Pirelli kam gut durchs Krisenjahr – Weiterhin viel Raum für Wachstum

Der Reifenhersteller Pirelli konnte 2009 die durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelösten hohen Anforderungen besser als erwartet bewältigen und dabei unter Beweis stellen, was viele Konzerne nur allzu gerne von sich behaupten: Das Haus ist sturm- und winterfest. Ausschlaggebend ist ein herausragend aufgebauter Produktionsverbund. In Europa ergänzen Lieferungen aus Reifenwerken in Rumänien und der Türkei die Produkte aus u. a. italienischen und deutschen Fabriken. Nord- und Lateinamerika werden in hohem Maße mit Produkten aus Brasilien beliefert und in China hat Pirelli erst mit einem Werk für Lkw-Reifen und später mit einem weiteren Werk für Pkw-Reifen auf demselben Firmengelände ernst gemacht.
  
Das Geheimnis des Erfolgs liegt ganz sicher auch in dem hohen Bekanntheitsgrad sowie dem exzellenten Image der Marke Pirelli, die nicht nur zu den so bezeichneten „Mayor Brands“ zu zählen ist, sondern bei der es sich aus Verbrauchersicht mit absoluter Sicherheit um eine Premium Brand handelt, für die Verbraucher in aller Welt bereit sind, einen wirklich fairen Preis zu bezahlen.
  
Aber auch mit Nutzfahrzeugreifen hat sich Pirelli beachtlich aus der Affäre ziehen können. Rückschläge konnten zwar nicht vermieden werden, aber sie fielen bedeutend moderater aus als bei einigen respektierten Wettbewerbern. Vielfach wird übersehen, dass Pirelli weltweit, nicht jedoch in Europa, mit Nutzfahrzeugreifen mehr Umsatz erzielt als zum Beispiel Continental und mit Produkten am Markt ist, die sich qualitativ in vorderster Reihe befinden.

Dass sich der koreanische Reifenhersteller Hankook letztlich anlässlich einer eigenen Präsentation hinsichtlich Lkw-Reifen in Europa auf Augenhöhe mit Pirelli wähnte, war zur Kenntnis genommen und zurückgewiesen worden. Dessen aber ungeachtet kann es nicht darauf ankommen, irgendwelche Reifen zu zählen, um dann, sagen wir es mal so, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Nach Umsatz und Warenwert ist Pirelli in Europa drei Mal so stark wie Hankook, die ihrerseits immer noch deutlich unter Nokian liegt.
  
Stückzahlen her, Umsatzzahlen hin. Was wurde verdient? Dr. Francesco Gori, CEO der Pirelli Tyres, erklärte im Gespräch mit der Neue Reifenzeitung Ende Januar, dass die für das Krisenjahr 2009 zum Jahresanfang angestrebte Ebit-Marge von 6,5 Prozent übertroffen werden  konnte und wohl ebenso die 7-Prozent-Marke. Nachdem 2008 bereits Restrukturierungskosten von ziemlich genau 100 Millionen Euro zu verzeichnen waren, kamen im letzten Jahr nochmals 30 Millionen Euro hinzu. Die Verschuldung des Pirelli-Konzerns insgesamt ging 2009 von einer Milliarde Euro auf 700 Millionen Euro zurück.
  
Wo liegen für Pirelli die Prioritäten in den nächsten Jahren? Auf welche Märkte ist der Fokus gesetzt? Gibt es vielleicht eine Rückkehr in den Markt für Landwirtschaftsreifen, wenn die Lizenzvereinbarung mit Trelleborg zum Jahresende 2010 ausgelaufen sein wird? Die Antworten auf diese und weitere Fragen im vollständigen Beitrag in der Neue Reifenzeitung 2/2010. klaus.haddenbrock@reifenpresse.de

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