Otto Fuchs steigt ins Lkw-Rädergeschäft ein

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Seit der Einführung der mittlerweile berühmten „Fuchsfelge“ auf dem Porsche 911er in den 1960er Jahren ist die Otto Fuchs KG bei Schmiederädern eine fest etablierte Größe, auch wenn das Unternehmen aus Meinerzhagen lediglich 14 Prozent seines Umsatzes mit Rädern generiert. Neben Leichtbaukomponenten für Transport- und Logistikwesen, Plattformen für Ladebordwände, Lkw-Böden und -Laufstege sowie Rampenplateaus ist Otto Fuchs seit etlichen Jahren intensiv darum bemüht, das Rädergeschäft weiter auszubauen und hier auch zu diversifizieren. Nachdem man bereits früh mit der Fertigung von Aluminiumrädern für große Verkehrsflugzeuge begann und heute Airbus, Boeing und Co. zu den Erstausrüstungskunden zählen darf, wurden 2005 erstmals auch geschmiedete Leichtmetallräder für Motorräder gefertigt. Nun hat Otto Fuchs den Einstieg ins Lkw-Rädergeschäft geschafft und feierte auf der Nfz-IAA in Hannover seine Weltpremiere.

Das neue Lkw-Schmiederad wurde in Kooperation mit BPW Bergische Achsen entwickelt, dem größten Achsenhersteller Europas mit Sitz in Wiehl (Nordrhein-Westfalen). Das Rad wird in zunächst fünf Spezifikationen verfügbar sein, wobei der Fokus natürlich auf Größen in 22.5 Zoll gelegt wurde; auch ein Rad mit einer Traglast von 5.000 Kilogramm ist im Programm, erläutert Jörg Ludwig in einem Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Das neue sogenannte „Eco Wheel“ biete dabei insbesondere ein hohe Gewichtsersparnis im Vergleich zu einem herkömmlichen Stahlrad. Laut dem Manager Technical Sales & Marketing ließen sich pro Rad bis zu 20 Kilogramm einsparen, wobei die schwerste Ausführung mit der hohen Fünf-Tonnen-Traglast (22.5×11.75, ET 120) lediglich 24,4 Kilogramm wiegt. Durch dieses geringere Gewicht lasse sich ein Gewinn an Nutzlast und bei der Wirtschaftlichkeit eines Zuges erreichen. Das Eco Wheel sei sowohl für die Zugmaschine wie auch für den Trailer geeignet, so Ludwig weiter.

Insbesondere die Entwicklungszusammenarbeit mit BPW Bergische Achsen soll bei der Markteinführung des neuen Otto-Fuchs-Schmiederades für Lkw helfen. Während die Erstausrüstungskunden unter den Zugmaschinenherstellern direkt durch den Hersteller aus dem Sauerland bedient und beliefert werden sollen, werde sich Entwicklungspartner BPW aus dem 30 Kilometer entfernten Wiehl um Anhänger- und Trailerbauer sowie den Aftermarket kümmern. Der große Vorteil, den BPW bietet: Der Achsenspezialist und Marktführer verfügt über ein Netzwerk von rund 2.400 Vertriebsstützpunkten europaweit. „BPW ist auch in Sachen Logistik ein starker Partner; das machen wir uns zunutze“, so Jörg Ludwig. Ab Januar sei das neue Eco Wheel lieferbar; auch eine Einführung über Zugmaschinenhersteller sei bereits im kommenden Jahr „realistisch“.

Auch wenn es Leute geben wird, die sich das Eco Wheel als Umrüstung montieren lassen, da sie die oben beschriebenen Vorteile reizen oder sie sich von optischen Beweggründen leiten lassen – der Erfolg am Markt steht und fällt mit der Erstausrüstung. Dennoch wird der Ersatzmarkt, nachdem Otto Fuchs bereits Mitte dieses Jahres seine Fuchsfelge für den Ersatzmarkt mit eigenem Logo auf der Nabe präsentierte, offenbar immer interessanter. arno.borchers@reifenpresse.de

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