Kraiburg und Standard Retreads feiern fünf gemeinsame Jahre

Der Markt für runderneuerte Lkw-Reifen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), respektive in Dubai, sucht weltweit in vielerlei Hinsicht seines Gleichen. Sich auf einem derart begrenzten Raum gegenüber einer Vielzahl von Wettbewerbern zu behaupten, war bereits alles andere als selbstverständlich, als die Wirtschaft noch boomte – geschweige denn vor dem Hintergrund der aktuellen Krisensituation. Allen Widrigkeiten zum Trotz kann die Firma Standard Retreads auf eine nunmehr fünfjährige Erfolgsstory zurückblicken. Jüngster Meilenstein: der Umzug von Dubai ins benachbarte Emirat Ajman sowie die Eröffnung der neuen Runderneuerungsanlage. Ende März wurde die neue Produktionsstätte im Beisein von Abdulla Saeed Al Nuaimi, Mitglied der Herrscherfamilie von Ajman, sowie Thorsten Schmidt, stellvertretender Geschäftsführer Kraiburg Austria, die ihren Exklusivpartner Standard Retreads seit den Anfängen begleitet und unterstützt, offiziell eingeweiht.

Die aktuelle wirtschaftliche Situation der VAE lässt sich mit dem Schlagwort „Rezession“ nur unzulänglich beschreiben. Was sich dort seit einigen Monaten abspielt, ähnelt eher einem kompletten Zusammenbruch: Insgesamt wurden ca. 90 Prozent aller öffentlichen Bauvorhaben (inklusive der berühmten künstlichen Palmen sowie des geplanten zweiten Flughafens) entweder komplett gestoppt oder zumindest befristet auf Stand-by gesetzt. Die Region, in der einst 30 Prozent aller Baukräne weltweit konzentriert waren, liegt in einer Art Schockstarre. Viele Kräne werden bewusst stehen gelassen – aus „psychologischen“ Gründen, um zumindest den Eindruck zu erwecken, dass hier demnächst einmal weitergebaut werden könnte.

Ein derartiger Niedergang der Wirtschaft in einer Region, in der zweistellige Wachstumsraten an der Tagesordnung waren, hat gravierende Auswirkungen auf die aktuell 24 in den VAE tätigen Runderneuerer. Bleiben die Baustellen geschlossen, kommt der Verkehr in diesem lukrativen Segment nahezu zum Erliegen. Aber damit nicht genug – zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesellen sich Akzeptanzprobleme von runderneuerten Reifen. So ist es in der Vergangenheit bereits des öfteren vorgekommen, dass Lkw-Fahrer von der Polizei angehalten wurden und Strafen zahlen mussten – und das nicht etwa, weil sie mit schadhaften Reifen unterwegs waren. Unabhängig vom Zustand der Reifen war allein die Tatsache ausschlaggebend, dass es sich hierbei um runderneuerte Reifen handelte.

Einheitliche Qualitätsstandards etablieren

Um derartiger Willkür Einheit zu gebieten, laufen von behördlicher Seite seit einigen Monaten Bemühungen, einheitliche Qualitätsstandards in der Runderneuerung zu etablieren und dem aktuell noch vorhandenen „Wildwuchs“ der Branche ein Ende zu setzen. Einer dieser Standards ist beispielsweise die Zertifizierung nach ISO 9001 sowie nach GSO 962, die zwingende Voraussetzung für das Betreiben einer Runderneuerung in den VAE werden sollen. Standard Retreads hat die Prozedur erfolgreich durchlaufen und ist seit Mitte März sowohl ISO- als auch GSO-zertifiziert.

Des Weiteren sollen regelmäßig Reifen zum Belastungstest auf einen Prüfstand nach Saudi-Arabien geschickt werden. Erste Ergebnisse von Wettbewerbern sollen ernüchternd ausgefallen sein. Bei Standard Retreads, wo man sich mit Leib und Seele der Qualitätserneuerung verschrieben hat, glaubt man, dass auch diese Maßnahme zu einer weiteren Marktbereinigung beitragen wird. „Einige Betriebe werden kaum in der Lage sein, die strengen Testanforderungen zu erfüllen. Wir rechnen mit einer relativ hohen Durchfallquote bei den eingesandten Testreifen“, erläutert Sudhir Kumar, Geschäftsführer von Standard Retreads.

In guten Zeiten summierte sich der monatliche Output an runderneuerten Reifen in den VAE auf 20.000 Einheiten. Aktuell dürfte er zumindest um 30 Prozent darunter liegen. Mit ihren ca. 15.000 von April 2009 bis 2010 produzierten Runderneuerungen hält Standard Retreads damit in den VAE einen Marktanteil von rund neun Prozent. Der Umzug ins benachbarte Ajman bringt für das Unternehmen vor allem eine deutliche Vergrößerung der zur Verfügung stehenden Produktionsfläche mit sich. Mit einer überdachten Fläche von 1.500 m² sowie einer theoretischen Kapazität von 2.500 runderneuerten Reifen pro Monat gehört der Betrieb heute zweifellos zu den größten seiner Art in den VAE.

In den fünf Jahren ihres Bestehens hat sich eine enge Partnerschaft und Kooperation mit dem Spezialisten für Runderneuerung Kraiburg entwickelt – zum beiderseitigen Vorteil, wie es dazu in einer Mitteilung heißt: „So ist der komplette Marktauftritt von Standard Retreads auf uns, den österreichischen Partner, ausgerichtet. Der Name Kraiburg konnte somit als Marke in den VAE erfolgreich etabliert werden. Über die pure Lieferantenbeziehung hinaus überwachen wir im Gegenzug die Qualitätsstandards in der Produktion und führen regelmäßige Betriebschecks durch“, bilanziert Thorsten Schmidt von Kraiburg. Sudhir Kumar, Produktionsleiter N. Srinivasan sowie der Vertriebsverantwortliche Ravi Kumar, die drei Gründer von Standard Retreads, bringen eine langjährige Erfahrung mit und wissen um die Bedeutung von Qualität und Service als notwendige Voraussetzung, um sich vom aggressiven Wettbewerb (das verarbeitete Material kommt fast ausschließlich aus Indien und Fernost) abheben zu können.

„Ein stark Endverbraucher dominiertes Kundenportfolio inklusive weltweit agierende Firmen, z.B. Cemex, ist der Beleg dafür, dass ihnen dies gelungen ist. Beim Rundgang durch die neue Fertigung unmittelbar im Anschluss an die offizielle Einweihung zeigten sich sowohl die offiziellen Würdenträger als auch die zahlreich angereisten Endverbraucherkunden beeindruckt von der eingesetzten Technologie, der Organisation sowie der Perfektion, mit der runderneuerte Reifen bei Standard Retreads gefertigt werden“, heißt es dazu abschließend. ab

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