“Mit GT Radial soll der Handel Geld verdienen”

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Bereits zum zweiten Mal präsentierte sich GT Radial in diesem Jahr auf der IAA Nutzfahrzeuge. Während 2008 noch das Unternehmen selbst als Botschaft am Messestand diente, verfolgt die inzwischen gegründete Giti Tire Deutschland GmbH ein anderes Konzept und stellt dabei ganz gezielt die Marke und deren Leistungsfähigkeit in den Vordergrund der Präsentation. Wie am GT-Radial-Stand zu erfahren war, solle dies dabei helfen, die nicht unerheblichen Wachstumsziele für den deutschen Nutzfahrzeugreifenmarkt zu erreichen. Aber auch produktseitig konnte das Unternehmen in Hannover über Neuigkeiten berichten.

„GT Radial will innerhalb der kommenden fünf Jahre zehn Prozent Marktanteil bei Nutzfahrzeugreifen in Deutschland erreichen“, wiederholt Sascha Kemper das bereits zur Reifen-Messe in Essen aufgestellte Wachstumsziel. Nach dem als erfolgreich bezeichneten Start der neuen Lkw-Reifenvertriebsgesellschaft mit Sitz in Bonn, die Ende vergangenen Jahres in den deutschsprachigen Ländern die Vermarktung von Reifen Gundlach übernommen hatte, sieht man sich heuer bereits „im deutschen Markt gut positioniert“. Das ehrgeizige Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen, werde durch die neue Organisation, der Vernetzung mit dem Fachhandel und den – auch in Hannover vorgestellten – „innovativen Produkten“ erleichtert. Das Ziel sei „realistisch und erreichbar“, bescheinigt Giti-Tire-Deutschland-Geschäftsführer Michael Andre gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. „Aufgrund des verschärften Wettbewerbs im Transportgewerbe bieten unsere qualitativ hochwertigen und dennoch kostengünstigen Reifen Flottenmanagern eine attraktive Alternative. Wir schaffen zählbare Vorteile – getreu unserer Maxime ,Value for the Fleet’“, so Andre weiter.

Der Hersteller mit seinen Produktionsstätten in China und Indonesien setzt dabei ganz gezielt auf den Lkw-Reifenvertrieb über den „qualifizierten Reifenfachhandel“, wie Sascha Kemper, Sales- und Marketingmanager Lkw-Reifen bei Giti Tire Deutschland, betont, und zwar „ausschließlich“. Lkw-Reifen der Marke GT Radial werden demnach über Organisationen wie point S, Top Service Team oder auch über Reiff vertrieben. „Das gewährleistet eine flächendeckende, optimale Kundenbetreuung inklusive Einsatzempfehlungen, Laufleistungsvergleichen sowie individuellen Lösungen zur Kostensenkung im Reifenbereich“, so Verkaufsleiter Kemper, der lange Jahre in den Diensten Bandags stand. Eine entsprechende Hinwendung zum qualifizierten Fachhandel resultiere in einer „strategischen Zusammenarbeit“ zwischen Hersteller bzw. Importeur und dem Lkw-Reifenhandelspartner vor Ort. Da diese Zusammenarbeit per Definition auf lange Frist angelegt ist, bemühe sich Giti Tire Deutschland auch darum, die Geschäftsgebiete der einzelnen Partner sauber zu halten. Mit anderen Worten: Nutzfahrzeugreifen der Marke GT Radial sollen eben nicht an jeder Ecke zu haben sein, sondern als Rohertragsbringer für den Handelspartner fungieren. „Der Handel soll damit Geld verdienen“, sagt Kemper.

Das umfassende GT-Radial-Portfolio mit seinen Reifen „Made for Europe“, so der Slogan des Herstellers, biete dabei mittlerweile passende Produkte für den Kommunal-, Regional- und Fernverkehr sowie den Einsatz auf Straße und Baustelle. „Die Reifen zeichnen sich durch hohe Laufleistungen sowie geringen Rollwiderstand aus. Alle Karkassen sind runderneuerungsfähig, denn schon in der Entwicklung stand ein zweites Leben ganz vorn im Lastenheft“, betont Kemper im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG anlässlich der Nfz-IAA. In der Summe der Eigenschaften ermöglichten GT-Radial-Nutzfahrzeugreifen im Flotteneinsatz eine messbare Senkung der Betriebskosten und somit ein „hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis“, was durch viele große Fuhrparkkunden bestätigt sei.

Zwei Neuvorstellungen in Hannover

Aus Anlass der IAA Nutzfahrzeuge stellte Giti Tire Deutschland gleich zwei neue Produkte und eine neue Nomenklatur bei der Benennung von Reifen vor.

Der „GT Radial GDL617“ ist der Reifen für die Antriebsachse im Fernverkehr und soll durch „ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis“ überzeugen. „Der GDL617 zeichnet sich durch eine beeindruckende Laufleistung, Zuverlässigkeit und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis aus. „Sein geringer Rollwiderstand macht ihn zum Spritsparer“, so Verkaufsleiter Sascha Kemper, der bei der Giti Tire Deutschland GmbH für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz zuständig ist. Der Ganzjahresreifen mit dem Schneeflockensymbol soll auch bei winterlichen Verhältnissen für eine sehr gute Traktion sorgen. Die GT-Radial-Ingenieure haben den GDL617 mit einem Profildesign ausgestattet, das nicht an eine Laufrichtung gebunden ist. Die stabile, widerstandsfähige Karkasse sei so entwickelt worden, dass sie Unebenheiten auf der Fahrbahn ausgleiche und ungewollte Profilbewegungen verhindere, wenn Lauffläche und Untergrund aufeinandertreffen. Das bedeute weniger Rollwiderstand und damit auch geringere Kosten, war am GT-Radial-Stand in Hannover zu erfahren.

Für hohe Wirtschaftlichkeit und lange Lebensdauer soll außerdem die „Cap & Base”-Laufflächentechnologie sorgen. Dabei reduziere der obere Bereich der Gummimischung die Abnutzung des Reifens. Der Untergummi zwischen oberster Lage und Karkasse verfüge über einen neuartigen, kühlenden Abdichtungsstoff, der eine Überhitzung der Karkasse verhindern und damit gleichzeitig den Rollwiderstand senken soll. Wie alle GT-Radial-Nutzfahrzeugprodukte sei auch der GDL617 von vornherein auf ein zweites Reifenleben hin konstruiert worden und überzeuge „durch seine hervorragende Runderneuerungsfähigkeit“, so der ehemalige Bandag-Mann.

Während das „G“ in der neuen Produktbezeichnung hier und künftig für die Marke GT Radial steht, bedeutet das „D“ die Position auf der Antriebsachse („Drive“) und das „L“ stehe für den Einsatzzweck im Fernverkehr („Longhaul“). Gleiches gelte für die Ziffern im jeweiligen Produktnamen; auch diese Codierung lasse sich übersetzen in Achsposition und Einsatzzweck. Dieselbe Logik steht auch hinter der Bezeichnung des zweiten in Hannover während der IAA vorgestellten Reifens: der Baustellenreifen „GT Radial GAM831“. Dabei steht das „A“ für den Allround-Einsatz des Reifens auf allen Achspositionen und das „M“ für den gemischten („Mixed“) Einsatz auf Straße wie auch in der Baustelle.

Eine neuartige Silicamischung soll den robusten GAM831, den GT Radial als „einen Nutzfahrzeugreifen der neuesten Generation für den Mischbetrieb“ vorstellt, vor Beschädigungen schützen. „Der GAM831 mit M+S-Spezifikation zeichnet sich durch große Profiltiefe, gute Traktion, hohe Stabilität und exzellente Selbstreinigungseigenschaften aus“, betont Kemper. „Die spezielle, neu entwickelte Silicamischung schützt den robusten Pneu sehr gut vor Schnittverletzungen – etwa durch spitze Steinbrocken.“ Denn im harten Alltagseinsatz – besonders abseits der Straße – sei der Allrounder erhöhten Beschädigungsrisiken ausgesetzt. Die hervorragende Qualität der Karkasse stehe für eine lange Lebensdauer und ausgezeichnete Runderneuerungseignung. Damit leiste der GAM831 seinen Beitrag zur Senkung der Fuhrparkkosten. arno.borchers@reifenpresse.de

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