Russland-Geschäft zieht Nokian Tyres deutlich nach unten

Was sich bereits während der vergangenen Quartale abzeichnete, schlägt sich nun auch ganz deutlich in Nokian Tyres’ Jahresergebnis wider: das Unternehmen leidet unter seiner starken Präsenz auf dem überaus schwachen russischen Reifenmarkt. Während der finnische Reifenhersteller in 2009 insgesamt einen Umsatzrückgang von 26,1 Prozent auf 798,5 Millionen Euro verkraften muss, sehen die Zahlen für Russland und die GUS-Staaten – machte in 2008 noch einen Umsatzanteil von 33,6 Prozent aus – noch dramatischer aus: Im vergangenen Jahr brach auf Nokians wichtigstem Absatzmarkt der Umsatz um immerhin 55 Prozent auf nurmehr 172,1 Millionen Euro ein, sodass der Markt heute nur noch für gut 20 Prozent des Umsatzes steht. Operativ hält sich das Unternehmen dennoch erstaunlich gut, konnte Nokian das Geschäftsjahr doch mit einem operativen Gewinn in Höhe von 102 Millionen Euro abschließen, von denen immer noch ein Nettogewinn von 58,3 Millionen Euro (Marge: 7,3 Prozent) übrig bleibt. Ende des vergangenen Jahres habe man allerdings bereits die ersten positiven Anzeichen für eine wirtschaftliche Erhohlung in 2010 erkannt und hofft nun darauf, dass die anziehenden Märkte – gemeinsam mit den unternommenen internen Kostensenkungen – Nokian Tyres wieder auf Wachstumskurs bringen werden.

Laut Kim Gran, CEO und President von Nokian Tyres, habe man trotz der großen Absatzkrise „ziemlich zufriedenstellende Ergebnisse in 2009“ erreichen können. Insbesondere sei die Einführung des neuen Winterreifens Hakkapeliitta 7 ein großer Erfolg gewesen, der weitere, marktbedingte Einbrüche habe kompensieren können. Dennoch: Auch wenn die Preise im vergangenen Jahr weiterhin „gesund“ waren, so Gran weiter, und man diese sogar in allen Kernmärkten steigern konnte, hätten diese die geringere Nachfrage sowie die Verluste aufgrund der Abwertungen der Währungen Russlands, der Ukraine, Schwedens und Norwegens nur bedingt kompensieren können. Darüber hinaus habe Nokian Tyres im vergangenen Geschäftsjahr aktiv gegengesteuert, etwa durch die Verbesserung der Kostenstrukturen. So seien etwa die günstigeren Produktionsbedingungen im Werk in St. Petersburg zulasten der Finnland-Fabrik „wie geplant“ ausgenutzt worden. Auch seien die Investitionen in 2009 um knapp 95 Millionen Euro und die Lagerbestände um gut 90 Millionen Euro zurückgefahren worden. „Wir sind bereits darauf eingestellt, wieder auf Wachstumskurs zurückzukehren, und gehen davon aus, in 2010 gute Chancen darauf zu haben, wieder unsere Umsätze zu steigern, anstatt nur auf Kosteneinsparungen zu achten“, so Kim Gran anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes. Durch den guten Winter in ganz Europa seien die Läger allerorten leer – der Winterreifenspezialist Nokian Tyres werde also im laufenden Geschäftsjahr gut zu tun bekommen.

Weitere Details zu den Zahlen des Geschäftsjahres finden Sie hier im Geschäftsberichte-Archiv der NEUE REIFENZEITUNG.

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