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Strukturwandel im deutschen Reifenfachhandel stagniert

Im deutschen Reifenfachhandel gibt es derzeit 2.113 Unternehmen mit insgesamt 4.364 Betriebsstätten. Damit ist die Zahl der Marktakteure im vergangenen Jahr um immerhin 3,4 Prozent gestiegen, nicht aber die Anzahl der von ihnen betriebenen Point of Sales, wie es dazu vonseiten des Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk heißt. Vor einem Jahr zählte der Verband noch 2.033 Reifenhändler in Deutschland, kam aber auf die seit Beginn der neunziger Jahre hat die Anzahl der Handelsunternehmen in der Reifenbranche um rund 17 Prozent, die Zahl der von diesen Unternehmen geführten Betriebsstätten sogar um knapp 25 Prozent – das entspricht gut 850 Outlets – zugenommen. „Gleichzeitig war der Verdrängungswettbewerb um das nicht gleichermaßen mitwachsende Marktvolumen im Reifenersatzgeschäft immer intensiver geworden“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des BRV. „Die Zahlen des vergangenen Jahres belegen, dass der Strukturwandel innerhalb der Branche, der die Zahl der freien Reifenfachhändler im Zeitraum von 1992 bis 2007 zugunsten der mehr oder weniger industriegebundenen Unternehmen von rund 82 auf 61 Prozent schrumpfen ließ, weiterhin stagniert“, resümiert BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. Das belege die vom BRV jährlich herausgegebene Marktstrukturanalyse in ihrer zum Stichtag 1. März 2010 aktualisierten Fassung.

Die aktuelle Erhebung zeigt also erneut nur geringe Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Auf Unternehmensebene betrachtet, stellen die einer Kooperation des freien Reifenfachhandels wie etwa point S oder Team Reifen Union angehörenden Händler mit knapp der Hälfte aller Marktteilnehmer der Branche die größte Gruppe. Die Anzahl ihrer Outlets macht hingegen nur rund zwei Fünftel der Betriebsstätten des Reifenhandels in Deutschland aus (1.719 von 4.363). Dabei zeigte sich, dass insbesondere point S (-9,4 Prozent) und Team (-8,2 Prozent) bei der Marktpräsenz ihrer Outlets eingebüßt haben. Zu den Kooperationen des freien Reifenhandels gesellen sich die verbliebenen fünf großen ungebundenen Handelsunternehmen, die zusammen knapp zehn Prozent aller Betriebsstätten in Deutschland ihr Eigen nennen.

Dem freien Reifenfachhandel steht der vertragsgebundene Reifenfachhandel gegenüber, der sich zum einen aus Mitgliedsunternehmen der beiden industrienahen Kooperationen GD Handelssysteme (Goodyear Dunlop) und First Stop (Bridgestone), zum anderen aus den industrieeigenen Filialketten Vergölst (Continental), Pneumobil (Pirelli) und Euromaster (Michelin) zusammensetzt. Insgesamt gehören dem vertragsgebundenen Reifenfachhandel fast 800 Unternehmen mit insgesamt 1.900 Betriebsstätten an. Dabei büßte insbesondere First Stop in den vergangenen zwölf Monaten rund 15 Prozent bzw. 41 seiner Outlets ein; dies beinhaltet zu allererst den Austritt der 25 Gummi-Grassau-Betriebe zum Jahreswechsel. ab

Weitere Details zum Reifenfachhandel in Deutschland erfahren Sie in unserem umfassenden "Zahlen & Fakten"-Archiv.

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