“Wie in der eigenen Werkstatt” – Anhänger für den mobilen Lkw-Reifenservice

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In Zusammenarbeit mit Reifen Labetzke (Löningen) und der Röper GmbH (Rehden) hat die in Rees beheimatete Gores Equitec GmbH einen für den mobilen Lkw-Reifen- bzw. -Pannenservice einsetzbaren Anhänger entwickelt. Dabei haben die drei Partner ihr Know-how mit dem Ziel in das Projekt eingebracht, einen völlig autark funktionierenden mobilen Reifenserviceanhänger aufzubauen, der in der Lage ist, komplette Reifenmontagen bei Speditionen oder Pannenbehebungen im Straßenverkehr durchführen zu können. Reifen Labetzke steuerte dabei die Erfahrung aus dem Reifenservice bei und die Röper GmbH ihr als Systemlieferant rund um den Reifenservice gesammeltes Wissen – weitere Impulse lieferte dann noch die Gores Equitec GmbH. Alle Drei sind eigenen Aussagen zufolge von der Planung bis hin zum letztendlichen Aufbau in puncto Qualitäts- und Funktionsanspruch keinerlei Kompromisse eingegangen. So seien beispielsweise nur hochwertige Komponenten bei dem nach neuesten Erkenntnissen konzipierten Anhänger verbaut worden, heißt es.

Als Basis des Ganzen fungiert dabei eine Haweka-Reifenmontiermaschine des Typs „122 Mobil“, mit der sich Reifen bis zu einer Breite von 600 Millimetern sowie eines Durchmessers von bis zu 1.300 Millimetern bearbeiten lassen. Als minimale respektive maximale Felgendurchmesser werden dabei 13 bzw. 26 Zoll genannt, als höchstes Radgewicht 450 Kilogramm. „Nach dem Öffnen der aufstellbaren Heckklappe des Anhängers kann die Montiermaschine binnen einer Minute hydraulisch aus dem Anhänger gefahren werden und stützt sich auf dem Boden ab. Dadurch wirkt keine Gewichtsbelastung mehr auf den Anhänger“, erklärt Ralf Gores, Geschäftsführer der Gores Equitec GmbH. Um das Aufspannen der Felge zu vereinfachen bzw. ein ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen, lasse sich der Reifenaufnahmearm ebenfalls hydraulisch in jede beliebige Arbeitshöhe fahren.

Erweitert wurde die technische Ausstattung des Reifenserviceanhängers durch einen Blitz-Kompressor vom Typ „GKZ 561“, dem eine Antriebsleistung von vier Kilowatt, ein Druck von 15 bar und einer Ansaugleistung von 480 Litern pro Minute attestiert wird. Als Druckluftreservoir dient dabei ein 250-Liter-Behälter mit automatischer Behälterentwässerung, der gleichfalls für einen Druck von 15 bar ausgelegt ist. Als Druckluftleitungen wurden stabile Aluminiumrundrohre mit Sicherheitsschnellkupplungen und einer Wartungseinheit mit Druckregelung verwendet. Zwei Schlauchaufroller mit Leitungsquerschnitten von acht und 13 Millimetern sowie einer Schlauchlänge von jeweils 15 Metern sollen die erforderliche Druckluft an jeden gewünschten Ort transportieren können. Zusätzlich stehen noch zwei Abnahmestellen für den vollen Leistungsdruck von 15 bar zur Reifenbefüllung zur Verfügung.

„Bei der Komponentenauswahl wurde immer in den Vordergrund gestellt, arbeiten zu können wie in der eigenen Werkstatt“, sagt Gores mit Blick auch auf das zum Betrieb der Werkzeuge nötige Stromaggregat, wobei sich die drei Partner diesbezüglich für ein Gerät mit der Bezeichnung „12054 BES/GS“ von der italienischen Firma MOSA (Cusago/Mailand) entschieden haben. Angetrieben von einem 18 PS starken Honda-Motor soll es bei Volllast in der Lage sein, eine Drehstromnennleistung von elf Kilowatt (400 V/15,8 A) und eine Wechselstromleistung von acht Kilowatt (230 V/34 A) zu erbringen. Damit will man auf Nummer sicher gehen, über die Montiermaschine und einen laufenden Kompressor hinaus noch Reserven für den Einsatz etwaiger weiterer zusätzlicher elektrischer Geräte zur Verfügung zu haben.

Abgesehen davon sind im Kofferaufbau des Anhängers des Weiteren noch zahlreiche Werkzeuge untergebracht, wobei – wie Gores weiter ausführt – zugleich höchster Wert auf deren fachmännische Sicherung gegen Herumfliegen gelegt wurde. Mit an Bord sind unter anderem ein pneumatischer Compac-Wagenheber mit 16/32 Tonnen Hubkraft, ein hydraulischer Compac-Wagenheber (25 Tonnen), Abstützböcke (acht Tonnen), ein Schlagschrauber und ein Satz Schlagschraubernüsse (24L, 27L, 30L, 32L, 33L, 36L), ein Lkw-Drehmomentschlüssel von Gedore inklusive Kraftverlängerung, ein Satz Schlagschrauberverlängerungen und eine Aufsteckknarre (jeweils ¾ Zoll) sowie eine 199-teilige Sonic-Werkzeugkiste. Außerdem findet sich ein Sortimo-Aufbewahrungssystem mit drei Schubladen, drei Teilekästen und einem großen Staufach ebenso wie zwei Unterlegkeile (6,5 Tonnen).

Abgerundet wird die Ausstattung des Anhängers durch Verbandskasten und Feuerlöscher, eine Stab- sowie eine Halogenleuchte mit Stativ sowie drei Reifenfüllringe für Reifen in den Größen 17,5, 19,5 und 22,5 Zoll. „Des Weiteren wurden in die Ausstattung alle nötigen Ersatz- und Reparaturteile wie Ventile, Wuchtgranulat, Schrauben, Reparaturflicken usw. seitens der Röper GmbH direkt mitgeliefert und eingeräumt“, erklärt der Gores-Geschäftsführer. Um den Anhänger noch mit einem Pkw bewegen und im gewerblichen Einsatz auf den vorgeschriebenen Fahrtenschreiber verzichten zu können, würden alle Ausrüstungsgegenstände, die zur Zulassung als Pannenfahrzeug entsprechend der Ausrüstungsvorschrift § 52 Abs. 4 Nr.2 der StVZO-Richtlinie erforderlich sind, direkt mitgeliefert und seien somit auch eingetragen.

„Allerdings war es für alle Beteiligten wichtig, noch auf Raum und Arbeitsplatz zu verzichten. Somit wurde der Kofferaufbau in den Maßen 4.000 x 1.800 Millimeter aufgebaut und bietet genügend Raum selbst zum Transport von Reifen zum Einsatzort“, so Gores, der als zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers zwei Tonnen nennt. Auf Wunsch könne er aber auf 2,6 Tonnen aufgelastet werden, ergänzt er und lässt in diesem Zusammenhang nicht die intensive Zusammenarbeit mit dem Anhänger- und Metallbauunternehmen Waeder aus Isselburg unerwähnt, durch die viele technische Neuerungen rund um die Themenbereiche Ladungssicherung, Werkzeugnutzung und Geräteimplementierung in das Projekt mit eingeflossen seien. „Als Ergebnis ist binnen sechs Wochen ein völlig innovativer und qualitativ hochwertiger Anhänger entstanden, der durch seine Ausstattung und Geräteanordnung nahezu gleiche Reifenmontagezeiten erreichen lässt wie in der eigenen Fachwerkstatt“, zeigt sich der Gores-Equitec-Geschäftsführer stolz. Zugleich verweist er darauf, dass sich mittels individueller Angebote von der Gores Equitec GmbH (Telefon 02851/9652280) oder der Röper GmbH (05446/99390) bei Bedarf auch Sonderwünsche oder etwaig benötigte Zusatzausstattungen direkt mit in die Aufbauplanung einbeziehen lassen. cm

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