gewinne des guten Sommergeschäftes zu nutzen und in die Zukunft zu investieren“, resümiert der GDHS-Geschäftsführer. Wer jetzt den Anschluss verpasse, versäume wertvolle Chancen und könne langfristig im Markt nicht bestehen. Innerhalb der Gruppe gehe es vor allem darum, das Qualitätsniveau zu vereinheitlichen und anzuheben. Die Heterogenität der Betriebe sei einerseits ein Erfolgsfaktor auf lokaler Ebene. Im Bereich Service dürfe es aber keine Unterschiede geben.

Jochen Clahsen, Leiter Premio Reifen & Autoservice, stellte das optimale Zusammenspiel aller Komponenten als Erfolgsmodell für Premio vor. Neben dem guten Reifenumsatz und den Investitionen stellt er noch einmal die Nutzung der verschiedenen Marketingtools und den Umgang mit dem Kunden in den Vordergrund. Das neue Full-Service-Modell bei Premio setzt auf einen höheren Nutzungsgrad aller wichtigen Bausteine. Nur die konsequente Umsetzung der vorgestellten Kundenbindungsinstrumente, Kommunikationsmaßnahmen bis hin zum Corporate Behaviour als neuen Schwerpunkt im Umgang mit den Kunden sichere den Premio-Partnern viele hochzufrieden Kunden, die gerne wiederkommen, heißt es.

Erfreuliches berichtet Jochen Clahsen auch von der im späten Frühjahr gestarteten Autoservice-Initiative. Bis zu 25 Prozent mehr Umsatz in diesem Segment konnten manche Partner mit Angeboten wie Autoglas oder Smart Repair im Zeitraum Januar bis August 2010 vermelden. Besonderes Augenmerk richtet der Leiter Premio auf den Rückblick des Sponsoringengagements in der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring (VLN). Als Hauptsponsor war Premio auf den Startnummern prominent vertreten. Zudem organisierte die GDHS-Zentrale eine Reihe von Kundenevents in der Dunlop-Lounge und Verkaufsförderungsmaßnahmen an der Rennstrecke, um das Sponsoring auszunutzen.

Der neue Leistungsbaustein Tuning Classic wurde von Reiner Reiß und Stefan Klein noch einmal näher beleuchtet. Ein Bereich, der durchaus reizvoll ist, weil die Kunden aus diesem Bereich für ihre „geliebten Schätzchen“ laut einer unabhängigen Studie gut und gerne 3.260 Euro im Jahr ausgeben. Aber Reiß warnt vor einem euphorischen Einstieg in dieses Segment. Kunden aus diesem Bereich haben hohe Serviceansprüche, die man bedienen können muss.

Die Qualität der Leistungsbausteine stellt auch Hans Behle heraus: „VMI ist ein Tool, um das uns die Wettbewerber beneiden.“ Das GDHS:PAT und das neue Preis-Infocenter böten zudem unschlagbare Wettbewerbsvorteile, die die Partner nicht verschenken sollten: „Wissen, was der Markt macht, und das in der Saison mit wöchentlichen Updates im Tiresoft II.“

Jan Matheus, Leiter HMI, zieht die Bilanz für die HMI-Gruppe: 16 Prozent mehr Absatz von Pkw-Reifen aus dem Goodyear-Dunlop-Konzern. 42 neue Partner konnte die Handelsmarketing Initiative bis zum September dieses Jahres gewinnen. Als ein Grund dafür werden die vielfältigen Leistungsbausteine der GDHS, die starken Marken im Hintergrund und die professionellen Marketingangebote genannt.

Die stellt Michael Ammann sowohl für HMI aber auch für Premio in den Fokus. Die bisherigen Maßnahmen seien nachweisbar erfolgreich gewesen. Nun gehe es um die nachhaltige Image-Prägung. Zu diesem Zweck stellte der Leiter Marketing ein umfangreiches Anzeigenkonzept vor, das die Partner in Kürze im ad:net abrufen können. In seinem Vortrag erläuterte Ammann nochmals ausführlich die Markenstrategie von Premio Reifen + Autoservice und die elementare Einhaltung der Markenbotschaften. „Nur so kann die Marke Premio für jeden Verbraucher erlebbar werden und nachhaltig im Kopf bleiben“, gibt er den Händlern mit auf den Weg.

Die 4Fleet Group konnte von einem Zuwachs an Flotten-Pkw im ersten Halbjahr 2010 von 8,2 Prozent profitieren, sich positiv entwickeln und Marktanteile gewinnen. Dabei erbringe man für die Pkw-Flotten zusätzliche Dienstleistungen, die von den Flottenbetreibern vermehrt gefordert werden. Dennoch gestalte sich das Geschäft zunehmend schwierig, wie Christian Fischer, Leiter 4Fleet, erläutert. „Bei steigendem Kostendruck stellen wir eine weiter steigende Individualisierung der Prozesse für jeden einzelnen Kunden fest“, resümiert Fischer. Das belaste zunehmend das Geschäft, hier müsse man mit den Kunden enger verhandeln, um eine erfolgreiche Partnerschaft für beide Seiten erhalten zu können.

Stefan Klein, Leiter Tuning, konnte den Händlern der Regionaltagung ebenfalls gute Botschaften verkünden. Das Geschäft im Bereich Tuning entwickelte sich äußerst positiv. Der Alufelgenumsatz verbesserte sich gegenüber Vorjahr bei der GDHS um 16 Prozent. Der gesamte Alufelgenmarkt verbesserte sich hingegen nur um acht Prozent. Das Geschäft rund um Reifen, Felgen und Zubehör konnte auch mit Hilfe des „Premio Tuning Kataloges“ mit einer Gesamtauflage von 160.000 Stück weiter ausgebaut werden, da Premio-Tuning mittlerweile für Qualität und Know-how steht, was die tuningaffine Zielgruppe zu schätzen weiß.

Moritz Freiherr von Knigge gab am zweiten Tagungstag diesmal die Keynote. Er referierte über wertschätzende Kommunikation. Sein Urgroßvater stellte bereits im 18. Jahrhundert fest: „Freiwillige Folgsamkeit müssen Sie sich erwerben.“ Das im Grunde in einer Zeit der Sklaverei bedeutete: Wer seinen Mitarbeiter hinter sich wissen will, muss sich entsprechend verhalten. Knigge schreibt Bücher zu diesem Thema und beschäftigt sich mit „Verhalten“ als weichem Erfolgsfaktor in der heutigen Geschäftswelt „Man muss Menschen in der heutigen Zeit das Gefühl geben, ein Mensch zu sein“, bringt er seinen Appell auf einen Nenner und appelliert an die Höflichkeit im generellen Umgang mit Mitarbeitern. Auch ein Vorgesetzter müsse die Worte „Bitte“ und „Danke“ leben, um von seinem Personal volle Leistungsbereitschaft erwarten zu können. Im Anschluss an die Regionaltagung signierte Knigge sein Buch „Eine Frage, Herr Knigge: Welche Umgangsformen brauchen wir noch?“ dv

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