Fulda stellt neuen Kristall Control HP im Yukon vor

Was bereits im vergangenen Jahr erfolgreich gelang, soll auch in diesem Jahr wieder funktionieren: Fulda stellt im Vorfeld zu seiner „Fulda Challenge“, die heute in Whitehorse im kanadischen Yukon Territory beginnt, wieder einen neuen Winterreifen vor. Während im vergangenen Jahr der „Fulda Kristall Montero 3“ eingeführt wurde, zeigte das Unternehmen an diesem Wochenende den „Fulda Kristall Control HP“ in Kanada erstmals der Öffentlichkeit und vertraut darauf, dass auch er wieder „der richtige Reifen zum richtigen Zeitpunkt“ ist. In 2009 kam der neue Standardreifen Kristall Montero 3 gerade recht, die Abwrackprämie hatte in diesem Segement für eine hohe Nachfrage gesorgt; und nun rechnen die Verantwortlichen damit, dass im High-Performance-Segment ein Nachholbedarf latent ist, den der Kristall Control HP decken soll.

Auf den neuen Kristall Control HP, der in den kommenden beiden Saisons stückweise den Kristall Supremo und den Kristall Rotego ablösen wird, setzen die Produktverantwortlichen große Stücke bei Fulda und im Goodyear-Dunlop-Konzern. Einerseits steht das Produkt schließlich in einer beinahe 60-jährigen Tradition, haben die Osthessen doch vor mittlerweile sechs Jahrzehnten den ersten echten Winterreifen gebaut.

Der erste „Kristall“-Winterreifen wurde übrigens vor bereits 37 Jahren eingeführt. Seither hat das Unternehmen davon rund 40 Millionen Stück in verschiedensten Profilen verkauft.

Dieser große Erfahrungsvorsprung spiegele sich auch in der Leistungsfähigkeit des neuesten Sprosses aus dem Hause Fulda wider, der ebenfalls „High Performance auf Schnee und Eis“ bieten soll. Andererseits bietet auch der modernste Winterreifen aus dem Hause Fulda wieder neue technische Details, die ihn von seinen Wettbewerbern am Markt und den anderen Produkten aus der umfangreichen Fulda-Winterreifenpalette abheben sollen. Dazu unten mehr.

Der Hochleistungswinterreifen Kristall Control HP (wobei „HP“ natürlich für High Performance steht), der zur kommenden Saison in den Geschwindigkeitsindizes H und V angeboten wird, „ist die passende Antwort auf die besonderen Ansprüche, die leistungsstarke Pkw an die Bereifung im Winter stellen“, sagt Fuldas Produktmanager Rolf-Dieter Stohrer anlässlich der Produktpräsentation in Whitehorse im kanadischen Yukon Territory. Und es sind gerade diese leistungsstarken Pkw, für die im Abwrackprämienjahr 2009 eher unterdurchschnittlich viele Winterreifen nachgefragt worden seien, ergänzt Christian Hieff, bei Goodyear Dunlop Tires Germany für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Marke Fulda zuständig. Entsprechend hoch schätze man den Nachholbedarf nach größeren Winterreifen in der Saison 2010/2011 ein. Während Fulda also im vergangenen Jahr einen brandneuen Standardreifen auf dem Markt hatte, als die Nachfrage nach diesen Produkten überdurchschnittlich hoch war, vertraut man für die kommende Saison auf eine Wiederholung, nur diesmal bei größeren Reifen für das High-Performance-Segment.

„Die Kombination einer Vielzahl modernster Technologien sorgt dafür, dass der Fahrer bei jedem Wetter auf die Performance des Winterspezialisten zählen kann“, so Stohrer und gibt sich überzeugt, dass der neue Kristall Control HP auch bei normaler Nachfrage in der kommenden Saison wieder einen guten Start hinlegen wird.

Im Mittelpunkt der technischen Details, die den Kristall Control HP zu einem echten High-Performance-Reifen machen sollen, stehen drei Dinge: die sogenannte Schnee-Catcher-Technologie, die Verbundlamellen „Bubble Blade“ sowie die moderne Niedrigtemperaturmischung.

Die Schnee-Catcher-Technologie (S.C.T.), die erstmals beim letztjährig eingeführten Kristall Montero 3 erfolgreich integriert wurde, sei auch beim neuen Kristall Control HP eine der tragenden Säulen für dessen außergewöhnliche Winterqualitäten. Die Entwickler im „Goodyear Innovation Center“ in Luxemburg (GYIC; ehemals European Technical Center ETC) machten sich bei dieser Innovation ein einfaches Naturgesetz zunutze, erläutert Stohrer: „Schnee haftet auf Schnee einfach am Besten.“ Dabei sollen zwei direktionale und gegenläufige Profilrillen den Schnee in der Aufstandsfläche des neuen Kristall Control HP halten. Gleichzeitig sollen die zur Lauffläche hin enger gestalteten Profilrillen dafür sorgen, dass der Schnee dabei stark komprimiert wird. Zusammen ergebe dies einen verbesserten Grip auf geschlossener Schneedecke.

Das zweite technische Detail, das den neuen Winterreifen zu einem besonderen Leistungsträger im Marktsegment machen sollen, sich die Verbundlamellen, die man hier „Bubble Blades“ nennt und die für ein direkteres Handlich sorgen sollen. „Feingeschnittene Lamellen sind für die Performance auf Schnee und Eis unverzichtbar. Je mehr solcher ‚Zähne’ ein Winterreifen besitzt, desto stärker ist auch seine Traktion auf rutschigem Grund. Doch bei trockener Fahrbahn kehrt sich der Vorteil in ein Nachteil um: Die Lamellen knicken bei Kurvenfahrten unter den hohen Seitenführungskräften ein.“ Das Ergebnis dieses Phänomens sei ein unpräzises Fahrverhalten und eine reduzierte Rückmeldung vom Reifen. Die „Bubble Blade“-Verbundlamellen wiesen im Gegensatz zu den klassischen Lamellen in ihrer Mitte eine kugelförmige Ausbuchtung auf. Dank dieses mehrdimensionalen Profildesigns sollen sich die feinen Lamellen bei starker Kräfteeinwirkung gegenseitig abstützen. „Aufgrund dieser Technologie war es den Entwicklern möglich, die Anzahl der Lamellen beim Kristall Control HP im Vergleich zu seinem Vorgänger um 300 auf etwa 1.610 zu erhöhen und gleichzeitig die Fahrstabilität bei Trockenheit zu verbessern“, so Stohrer.

Das dritte technische Detail ist die Niedrig-Temperatur-Laufflächenmischung unter dem Kürzel LTC (Low Temperature Compound), die für hohe Winterperformance sorgen soll. Gummi besitzt die Eigenschaft, bei Minus-Temperaturen zu verhärten, wodurch sich der Grip eines Reifens reduziert und sich die Bremswege verlängern. „Beim Kristall Control HP sorgt eine spezielle Niedrig-Temperatur-Laufflächenmischung aus Voll-Silica und die Verwendung neuartiger Polymere dafür, dass der Gummi auch bei kalten Temperaturen genügend Grip aufbaut“, erläutert der Fulda-Produktmanager weiter während der Produktpräsentation.

Gleichzeitig sollen Nassgrip-Harze für eine hohe Energieaufnahme auch bei Kälte sorgen und die Fahreigenschaften bei Nässe verbessern. Außerdem sei der polyzyklische Kohlenwasserstoffanteil in der Gummimischung reduziert worden, um dem Anspruch einer hohen Umweltverträglichkeit gerecht zu werden.

Der Kristall Control HP verfügt darüber hinaus über eine rund fünf Prozent vergrößerte Aufstandsfläche, die für ein Plus an Laufleistung und Grip sorgen soll, erläutert Stohrer weiter unter dem Hinweis auf das „innovative Profildesign“. Auch die „großzügig gestalteten, V-förmigen Profilrillen“, die das Wasser schnell aus der Aufstandsfläche leiten und somit die Aquaplaninggefahr reduzieren sollen, zählen zu diesen „Innovation“, genau wie auch die steiferen Schulterblöcke, die ein präziseres Handling ermöglichen sollen.

Der neue Fulda Kristall Control HP, der in Fulda wie auch in anderen europäischen Reifenfabriken des Goodyear-Dunlop-Konzerns gefertigt wird, kommt in zunächst 20 Größen bzw. 22 Spezifikationen, sogenannten SKUs, auf den Markt. Das Lieferprogramm richtet sich dabei grundsätzlich nach den am meisten nachgefragten Reifengrößen in Europa bzw. in Deutschland, dem wichtigsten Markt der tradtionellen deutschen Reifenmarke. Die Palette umfasst derzeit Größen zwischen 15 und 17 Zoll; 18 Zoll werde folgen, heißt es. In den entsprechenden Größen werden der Kristall Supremo und der Kristall Rotego in der kommenden Saison nicht mehr angeboten.

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