Hankook weitet europäisches Entwicklungszentrum weiter aus

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Hankook Tire will sein europäisches Entwicklungszentrum noch in diesem Jahr deutlich ausbauen. Wie der Reifenhersteller dazu mitteilt, wolle man weitere „hoch qualifizierte Mitarbeiter“ einstellen, mit denen die Personalstärke der in Langenhagen bei Hannover ansässigen Einrichtung in diesem Jahr um immerhin sechs auf dann 36 Spezialisten steigen soll. Die trotz weltweiter Rezession hohe Quote an neu eingestellten Reifeningenieuren trage dem kräftigen Wachstum des Unternehmens Rechnung. Mit einer Wachstumsrate von 33 Prozent im Jahr 2008 sei der europäische Markt ein Zugpferd der globalen Unternehmensentwicklung, heißt es dazu vonseiten des Herstellers. Besonders stark wachse dabei der entwicklungsintensive Markt der Ultra-High-Performance-Reifen (UHP-Reifen). Diese Hochleistungspneus sind auf sportliches Fahren und hohe Geschwindigkeitsbelastungen ausgelegt und werden unter anderem in Hankooks europäischem Entwicklungszentrum ETC (Europe Technical Center) entwickelt, an die lokalen Märkte angepasst und im neuen Europa-Werk von Hankook Tire in Ungarn hergestellt.

„Ein guter Reifeningenieur muss ein Gespür für die dynamischen Aspekte des Automobils haben“, umreißt Dipl.-Ing. Stefan Fischer, Chefentwickler bei Hankook Tire in Europa und Leiter des ETC, die komplexe Aufgabe seiner bestehenden und neuen Mitarbeiter. „Reifen sind die zentrale Interaktionseinheit von Straße und Fahrzeug und bestimmen Fahrsicherheit und -dynamik eines Automobils ganz entscheidend – darüber machen sich die wenigsten Autofahrer Gedanken. Die Entwicklung eines neuen Reifens bedeutet damit immer einen Gesamteingriff in die Einheit Fahrzeug.“ Zudem werde heute von modernen Reifen ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen erwartet, indem der Rollwiderstand signifikant abgesenkt wird. „Diese Zusammensetzung von verschiedenen Anforderungen macht die Produktentwicklung von modernen Fahrzeugreifen heute so interessant.“

Die Aufgaben eines Reifeningenieurs seien anspruchsvoll: Die Fachleute steuern und begleiten Entstehung und Weg eines Produktes vom technischen Entwurf am Computer über die Endabnahme durch den Fahrzeughersteller bis hin zur Serieneinführung in die Produktion. Immer wieder stehen Fahrzeugversuche und Praxistests an, die zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Erstausrüstungskunden auf verschiedenen europäischen Teststrecken durchgeführt werden. Diese gewährleisteten die Qualität und liefern wichtige Daten für den nächsten Entwicklungsschritt. „Unsere Ingenieure müssen sich mit dem Gesamtprodukt Reifen auseinandersetzen – in all seiner Komplexität. Das ist sicher eine Herausforderung, aber gerade der Mix aus Kundenanforderungen, Planung am Computer, Einsatz auf dem Testgelände und Kontrolle in der Produktion macht unsere Arbeit hier so spannend und vielseitig“, so Fischer weiter.

Als typische Studienrichtungen für Reifeningenieure kommen Maschinenbau oder ähnliche Studiengänge infrage. Aber auch andere naturwissenschaftliche Fachrichtungen wie z. B. Chemie sind gern gesehen. „Wir haben mit Absolventen der Fachhochschulen in Hamburg und Hannover gute Erfahrungen gemacht“, sagt Fischer. Ein guter Studienabschluss allein führe allerdings noch nicht zum Ziel: „Die Leidenschaft für das Automobil sollte schon während des Studiums erkennbar gewesen sein, etwa durch einschlägige Praktika oder Studienarbeiten.“ Und auch Soft Skills zählen: „Wir sind ein internationales Unternehmen mit Entwicklungszentren weltweit, der interkulturelle Austausch ist bei uns Teil des Tagesgeschäfts.“

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