Gemballa in Südafrika erschossen – Internationaler Verbrecherring

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Das Rätselraten um das Verschwinden von Uwe Gemballa (51) hat ein Ende: Der deutsche Autotuner wurde in Südafrika aufgefunden, mit einem Kopfschuss getötet. Vermutlich war Gemballa in einen internationalen Ring organisierter Verbrecher verwickelt, heißt es dazu in verschiedenen Medienberichten; er sei von Handlangern eines Geschäftspartners hingerichtet worden. Die südafrikanische Polizei fand die Überreste der Leiche Anfang vergangener Woche in dem Township Atterdigeville nahe der Hauptstadt Pretoria. Eine Obduktion und DNA-Tests sollen nun letzte Zweifel an dem Verdacht der Ermittler ausräumen, dass es sich bei dem in einem Plastiksack gefundenen Leichnam tatsächlich um Gemballa handelt, erklärte ein Sprecher der südafrikanischen Polizei. Laut den Ermittlern soll der Gefundene mit einem Schuss in den Kopf getötet worden sein; seine Hände seien auf dem Rücken zusammengebunden gewesen.

Der 51-jährige Uwe Gemballa war kurz nach seiner Ankunft am 8. Februar in Johannesburg als vermisst gemeldet worden. Vermutlich wurde der namhafte deutsche Fahrzeugveredler kurz nach seiner Ankunft in Südafrika entführt: Ein Anruf bei seiner Frau Christine, in dem er um die Überweisung von einer Million Euro bat, war das letzte Lebenszeichen des Porsche-Tuners aus der Nähe von Stuttgart.

Nach Recherchen der südafrikanischen Wochenzeitung „Sunday Times“ war Gemballa in einen internationalen Ring organisierter Verbrecher verwickelt, der sich auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung spezialisiert hatte. Dabei soll Gemballa mit dem aus Tschechien nach Südafrika geflohenen Multimillionär Radovan Krejcir zusammengearbeitet haben, der in seiner Heimat wegen Betrugs und versuchten Mordes gesucht wird, so die Zeitung weiter. Nach eidesstattlichen Aussagen eines ehemaligen Geschäftsfreunds Krejcirs, ließ Gemballa Sportwagen nach Südafrika verschiffen, in denen große Mengen Bargeld versteckt waren. In einem Fall sei jedoch ein Porsche Cayenne, unter dessen Türverkleidung sich eigentlich eine Million Euro hätte befinden sollen, ohne die Banknoten angekommen. Daraufhin sei es zwischen Gemballa und Krejcir zum Streit gekommen. Mit Hilfe eines weiteren Geschäftsfreunds habe Krejcir den deutschen Unternehmer daraufhin nach Südafrika gelockt, so die Zeitung weiter. Gemballa seien finanzielle Mittel für eine Dependance am Kap der Guten Hoffnung in Aussicht gestellt worden. Als der in Geldnöte geratene Geschäftsmann in Johannesburg eintraf, soll er von Krejcirs Leuten entführt und – als er die Million Euro nicht aufbringen konnte – ermordet worden sein.

Krejcir, der sich noch auf freiem Fuß befindet, wird mit einer ganzen Reihe von Verbrechen in Verbindung gebracht. Gegen den in Johannesburg lebenden Tschechen liegt ein Auslieferungsbegehren aus Prag vor, das von einem südafrikanischen Gericht allerdings zurückgewiesen wurde.

Die ermittelnden Behörden in Südafrika haben derzeit noch keinerlei Festnahmen vorgenommen, schreibt Reuters. Es seien unterdessen zwei deutsche Ermittler zur Unterstützung der lokalen Behörden nach Südafrika gereist. ab

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