Regionaltagungen: GDHS rüstet Partner für das Wintergeschäft

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Wie wichtig und notwendig die Herbsttagungen in Bad Neuenahr, Stuttgart und Hannover für den GDHS-Fachhandel waren, belegten einmal mehr die zahlreich teilnehmenden Partner. Mehr denn je zwinge das schwierige Marktumfeld dazu, in allen Bereichen bestens vorbereitet zu sein. Denn der Sommer bescherte der Branche eine weiterhin angespannte Geschäftslage. Zudem ist das Spannungsfeld zwischen Reifen- und Autoserviceanbietern, Autohäusern und Internet-Vermarktern einer hohen Veränderungsgeschwindigkeit unterworfen, heißt es dazu in einer Mitteilung. „Wir müssen unsere Strategien noch einmal auf den Prüfstand stellen und auf ihre Gültigkeit überprüfen“, dafür plädierte der GDHS-Geschäftsführer Goran Zubanovic in seiner Eröffnungsrede während der Tagungen.

„Wir befinden uns in einem schwierigen Marktumfeld. Umso mehr kommt es darauf an, gut vorbereitet ins Wintergeschäft zu gehen und Differenzierungschancen wahrzunehmen“, sagte Goran Zubanovic. Das Sommerreifengeschäft sei rückläufig gewesen, ebenso das Lkw-Geschäft. Der Markt sei kleiner geworden bei gleicher Anzahl Anbieter. Zusätzlich habe das Internet eine neue Ära in der Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, dem Handel und den Verbrauchern eingeläutet. Die Konsumenten informierten sich verstärkt über das Internet, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Darüber hinaus habe sich auch die Anzahl der Großhändler mit Internet-Portalen erhöht, was im Markt zu ungesunden Preiskämpfen führe, die sich dann auch in den B2C-Portalen widerspiegeln. Der Reifenhandel, so Zubanovic, habe damit nicht nur ein konjunkturelles, sondern auch ein strukturelles Problem.

Den daraus resultierenden Wettbewerbsdruck werde die GDHS durch umfangreiche Maßnahmen für ihre Partner kompensieren. Eine der wichtigsten Maßnahmen sei die rechtzeitige Bevorratung mit Winterware. Die Verfügbarkeit dieser Produkte stellten die GD Handelssysteme mit dem sogenannten „Vendor Managed Inventory“ (VMI) sicher. Hans Behle, Leiter Einkauf & Warenwirtschaft der GDHS erklärte, dass sich die Reifenindustrie aufgrund der allgemeinen Krisensituation, weniger Winterreifen auf Lager legen würde und es daher, je nach Verlauf des Winterreifengeschäftes, mit Engpässen bei der Belieferung zu rechnen sei. Behle warb eindringlich dafür, das VMI zu nutzen. Ziel müsse es sein, die Verfügbarkeit zu sichern und gleichzeitig durch optimale Lagerwirtschaft, Bevorratung, geringere Kapitalbildung und die Minimierung von Restanten die Liquidität zu steigern.

Zu den Maßnahmen, mit denen die GDHS dem Wettbewerbsdruck begegne, gehörten zahlreiche Aktionen im Geschäfts- und Privatkunden-Segment. Im Fokus stehen hier die Servicekamapagne in der AutoBild, die „Longlife Inspektion mit zwei Jahren Mobilitätsgarantie“ und der Schwerpunkt auf Green Business mit dem Premio-Umweltcheck sowie die Kooperation mit Green Autogas. Weitere Kooperationen mit Glasmatic, Berge & Meer und Cardtech sollen helfen, neue Geschäftsfelder aufzubauen und neue Kunden auf den Hof zu bringen. Michael Ammann, verantwortlich für Marketing Fachhandel, stellte das neue benutzerfreundliche ad.net für die individuellen Werbe- und Anzeigenbuchungen vor.

Konkrete Unterstützung für das Wintergeschäft werde auch der Online-Werkstattplaner bieten. Erneut hätten die IT-Spezialisten der GDHS die Performance ausgebaut, so dass noch mehr Serviceaufträge über dieses Instrument abgewickelt werden könnten. Dies berichtete Peter Mayer, Leiter IT der GDHS. Noch mehr Performance leistete nun auch das leistungsstarke EDV-System tiresoft II. Seit August steht die neue Version zum Download bereit. Highlight: die Autoservice-Integration mit der ATR-Gruppe Stahlgruber, Wessels-Müller und Matthies. Aktuell arbeite der Bereich IT an einem neuen GDHS-Ordering. Demnach werden schon bald die FRI-Einkaufspreise über tiresoft II abrufbar sein. Dann können die GDHS ihre Bestellungen bei den FRI-Lieferanten auch elektronisch übermitteln.

„Wir werden unseren Vorsprung mit Hilfe unserer Leistungsbausteine weiter ausbauen“, unterstrich auch Jochen Clahsen, Leiter Premio Reifen + Autoservice. Dass Premio dafür allen Grund hat, belegte auch eine BBE-Studie zur qualitativen Bewertung der Systemleistungen im After-Sales-Segment. Befragt wurden über 40 Experten der unterschiedlichen Systeme. Unter dem Kriterium „Future Fitness“ wurden dort auch Systeme des Reifenhandels, beziehungsweise der Reifenindustrie bewertet, wonach Premio – auch aus Sicht des Wettbewerbs – klar die Nase vorn habe. Qualitatives Wachstum stehe daher auf der Premio-Agenda ganz oben. Jochen Clahsen: „Unterscheiden wollen wir uns mit Premio dadurch, dass wir unsere Kunden für uns begeistern.“

Um Qualitätssteigerung ging es auch in der Präsentation von Jan Matheus, Leiter HMI. Mit Stand August habe die Gruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über 30 Partner dazu gewonnen. Somit sei die am stärksten wachsende Fachhandelsgruppe der GDHS an über 600 Standorten vertreten. Grund genug für die Gruppe, sich ganz dem Thema „qualitatives Wachstum“ zu verschreiben. Ungenutzte Potenziale würden im zweiten Halbjahr und in Zusammenarbeit mit den Konzernmarken weiterhin aktiviert. Qualitatives Wachstum bedeute aus Sicht der GDHS jedoch auch, dass Partner die angebotenen Systembausteine noch intensiver nutzten.

Im Bereich Autoservice würden die Fachhandelspartner ihr Portfolio erweitern. Reiner Reiß, Leiter Autoservice & Training der GDHS, berichtete, dass Autoglas-Reparaturen und SmartRepair als neue Geschäftsfelder etabliert würden. Zudem wies Reiß auf die Notwendig zur weiteren Professionalisierung bei der Montage von RunOnFlat- und UHP-Reifen hin. So biete das Trainingscenter der GDHS auch die Möglichkeit in einem zweitägigen Seminar das WdK-Zertifikat zu erwerben. Das Zertifikat sei eine wesentliche Voraussetzung für eine fehlerfreie Montage und Demontage von Ultra-High-Performance- und Runflat-Reifen. Zu deren Prüfung hat der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie eine Prüfleitlinie erarbeitet.

Auf Veränderungen im Flottengeschäft ging Christian Fischer, Leiter 4Fleet Group, in seinem Vortrag ein. Tenor: Eine ordentliche Werkstattleistung allein reicht nicht mehr aus, um im Flottengeschäft zu überleben. Europaweite elektronische Authorisierungsprozesse, bundesweite Flächendeckung und innovative Dienstleistungskonzepte wie „Mobile Fitting“ gehörten bei der GDHS indes längst zum Portfolio. Trotz der sehr guten Aufstellung im Markt, daran ließ Christian Fischer keinen Zweifel, sei im Flottengeschäft mit einem rückläufigen Markt zu rechnen.

Konkrete Veränderungen, die Optimierung von Geschäftsprozessen, fänden indes nicht in einem Tagungssaal statt, sondern allein im Markt, draußen, am Point-of-Sale. Diese Perspektive nahm Frank Titz wahr, Director Consumer Tires Goodyear Dunlop Germany, der zum Thema Verfügbarkeiten klar Stellung nahm. Gleichzeitig war sein Vortrag ein eindrucksvolles Plädoyer für die gegenseitige Loyalität der Fachhandelspartner der GDHS und des Konzerns, heißt es dazu weiter in der Mitteilung. Titz ging auf jede einzelne Marke ein und „verdeutlichte damit ein Portfolio, das allen Bedürfnissen im Markt gerecht wird“.

Rupert Kohaupt, Director Commercial Tires Goodyear Dunlop Germany, ging auf die Trends im Transportwesen ein. So würden ab 2012 neue Verordnungen mit neuen Grenzwerten für Rollwiderstand und Abrollgeräusch erwartet. Zudem werde in den nächsten Jahren auch eine Reifenkennzeichnungsverordnung eingeführt, die die Hersteller vor neue Herausforderungen stelle. Darüber hinaus würden die Fahrzeughersteller zu einer Reduzierung der Luftschadstoffe gezwungen sein – ein Umstand, der auch vom Reifenmarkt neue Produkte fordere. Zum Wintergeschäft 2009 bemerkte Kohaupt, dass im Ersatzgeschäft das Schlimmste überstanden sei. Der Ersatzmarkt, so seine Prognose, werde im zweiten Halbjahr wieder erstarken.

Neben den Präsentationen der Spitzenmanager aus dem Konzern ging es am zweiten Veranstaltungstag um verschiedene Workshops, die die Partner der GDHS dieses Mal selbst wählen konnten. Hier wurde noch einmal für Premio und HMI das Thema Marketing ganz groß geschrieben. Ein dritter Workshop beschäftigte sich mit dem Thema „variable Vergütungssysteme“ – ein Thema, das zurzeit verständlicherweise viele Unternehmer beschäftige. Die Frage, wie Leistungsträger eines Unternehmens belohnt werden, zahlt ein auf die Motivation von Beschäftigten – und die sei ein ganz entscheidender Faktor in Zeiten eines hohen Veränderungsbedarfs. Der Fachhandelsbeirat bot diesmal seine Themen und die Möglichkeit für konstruktive Diskussion als vierten Workshop und damit auch in kleineren Runden an.

Auf das Management in der Finanzkrise, den Umgang mit Banken, das Rating im Umfeld von Basel II und die Möglichkeiten der Kreditbeschaffung über die KfW-Bankengruppe ging Steuerberater Ulrich Schaller in seinem Vortrag ein. Wirksame Maßnahmen zur Kostenreduzierung erläuterte Schaller in Zusammenhang mit Fragen des Personalmanagements, des Controllings, der Investitionen und der Möglichkeiten, die das Kurzarbeitergeld bietet.

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