Erstes BRV-Fazit zum Reifenersatzgeschäft 2009 in Deutschland

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Ein „zweigeteiltes“ vorläufiges Fazit zieht der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV), was das Jahr 2009 in Sachen Reifenersatzgeschäft betrifft: Während sich das Reifenersatzgeschäft im sogenannten Bereich der Consumer-Reifen (Pkw-, Offroad- und Leicht-Lkw-Reifen) zum Teil wider Erwarten positiv entwickelte, habe die Rezession in der Produktgruppe Lkw-Reifen angehalten – und auch aus den „Nischensegmenten“ der Reifen für Motorräder, Ackerschlepper (AS-Triebradreifen) und Erdbewegungsmaschinen (EM-Reifen) werden deutlich rückläufige Stückabsätze gemeldet.

Obwohl er erst im Februar/März mit gesicherten Marktdaten rechnet, schätzt der Verband, dass der Handel 2009 im Segment Pkw insgesamt etwa 2,5 Prozent mehr Reifen an Verbraucher verkaufen konnte als noch ein Jahr zuvor. „Dank eines aus der ‚Abwrackprämie’ resultierenden Sondereffektes und der winterlichen Witterung im Oktober und Dezember konnten wesentlich mehr Pkw-Winterreifen verkauft werden als erwartet“, erklärt Peter Hülzer, geschäftsführender BRV-Vorsitzender. Deutlich gestiegene Neuzulassungszahlen und das anhaltende Winterwetter hätten den Absatz um gut elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr beflügelt. Abgesehen davon wird das Konsumklima im Bereich Pkw-Reifen allerdings als „seit geraumer Zeit eher mau“ beschrieben. Festgemacht wird diese Sichtweise unter anderem daran, dass die durchschnittliche Fahrleistung pro Pkw wegen hoher Mobilitätskosten gesunken sei. Vor diesem Hintergrund würden die Reifen auch länger genutzt oder Winterreifen im Sommer gefahren, um Geld zu sparen. Im Zusammenwirken mit der höheren Laufleistung moderner Reifen lässt sich nach Meinung des BRV so erklären, dass der Reifenfachhandel im vergangenen Geschäftsjahr gut fünf Prozent weniger Pkw-Sommerreifen verkaufte als im Jahr zuvor.

Im Produktsegment Lkw-Reifen wurde demnach ein erneutes Absatzminus von etwa 15 Prozent registriert, wobei hier die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise als Erklärung herangezogen werden. Ein weiter gesunkenes Transportvolumen und deutlicher Kostendruck unter anderem durch die Mauterhöhung zum Jahresanfang 2009 habe so manchen Transportbetrieb die Existenz gekostet und viele der verbliebenen zu einer längeren Nutzung der montierten Reifen veranlasst, was sich aufseiten des Reifenfachhandels folglich in Form in Kundenverlusten und Nachfragerückgängen niedergeschlagen habe.

Auch wenn es so aussehe, als wenn der Reifenfachhandel in diesem schwierigen Umfeld seinen Distributionsanteil leicht habe verbessern können, so geht der BRV dennoch davon aus, dass das Jahr 2010 für die Unternehmen der Branche mindestens ebenso herausfordernd wird wie das vergangene. „Nach Wegfall des erwähnten Sondereffektes wird sich die Branche in den Produktgruppen Pkw- und Llkw-Reifen wahrscheinlich auf Absatzrückgänge zwischen fünf und sechs Prozent einstellen müssen. Dagegen halten wir in den Segmenten Lkw- und EM-Reifen ein etwa fünfprozentiges Plus für möglich, weil die derzeit vorliegenden wirtschaftlichen Rahmendaten auf eine leichte Stabilisierung der Konjunktur hinweisen“, rechnet BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler einer ersten Prognose zufolge im laufenden Jahr mit einer genau gegenläufigen Absatzentwicklung zu 2008. „Die absoluten Stückzahlen werden dabei jedoch auch 2010 unter denen des Jahres 2008 bleiben“, meint er. Für Motorrad- und AS-Triebradreifen rechnet Verband mit einer Stagnation der Absatzzahlen.

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